Leverkusen: Staatsschutz nennt Details zu geplantem Beisicht-Attentat

Leverkusen: Staatsschutz nennt Details zu geplantem Beisicht-Attentat

Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der verhinderte Mordplan gegen den Pro-NRW-Chef aus dem Ausland kam.

Der verhinderte Mordanschlag auf den Vorsitzenden der rechtspopulistischen Pro NRW, Markus Beisicht, im Frühjahr wurde nach Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden von Pakistan aus geplant. Das teilte gestern ein Mitarbeiter des polizeilichen Staatsschutzes als Zeuge in einem der sogenannten Salafisten-Prozesse mit, die zurzeit in Solingen laufen. Vor dem Solinger Amtsgericht angeklagt waren zwei Männer (20, 34) aus Bonn und Hamburg. Ihnen wurde vorgeworfen, Anfang Mai 2012 zunächst in Solingen und kurz darauf in Bonn an gewalttätigen Demonstrationen von Salafisten teilgenommen zu haben. Die Kundgebungen der radikalen Muslime eskalierten, als Pro-NRW-Mitglieder Mohammed-Karikaturen zeigten. Seinerzeit wurden mehrere Polizisten zum Teil schwer verletzt.

Offenbar reichte dies den Rädelsführern der Salafisten aber nicht. Nach den Demos kam es in der international agierenden Szene zu einer weiteren Radikalisierung. "Aus Pakistan erging die Anweisung, Pro-NRW-Mitglieder auszuspionieren und zu ermorden", sagte der Staatsschutz-Beamte gestern in Solingen vor Gericht. Auch die führenden Köpfe der deutschen Salafistenszene waren demnach eingeweiht.

Im März 2013 gelang es der Polizei erst in sprichwörtlich letzter Sekunde, zwei Männer festzunehmen, die sich bereits auf dem Weg zum Wohnhaus von Pro-NRW-Chef Beisicht in Leverkusen befanden. Beisicht war auf der Kundgebung seiner Partei im Mai vergangenen Jahres in Solingen anwesend, in deren Folge es zu den schweren Ausschreitungen der Salafisten kam. Nach dem verhinderten Attentat auf Beisicht setzte unter den Salafisten kein Umdenken ein. Einer der Angeklagten sagte gestern, nach islamischem Recht stehe auf das Zeigen von Mohammed-Karikaturen die Todesstrafe.

Der Hamburger wurde wegen des Werfens von Steinen zu einem Jahr und drei Monaten ohne Bewährung verurteilt.

(RP)
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