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Leverkusen: Stadt verzichtet auf Klage gegen Rheinbrückenbeschluss

Leverkusen : Stadt verzichtet auf Klage gegen Rheinbrückenbeschluss

Die Stadt Leverkusen will nicht gegen die Planungen der A1-Rheinbrücke Leverkusen klagen. Dies kündigte Oberbürgermeister Uwe Richrath am Montag im Stadtrat an.

Die Fraktionen von CDU und SPD im Stadtrat Leverkusen unterstützen wie OpladenPlus, FDP und Pro NRW diese Strategie. Alle wollen den schnellen Bau der Brücke. Die Grünen fordern derweil weiter einen Rheinbrückenbau in der Größe der heutigen Rheinquerung. Die Fraktion Bürgerliste verlangt unverdrossen weiter eine lange Tunnellösung zwischen Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Niehl.

Zustimmung trotz umstrittenen Deponie-Eingriffs

Thomas Eimermacher (CDU-Fraktionsvorsitzender) betonte in der Ratssitzung am Montag, angesichts der maroden Rheinbrücke müsse jetzt gehandelt werden. "Wenn oben nichts läuft, läuft auch unten nichts mehr", sagte Eimermacher. Bedeutet: Müsse die A1-Brücke Leverkusen wegen Einsturzgefahr tatsächlich für alle Fahrzeuge gesperrt werden, dann werde auch der Rhein komplett gesperrt. Aus Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Leverkusen müsse auch die Leverkusener Politik dem Brückenbau zustimmen - trotz des heftig kritisierten Eingriffs in die Altlastendeponie.

Dieser Haltung schloss sich SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Ippolito an. Auch die SPD stehe zu der Verantwortung für die Stadt. "Wo sind auch die Alternativen?", fragte der Sozialdemokrat. "Wir brauchen möglichst schnell eine sichere Infrastruktur und Straßenerschließung von Leverkusen."

Grüne wollen weniger Spuren

Grünen-Fraktionschefin Roswitha Arnold warb für die Grünen-Forderung, die neue Brücke nur in der Größe der alten Querung plus Standspuren zu bauen. Zwölf Spuren seien einfach zu viel. Bürgerlisten-Fraktionssprecher Erhard Schoofs sieht weiter die Lösung in dem Bau eines langen Tunnels. Alternativ käme auch eine Sanierung der heutigen Brücke infrage. Nach Ansicht von Fachleuten sei es möglich, die einzelnen heutigen Brückenabschnitte gegen neue Fahrbahnen auszutauschen. Der jeweilige Tausch dauere bei guter Vorbereitung jeweils nur zwei bis drei Tage, behauptete Schoofs. Markus Pott (Opladen Plus) fasste seine Zustimmung zum Rheinbrückenbau so zusammen: "Lev muss leben - ohne Brücke geht es nicht!"