Handball Zapf führt Elfen ins Endspiel

Bayers Junioren-Nationalspielerin Marlene Zapf erzielte neun Treffer beim 35:25 im Halbfinal-Rückspiel gegen Oldenburg. Im Finale wartet auf die Elfen in Titelverteidiger HC Leipzig der Gegner aus dem 2009er Endspiel.

Die Bayer-Elfen spielen sich ins Endspiel
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Marlene Zapf war überhaupt nicht mehr zu bremsen. Die 20-jährige Junioren-Nationalspielerin in Diensten der Handballerinnen von Bayer 04 feuerte, zunächst auf Rechtsaußen, dann aus dem Rückraum und aus allen Lagen. Sie sorgte nahezu im Alleingang dafür, dass sich die Elfen weiter und weiter absetzten vom VfL Oldenburg und überaus ungefährdet ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzogen. Stolze acht ihrer neun Treffer erzielte Zapf beim 35:25 (17:13) im zweiten Durchgang und zeichnete damit für über 44 Prozent der Bayer-Tore nach der Pause verantwortlich. "Unglaublich, wie sie aufgedreht hat. Da waren ein paar richtige Klasse-Treffer dabei", schwärmte Trainerin Renate Wolf. Die Gelobte selbst strahlte nach dem Schlusspfiff ohne Unterlass. "Wir freuen uns auf das Finale. Und ich habe große Hoffnung, dass wir Leipzig schlagen können", kommentierte sie die Nachricht, im Endspiel auf den HCL zu treffen.

"Bayer hat eine tolle Mannschaft"

Obwohl einige Spielerinnen drei Tage mit einem grippalen Infekt das Bett hüten mussten, fackelten die Elfen gegen Oldenburg ein regelrechtes Offensiv-Feuerwerk ab. Nach leichten Abwehrschwächen im ersten Durchgang passte nach dem Seitenwechsel auch das Gesamtpaket, und das bekam der VfL schmerzlich zu spüren. Bis zum 11:11 noch auf Augenhöhe, geriet das von einer stattlichen Anzahl Anhänger unterstützte Team aus Norddeutschland vor auch insgesamt ordentlicher Kulisse böse unter die Räder. "Bayer hat eine tolle Mannschaft, eine tolle Atmosphäre in der Halle und steht völlig zu Recht im Finale", sagte VfL-Coach Leszek Krowicki.

Der Erfolg am Muttertag hatte bei aller Freude über die bislang herausragendste Leistung von Marlene Zapf einige weitere Mütter. Schon in der Schlussphase des ersten Durchgangs drehte Keeperin Clara Woltering auf und parierte zu Beginn der zweiten 30 Minuten einige so genannte Hundertprozentige des VfL — darunter auch zwei Gegenstöße. Sie zeigte sich stets auf dem Posten, ehe sie nach einem Kopftreffer aus der Partie genommen wurde. Und auch Heike Ahlgrimm, mit 34 Jahren die "Alterspräsidentin" im Team (fünf Tore), und Routinier Denisa Glankovicova (31 Jahre, sieben Treffer) bestätigten die glänzende Form der vergangenen Wochen.

Zehn Treffer Vorsprung durften auch als Botschaft verstanden werden an den Titelverteidiger und Finalgegner Leipzig, der sich gegen Blomberg ebenfalls souverän durchsetzte. Nach dem Muttertags-Erfolg geht es für die Elfen nun am nächsten Feiertag weiter. Donnerstag, Vatertag, ist der HCL um 16 Uhr zu Gast in der Smidt-Arena.

(RP)