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Leverkusen: Stadtführer Hufenstuhl geht in Ruhestand

Leverkusen : Stadtführer Hufenstuhl geht in Ruhestand

Zum Abschied wollten sie alle noch einmal mit Egon Hufenstuhl durch Leverkusen fahren. Am Samstag begleitete der 77-Jährige die letzte Stadtrundfahrt des Jahres und feierte gleichzeitig seinen Abschied als Stadtführer. Nach zehn Jahren und mehr als 40 Rundfahrten geht Hufenstuhl in den Ruhestand. Bei seiner letzten Tour waren die Plätze im Bus komplett ausverkauft.

"Ich habe das immer sehr gerne gemacht", sagt Hufenstuhl. Mit Leidenschaft habe er Leverkusenern und Besuchern die schönsten Ecken der Stadt gezeigt, wobei er zugeben muss, dass Leverkusen "auch ein paar schmuddelige Ecken zu bieten hat". Doch um die hat er meistens einen Bogen gemacht. Schließlich wollte der gebürtige Wipperfürther seine Wahlheimat von seiner schönen Seite präsentieren. Feste Stationen auf den Touren mit Hufenstuhl waren unter anderem das Kolonie Museum, Schloss Morsbroich und das Café Curtius in Schlebusch.

Einen Lieblingsort in der Stadt? "Nein, den habe ich nicht", sagt er. "Es gibt viele schöne Stellen hier. Das bekomme ich auch immer von Leuten zu hören, die zum ersten Mal in Leverkusen sind." Er selber scheint von Leverkusen auch nicht genug zu bekommen - sattgesehen habe er sich nach über 60 Jahren an den immer gleichen Häuserfassaden und Straßen jedenfalls noch nicht. Trotzdem gibt er das Amt des Organisators für Stadtrundfahrten des Vereins "Leverkusen - ein starkes Stück Rheinland" an Karlheinz Beeres weiter.

"Mit 77 Jahren ist ein Alter gekommen, in dem man damit mal aufhören sollte", erklärt Hufenstuhl. Beeres gehört seit drei Jahren zum vierköpfigen Team der Städteführer. Jetzt kommen auf ihn neue Aufgaben zu, auf die er sich freut. "Ich möchte in die Fußstapfen von Egon treten", sagt der 66-Jährige. Sein Vorgänger gibt ihm dann gleich ein paar Tipps mit auf den Weg: "Er muss natürlich die Stadt in- und auswendig kennen und Anekdoten erzählen können. Es schadet auch nicht, hin und wieder einen kleinen Witz auf den Lippen zu haben", zählt Hufenstuhl das Anforderungsprofil auf.

Beeres will sich aber nicht nur etwas von seinem Vorgänger abschauen - er plant ein neues Konzept. Unter anderem will er Themenfahrten anbieten. "Das könnte so aussehen, dass wir uns in einer Tour nur auf die Kirchen der Stadt konzentrieren und das Schloss Morsbroich mal nicht anfahren", erklärt er seine Idee. Genaue Termine für die Touren will er bald festlegen. Egon Hufenstuhl weiß indes schon genau, was er demnächst tun wird. "Ich werde die freie Zeit nutzen und mit meiner Frau spazieren gehen." Als Fußgänger entdeckt er vielleicht Ecken, die er als Stadtführer noch nicht gesehen hat.

(cbu)