Handball : Von Souveränität keine Spur

Die Leverkusener Bundesliga-Handballerinnen tun sich im Heimspiel gegen den punktlosen Aufsteiger SVG Celle unerwartet schwer. "Das war alles andere als souverän und im Gegenteil sogar etwas glücklich", kommentiert Leverkusens Trainerin Renate Wolf das 27:23.

Souverän? Dieses Adjektiv – von ihrem Pendant auf der Trainerbank, Martin Kahle, ins Spiel gebracht – mochte Renate Wolf so auf keinen Fall stehenlassen. Die Trainerin von Bayers Handballerinnen widersprach darum energisch. Den 27:23-Erfolg gegen den noch punktlosen Aufsteiger SVG Celle empfand sie wie dessen Übungsleiter als "hart umkämpft". "Aber das war alles andere als souverän und im Gegenteil sogar etwas glücklich", verwahrte Wolf sich gegen eine zu positive Betrachtung des Geleisteten.

Zum Beleg verwies sie auf jene Phase der Partie kurz vor dem Ende, in der Celle mehrfach bis auf zwei Treffer herankam. Enger wurde es da nur deshalb nicht, weil die Gäste jeweils entweder das Tor verfehlten, am Pfosten oder der trotz einer Erkrankung unter der Woche hervorragend aufgelegten Valentyna Salamakha scheiterten. Die Hereinnahme der aserbaidschanischen Keeperin hatte bereits zu Beginn der Partie der ersten richtig guten Phase des frechen Liganeulings (er führte zwischenzeitlich mit 6:4) ein Ende bereitet. Ihre Leistung gehörte damit zu den angenehmen Aspekten einer Begegnung mit Licht und Schatten. Positiv aufgefallen sind auch drei weitere Elfen. Nadine Krause machte als treffsichere Antreiberin (acht Tore) mit viel Übersicht endgültig die Sorgen zunichte, sie könne nach der WM (wie früher häufiger nach Turnieren) in ein Formloch fallen.

Glankovicova mit Zug zum Kreis

Zudem scheint Marlene Zapf nach einer Hinrunde, in der sie selten beschwerdefrei zu spielen vermochte, wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte zu sein. Und Denisa Glankovicova zeigte endlich einmal Zug zum Kreis und brach mehrfach durch. Weniger gut gefielen: die Leistung von Elisabeth Garcia Almendaris und Larissa van Dorst, Laura Steinbachs erste Hälfte (deutlich besser nach der Pause), mehrere vergebene freie Würfe, schlampig gespielte Gegenstöße und mehrere taktische Undiszipliniertheiten.

Bayer: Van Dorst (bis 9.), Salamakha (ab 9.), Hagel (bei einem Siebenmeter) – Zapf (6/2), Egger (4), Hambitzer (nicht eingesetzt), E. Garcia Almendaris, Kinlend (n.e.), Bovenberg, Glankovicova (4), Krause (8/2), Naidzinavicius, Steinbach (5), Jochin.

Das nächste Ligaspiel bestreiten die Elfen am Mittwoch in Trier.

(kre)
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