Leverkusen: Stadt: Ab 2018 wird Mikrofeinstaub erfasst

Leverkusen: Stadt: Ab 2018 wird Mikrofeinstaub erfasst

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz will in Leverkusen Messungen dazu starten.

Es gibt bereits seit Jahren wissenschaftliche Studien zu seiner schädlichen Auswirkung insbesondere auf die Gesundheit von Kindern. Doch gemessen worden ist die Belastung durch den gefährlichen Feinstaub PM2,5 in Leverkusen in der Vergangenheit noch nie.

An den beiden Leverkusener Messstationen des Landes NRW an der Manforter und der Gustav-Heinemann-Straße wurden bislang stets nur wesentlich ungefährlichere, gröbere Stäube erfasst - und das laut Ansicht von Experten auch noch in falscher Höhe und an der falschen Stelle.

Das soll sich nun ändern: In einer Mitteilung für den Rat, den Bürger- und Umweltausschuss, den Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Planen, den Finanz- und Rechtsausschuss sowie die Bezirksvertretungen I bis III hat die Stadt Leverkusen nun neue Messaktionen des Landes angekündigt.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand plane das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, mit den PM2,5-Messungen an der Station Gustav-Heinemann-Straße im Januar 2018 zu beginnen, heißt es in dem Lagebericht für die Politik: "Die Messungen werden auf den aufzustellenden Luftreinhalteplan Leverkusen keinen Einfluss haben - zumal mit dem vorgeschlagenen Maßnahmenkatalog zum Luftreinhalteplan nicht nur die Stickstoffdioxid- sondern auch die Feinstaubimmissionen reduziert werden sollen", wird dort argumentiert.

Der "Bericht zur Luftqualität in Leverkusen" enthält auch Aussagen zum groberen Feinstaub PM10. Er kommt zu dem Ergebnis: Die Grenzwerte werden "gemäß der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für PM10 von 40 ìg/m3 in den potentiell am stärksten belasteten Straßen von Leverkusen erheblich unterschritten".

Zum Stickstoffdioxid ist zu lesen, in zwei der untersuchten Abschnitte der Rathenau- und Gustav-Heinemann-Straße, "die aus lufthygienischer Sicht eine ungünstige Straßengeometrie aufweisen" seien Grenzwertüberschreitungen möglich. Der errechnete Wert gelte für den gesamten Abschnitt; im Falle Gustav-Heinemann-Straße weiche er aber nicht nur deswegen von dem punktuellen Messergebnis der benachbarten Landes-Luftmessstation (VLEG) ab.

Wörtlich heißt es weiter: "Zur Unterschätzung der Immissionslage durch IMMISluft führt hier offensichtlich der im Modell zu niedrig angesetzte Vorbelastungswert (VB), der die unmittelbare Nähe zur Bundesautobahn 3 außer Acht lässt."

Die für die übrigen Straßenabschnitte berechneten Werte seien allerdings so niedrig, "dass dort Grenzwertüberschreitungen - auch bei Berücksichtigung der Fehlerbreite - ausgeschlossen werden können."

Dies betreffe ebenso die Burscheider- und die Bergische Landstraße (Berliner Straße), die aufgrund der Staus auf der A1 neuerlich stärker frequentiert würden.

Die Orte der NO2-Grenzwertüberschreitung in Leverkusen beschränken sich dem Bericht zufolge also auf wenige Straßenabschnitte, Straßenschluchten oder sonstige Bereiche, "die im Einflussbereich der Autobahn liegen".

(RP)