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Fußball: Zwangsabstieg droht: VfL hat keinen Plan B

Fußball : Zwangsabstieg droht: VfL hat keinen Plan B

Landesligist VfL Leverkusen sieht dem Urteil des Verbandes zwar weiter zuversichtlich entgegen, macht sich aber Sorgen ums eigene Image.

Die Sonne über der Sportschule in Hennef war längst untergegangen, als Giuseppe Brunetto mit einem für ihn düsteren Strafmaß konfrontiert wurde. Ein Jahr soll er sein Amt als Trainer des VfL Leverkusen nicht ausüben dürfen. So lautete unter anderem die Forderung von Staffelleiter Norbert Toporowsky. Sichtlich beeindruckt, sprachlos, mit starrem, leerem Blick nahm Brunetto dies zur Kenntnis.

Es sind keine leichten Tage für ihn. Erwarb er gerade die Trainer-B-Lizenz in Hennef, wurde dort vor der Verbandsspruchkammer des Fußballverbands Mittelrhein parallel über ein Job-Verbot gegen ihn verhandelt. Der Vorwurf: Er und sein Kollege Wolfgang Schlösser vom VfL Rheinbach sollen das Ergebnis (0:0) der gemeinsamen Landesliga-Partie vorab abgesprochen haben. Noch möchte sich Brunetto nicht dazu äußern, sondern "erst wenn das Urteil da ist". Damit ist in den nächsten Wochen zu rechnen.

Geht es nach Toporowsky sollen neben Brunetto alle beteiligten Spieler für drei Monate gesperrt und beide Teams in die Bezirksliga strafversetzt werden. Dann blieben der SV Schlebusch und der SV Deutz in der Landesliga.

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Sollte es so kommen, hat der VfL keinen Plan B. "Wir machen uns zwar darüber Gedanken. Aber die sind noch nicht gefestigt", sagte Bernd Kuhn, Vorsitzender des VfL Leverkusen. Sorge bereite ihm, dass vom Manipulationsvorwurf etwas am VfL hängen bleibe — auch mit Blick auf Sponsoren: "Es besteht die Möglichkeit, dass es Probleme für das Image des Vereins gibt. Das hängt vom Urteil ab. Wir gehen aber weiter davon aus, dass die Entscheidung zu unseren Gunsten ausfällt."

Indes gingen die Interpretationen des Gehörten nach der zweiten nächtlichen Sitzung am Dienstagabend meilenweit auseinander. Während die Forderungen von Verbandsvertreter Toporowsky klangen wie eine Höchststrafe, forderten die Vertreter Rheinbachs und Leverkusens Freispruch. Ein Teilnehmer des SV Deutz meinte dagegen: "Es gibt so viele Widersprüche. Ich weiß nicht, was ich glauben soll." Es war eine Zusammenfassung von zehn Stunden Beweisaufnahme, die eine diffuse Gemengelage zutage gefördert und beide Seiten mit Argumenten versorgt hatte.

Klar ist, dass Brunetto kurz vor Anpfiff zur Kabine der Gastgeber kam. Er habe seinen guten Bekannten Schlösser begrüßen wollen, lautete die Begründung. Während einige Spieler Rheinbachs sich an nichts erinnern konnten, berichteten Mitspieler von einer Ansprache Brunettos an sie. Zudem wurden drei Spieler kurz vor Anpfiff vom Spielbericht gestrichen — zwei davon aus Leverkusen. Brunetto: "Sie hatten ihre Stollenschuhe vergessen."

Kuhn und Co. verweisen derweil darauf, dass ein Remis keinem der beiden Abstiegskandidaten genutzt hätte und dass Leverkusen kurz vor Ende der Partie einen Lattentreffer verbuchte. Ohnehin steckt für sie hinter den Anschuldigungen der Ex-Präsident des VfL Rheinbach. Im Zuge eines "Rachefeldzuges" (Kuhn) habe der die Angelegenheit losgetreten, indem er die Abmeldung eines Rheinbacher Spielers ausgefüllt, in der Begründung das Wort "Betrug" angegeben und an den TuS Oberpleis geschickt habe, der daraufhin Einspruch erhob.

(RP/ac)