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Staatsanwalt beantragt vier Jahre und sechs Monate wegen Nötigung und Körperverletzung

Nötigung und Körperverletzung : Raub: Staatsanwalt beantragt viereinhalb Jahre Haft

Zwischen dem Antrag des Staatsanwaltes auf Verhängung einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten sowie der Empfehlung des Verteidigers auf Freispruch kann die 14. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts entscheiden.

In der Anklage gegen einen 26-jährigen Leverkusener ist von schwerer Körperverletzung, versuchtem Raub und Nötigung die Rede. Im Laufe des Prozesses deutete das Gericht  sogar an, dass womöglich die Wertung einer Geiselname in Betracht komme.

Im Oktober 2015 hat sich ein Mann mit einer Pistole auf der Scharnhorststraße in Manfort  eine Person gesucht und wollte seinem Auskunftsverlangen mit der Waffe  Nachdruck verleihen. Dabei hat er sie eingesetzt,  indem er dem Angesprochenen einen Schlag versetzte. Zwei Brüder wollte er zu Angaben zwingen, indem er einem die Pistole in den Mund steckte.

All das sah der Staatsanwalt in seinem Plädoyer als erwiesen an, wobei die Aussagen von Zeugen kein einheitliches Bild ergaben. Aber die gefundenen DNA-Spuren auf der in einem Gebüsch von der Polizei gefundenen Waffe sprechen nicht für den Angeklagten. Auch nicht seine Vorstrafen. 14 Einträge im Bundeszentralregister, die von schweren und gewerbsmäßigen Diebstählen über Körperverletzungen, von Drogen bis Nötigungen reichten. Alles vorbei, wollte der Angeklagte in seinem Schlusswort versichern, seit 2015 führe er ein völlig anderes Leben mit einer neuen Lebensgefährtin und drei Kindern. Außerdem gehe er einer Arbeit nach.

Die Verteidigung begründete ihre Forderung nach einem Freispruch mit der ihrer Meinung nach mangelnden Beweislage. Vor allem das Verhalten des Angeklagten nach der Tat spreche gegen jegliche Logik:  Warum soll er abseits gestanden, das Geschehen beobachtet und nach Eintreffen der Polizei nicht weggelaufen sein?

Der Prozess fand mehr als drei Jahre nach dem Vorfall statt. Einige Zeugen, die möglicherweise nicht gegen den Angeklagten aussagen wollten, konnten sich so auf mangelnde Erinnerung berufen. Die beiden Belastungszeugen dagegen begründeten ihre Aussagen damit, dass man solche Ereignisse nicht so schnell vergesse.

Als der letzte geladene Zeuge den Angeklagten im Gerichtssaal „hundertprozentig“ erkannt hatte, machte dieser laut seinem Unmut Luft. Nur ein schnelles Eingreifen des Richters konnte ihn zur Räson  bringen. Das Urteil soll am 12. April verkündet werden.