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Fußball: Vogelwild und viel zu grün: VfL verliert gegen Bad Honnef

Fußball : Vogelwild und viel zu grün: VfL verliert gegen Bad Honnef

Der Landesligist unterliegt mit 3:4. In der Bezirksliga feiert der SV Schlebusch ein Schützenfest.

Landesliga: VfL Leverkusen — FV Bad Honnef 3:4 (2:3). Der Schock kam schon beim Aufwärmen: Justin Stauner, der für den kranken Andreas Kath ins Tor rücken sollte, verletzte sich am Knie, so dass der 51-jährige Routinier Peter Neiseke ins Tor musste. "Er konnte aber nichts dafür, dass wir hinten wie vorne vogelwild agiert haben", sagte Trainer Giuseppe Brunetto, der den frühen Rückstand durch den Ex-VfL'ler Daniel Werken in die Kategorie "absoluter Tiefschlaf in der Defensive" einordnete. Zehn Minuten später war die Welt fast wieder in Ordnung, da Nhu-Phan Nguyen mit einem Doppelpack die Führung besorgte (17./21. Foulelfmeter), aber nur fast: Gleich zweimal lief Nguyen danach allein auf das Bad Honnefer Tor zu, vergab aber fahrlässig. "Machen wir das dritte Tor, ist der Drops gelutscht. So aber sind wir viel zu grün und bringen uns selbst um den Erfolg", dachte sich nicht nur Brunetto. Zwei Unachtsamkeiten später (37./43.), die eiskalt vom Torjäger Millitürk mit Gegentoren bestraft wurden — und der VfL lag zur Pause unnötig zurück.

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Knapp zehn Minuten nach der Pause war die VfL-Abwehr erneut nicht im Bilde, und es hieß 2:4. "Aufgegeben haben wir aber nicht, das ist einer der wenigen positiven Aspekte", meinte Brunetto, der fast im Gegenzug Ngyuens dritten Hieb zum 3:4 bejubeln durfte. In der letzten halben Stunde versuchte der VfL alles, Marcel Wandinger und Co. hatten noch einige Möglichkeiten zum eigentlich verdienten Punkt. "Uns hat da die letzte Konsequenz, die absolute Zielstrebigkeit jedoch gefehlt. Das werfe ich meinen Jungs vor", sagte Brunetto abschließend.

Bezirksliga: SV Schlebusch — SSV Bergneustadt 9:0 (5:0). Nach vier Minuten war die Partie des Ersten gegen den Letzten eigentlich schon entschieden. "Wir haben direkt Dampf gemacht und durch die frühen Tore klar gemacht, dass wir die drei Punkte wollen", berichtete Trainer Stefan Müller, der sich fast noch gar nicht gesetzt hatte, da stand es durch Tore von Niklas Schilling (77 Sekunden) und Denis Labusga (200 Sekunden) schon 2:0. "Danach haben wir souverän unseren Stiefel runtergespielt und den Gegner klar beherrscht", sagte Müller, der sich zudem über die Punktverluste der direkten Verfolger freute. "Eine fast perfekte Woche war das mit einem tollen Ende", sagte der Coach. Kapitän Tim Breddemann (16.) und ein Doppelpack von Neuzugang Serkan Özkan beim Startelf-Debüt (38./42.) besorgten den hochverdienten Halbzeitstand. "Nach der Pause haben wir nicht mehr so viel Gas gegeben, aber das war auch nicht nötig", erklärte Müller, der sich dennoch über zwei weitere Özkan-Tore (51./83.), einen Treffer von Marvin Mayer (48.) und ein Eigentor (78.) freute.

FC Leverkusen — VfR Wipperfürth 1:1 (0:0). So ein wenig auf der Stelle treten im Moment die Fußballer des FC Leverkusen, die Mannschaft von Trainer Marcus Feinbier kam gestern Nachmittag nicht über ein mageres Unentschieden gegen den Tabellenachten aus Wipperfürth hinaus. Zum dritten Mal nacheinander wurden nun die Punkte geteilt, der anvisierte Ansturm in Richtung Tabellenspitze bleibt somit vorerst aus. "Wir verfügen im Moment nicht über die nötige Durchschlagskraft im Angriff. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen, dass wir die spielerischen Vorteile nicht ins Ergebnis übertragen bekommen", sagte Feinbier. Von Beginn an beschränkten sich die Gäste fast ausschließlich aufs Verteidigen, stellten sich weit in die eigene Hälfte. Goran Stojanovic (20.) und Kevin Luginger (28.) sorgten mit ihren Aktionen für die besten Möglichkeiten auf den Führungstreffer. Es dauerte bis zur 66. Minute, bis Ayhan Atar das 1:0 erzielte. Doch diesen Vorsprung konnten die ansonsten sicher in der Verteidigung stehenden Leverkusener nur neun Minuten transportieren. Nach einer Eckballserie gelang es dem VfR im dritten Versuch, den Ball aus nächster Nähe im Kasten der Platzherren unterzubringen. "Wir treten aktuell leider nicht so stark auf wie zum Ende der Hinrunde", meinte Feinbier.

SC West Köln — Bergfried Leverkusen 1:2 (0:0). Einen ganz wichtigen Erfolg feierte die Mannschaft von Trainer Karl Slickers, konnte mit dem knappen 2:1-Erfolg im Kellerduell mit den Kölnern sogar die Plätze tauschen und schöpft durch diesen wichtigen Dreier neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. "Das war enorm wichtig für uns. Dieses Ergebnis sollte uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben", sagte der Coach. In der 55. Minute kassierten die Gäste mit dem 0:1-Rückstand eine kalte Dusche, doch davon unbeeindruckt sorgte Stefan Haberland nur 180 Sekunden später für den 1:1-Ausgleich. Mitte der zweiten Halbzeit schwächten sich die Platzherren mit einer Gelb-Roten Karte selber, fünf Minuten vor dem Abpfiff war es Kai Holtorff, der die Leverkusener mit seinem Siegtreffer zu großen Jubelarien bewegte. Torhüter Sascha Mondorf musste gerade in Halbzeit eins einige Male in höchster Not zupacken, Pech hatte Bergfried bei einem Pfostentreffer von Sascha Künzel (5.). Patrick Schneider vergab nach einer Viertelstunde einen vielversprechenden Alleingang. "In Anbetracht dieser Chancen geht der Sieg für uns in Ordnung", sagte Slickers.

(RP)