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Staatssekretärin Andrea Milz auf Ehrenamtstour in Leverkusen

Andrea Milz in Leverkusen : Staatssekretärin auf Ehrenamtstour

Andrea Milz war auf Tuchfühlung mit der Lupe, dem Sportinternat, dem Sportbund und dem Paralympischen Trainingsstützpunkt.

Wie begeistert man jüngere Leute fürs Ehrenamt? Die Frage stellen sich die Freiwilligen in der Ehrenamtsbörse Lupe permanent. Um diese Gruppe zu erreichen, sei der Schritt in die Sozialen Netzwerke ganz wichtig gewesen, denn ein Drittel der Neuzugänge kam 2018 über Facebook. „Eigentlich müssten Twitter und Instagram folgen“, sagt Vorsitzende Monika Berger-Lohr. Allerdings mangelt es an Ehrenamtlern mit entsprechender Qualifikation und an Geld für eine professionelle Betreuung. Andrea Milz nickt.

Als NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt kennt sie das Problem, das ihr in jeder Stadt zuerst genannt wird. Sie reist seit Monaten quer durchs Land, um Bausteine für den „Engagement-Prozess“ zu sammeln, die in ein Konzept fließen sollen, über das der Landtag im Frühjahr 2020 beraten und abstimmen soll. Nach Ratingen und Königswinter war Leverkusen am Mittwoch die dritte Station in dieser Woche. Hier besuchte sie die Lupe, wo Ehrenamtliche die passgenaue Vermittlung von Freiwilligen übernehmen.

Eine bessere digitale Vernetzung stellte Andrea Milz immerhin in Aussicht: „Wir überlegen derzeit, ob wir vom Land eine Plattform schaffen, die alle ehrenamtlichen Gruppierungen nutzen können.“ Aber es gibt viele andere Punkte auf ihrer Sammelliste. Etwa ein Kommunaler Kümmerer als direkter Ansprechpartner, Fortbildungen und mehr Sicherheit in Haftungs- und Risikofragen für Vorstände (Stichwort Steuern oder Datenschutzverordnung). Die Landesregierung will mit relevanten Akteuren bürgerschaftliches Engagement in NRW stärken. „Unsere Gesellschaft wäre doch eine andere, wenn es das Ehrenamt nicht gäbe“, sagt Milz. Das betrifft auch den Sport, den sie auch in Leverkusen besuchte. Am Vormittag informierte sie sich über die Aktivitäten des Sportbundes, die ohne die unbezahlte Arbeit vieler engagierter Bürger nicht denkbar wären. Selbst beim professionell organisierten Sportinternat von Bayer 04, das in Zusammenarbeit mit dem Landrat-Lucas-Gymnasium (Eliteschule des Sports) und einigen anderen Schulen eine duale Ausbildung von Leistungssportlern anbietet, oder der Paralympische Trainingsstützpunkt kommen ohne Ehrenamtliche nicht aus.

Beide besuchte die Staatssekretärin am Nachmittag und ließ sich  von Internats-Leistungssportlern informieren. Verantwortliche Steffi Nerius wies auf bauliche Missstände hin, die man mit Geld aus dem 300-Millionen-Programm für Sportförderung beseitigen will.