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Lokalsport: Wolf will lieber nicht über Europa sprechen

Lokalsport : Wolf will lieber nicht über Europa sprechen

Vor dem Spiel in Göppingen mahnt die Trainerin und Managerin der Bundesliga-Handballerinnen, sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Die hält einen Zugang bereit: Torfrau Nele Kurzke verstärkt die Elfen.

Renate Wolf pflegt das klare Wort. Abgedroschene Phrasen gibt es von ihr nicht zu hören. Darum leitete die Trainerin von Bayers Fußballerinnen ihre Antwort auf die Frage nach einer möglichen Europapokal-Qualifikation mit einer Entschuldigung ein. Sie bat um Pardon für den häufig gehörten Satz "Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken". Aber sie lieferte auch eine Erklärung, warum diese scheinbare Platitüde bei den Elfen vor der Partie morgen Abend (19 Uhr) in Göppingen auf die Tagesordnung gehört. "Immer, wenn wir uns bisher in dieser Saison intensiv mit den Hoffnungen auf das internationale Geschäft befasst haben, folgte danach ein richtig schlechtes Spiel."

Und eine schwache Leistung können sich die Leverkusenerinnen im Endspurt der Saison nicht erlauben, wenn es mit Europa noch was werden soll. Zudem dürfte die Aufgabe in Göppingen Wolfs Schützlingen viel abverlangen. "Das wird ein richtig schweres Spiel", warnt die Trainerin. Und das hat viel mit Göppingens Stärken und Bayers Schwächen zu tun. Mit ihrer offensiven Verteidigung stellt Frisch Auf viele Angriffsreihen in der Liga vor eine Herausforderung. Das in Verbindung mit den Schwächen im durch die Ausfälle von Jennifer Rode, Anouk van de Wiel und Marija Gedroit oft etwas limitierten Offensivspiel der Rheinländerinnen ergibt eine knifflige Ausgangslage.

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Wenn es den Leverkusenerinnen allerdings gelingt, den Willen und das starke Flügelspiel vom Sieg gegen Metzingen erneut in die Wagschale zu werfen, haben sie gute Karten, ihre beeindruckende Serie auch am Fuß der Schwäbischen Alb fortzusetzen.

Unabhängig von der Frage, ob ab dem Sommer Handball-Europapokalspiele wieder zu den regelmäßigen Terminen am Rhein gehören, laufen die Planungen für die neue Spielzeit bereits auf Hochtouren. Nun konnte Wolf den nächsten wichtigen Baustein für den Elfen-Jahrgang 2018/2019 bekanntgeben: Vom HC Rödertal wechselt Nele Kurzke zu Bayer 04. Die 27-jährige Keeperin, die schon für die Nationalmannschaft nominiert wurde, spielte bis 2018 wie Kramarczyk für den HC Leipzig und verließ den Klub nach dessen Insolvenz und Abstieg. "Nele verfügt über ein enormes Potenzial und hat dies schon auf internationaler Bühne in der Champions-League unter Beweis gestellt. Wir verfolgen ihre Entwicklung seit Jahren und sind froh, dass sie unser Gesamtpaket überzeugt hat", betonte die Chef-Elfe, die sich ab Sommer "nur" noch um das Management der Elfen kümmern wird.

Kurzkes Verpflichtung ist die Reaktion darauf, dass Kramarczyk sich trotz einer Leverkusener Charmeoffensive nicht davon abbringen ließ, im Sommer ihre Karriere zu beenden. Dafür hat sie ihre Nachfolgerin und einstige Teamkollegin persönlich empfohlen. "In der momentanen Form kann niemand Katja eins zu eins ersetzen, denn sie ist für mich aktuell die beste Torfrau in der Liga. Aber mit Nele bekommen wir eine richtig gute Keeperin, an der wir viel Freude haben werden", ist sie überzeugt.

Zunächst ist aber Kramarczyk gefragt. Ihr Job ist es, morgen Göppingens Spielerinnen ebenso verzweifeln zu lassen wie am vergangenen Sonntag die des TuS Metzingen.

(kre)