Basketball Unter neuen Körben

Kurze Wege in Osnabrück, Verletzungspech in Paderborn, gelungener Einstand in Gonzaga und militärischer Drill in Delafield – die RP hat nachgefragt, wie es den Abgängen der Giants-Basketballer seit Sommer ergangen ist.

Kurze Wege in Osnabrück, Verletzungspech in Paderborn, gelungener Einstand in Gonzaga und militärischer Drill in Delafield — die RP hat nachgefragt, wie es den Abgängen der Giants-Basketballer seit Sommer ergangen ist.

Als Mathis Mönninghoff am 12. November seine ersten 16 Pflichtspielminuten im Dress der Gonzaga Bulldogs absolviert hatte, war sein für US-Amerikaner schwierig auszusprechender Nachname vielen der 6000 Zuschauer im ausverkauften McCarthey Athletic Center über die Lippen gegangen. Vier von vier Dreipunktwürfen hatte der 18-jährige Neuzugang aus Leverkusen beim 117:72 über die Southern University getroffen.

"Für solche Aktionen haben wir ihn geholt", sagte Gonzagas Cheftrainer Mark Few nachher. Teamcaptain Steven Gray formulierte es etwas euphorischer: "Zu sehen, wie er in seinem ersten Spiel aufs Feld kommt und mit großem Selbstbewusstsein er Würfe nimmt, lässt sich sehr gut an."

Mönninghoff selbst fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat im US-Bundesstaat Washington, auch wenn er zugibt, dass die Kombination aus Basketball und Lernstress ihn bislang von allzu viel Sightseeing abgehalten habe. In den ersten sechs Partien kam Mönninghoff im Schnitt auf 18,8 Minuten und 7,2 Punkte. Am 4. Spieltag fand er sich erstmals in der Starting Five wieder.

Ebenfalls sein Glück in USA sucht seit dieser Saison Bayers früherer NBBL-Spieler Martin Breunig. An der St. John's Northwestern Military Academy in Delafield/Wisconsin, einem so genannten Pre-College, spielt der 18-Jährige im Post-Graduate-Team — Eingewöhnungsprobleme inklusive.

"Es war am Anfang schwer, sich an Sprache, Wohnsituation und Essen zu gewöhnen", sagt Breunig. Auch Marschieren zu lernen sei eine Umstellung gewesen. Sein Trainer Bryan Clayton sagt über Breunig: "Er ist definitiv einer unserer talentiertesten Spieler." Breunig selbst schaut an jedem Wochenende auf die Ergebnisse der Giants. "Ich bin stolz auf meinen früheren Mitspieler Till Jönke, der eine gute Saison spielt."

Nicht jenseits des Atlantiks, sondern in Niedersachsen hat derweil Tom Spöler einen hervorragenden Einstieg in seine erste ProA-Saison gefeiert. Mit durchschnittlich 11,6 Punkten ist er drittbester Werfer beim Tabellendritten und kommt pro Partie auf 24:16 Minuten Spielzeit. "Die Liga ist deutlich stärker und härter als die ProB", sagt Spöler.

Es werde momentan ja auch von der stärksten 2. Liga aller Zeiten geredet. Eingelebt in der 160 000-Einwohner-Stadt an der Hase hat sich der 22-Jährige auch schon. "Osnabrück ist eine sehr schöne Stadt. Von meiner Wohnung sind es nur 15 Minuten ins Zentrum und nur fünf zur Halle." Kontakt zu ehemaligen Mitspielern bei den Giants bestehe noch regelmäßig, sagt Spöler.

Rund 120 Kilometer entfernt befindet sich Zwillingsbruder Ben Spöler, der ebenfalls in die ProA gewechselt ist und sich den Paderborn Baskets angeschlossen hat. "Turbulent" trifft wohl am besten als Beschreibung seiner ersten Wochen in Ostwestfalen zu. Mit einem Innenbandriss im Knie fiel er für drei Partien aus, der Coach des Tabellen-12. wurde wegen Erfolglosigkeit getauscht, aber inzwischen haben das Team wie Spöler nach drei Siegen in Folge Positives zu berichten.

"Am Anfang war es etwas holprig, gerade auch wegen der Verletzung, aber zuletzt konnte ich mit guten Leistungen überzeugen", sagt Spöler. 6,0 Punkte und 18:27 Minuten lauten die Durchschnittswerte seiner bislang acht Auftritte.

(RP)
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