Lokalsport : Über Oldenburg nach Europa

Für Bayers Bundesliga-Handballerinnen geht es morgen auch darum, die bisher starke Rückrunde mit einem weiteren Sieg zu veredeln. Die Punkte wären im Kampf um einen Platz im Europapokal von vorentscheidender Bedeutung.

Fast scheint es, als seien Bayers Handballerinnen dem Spitznamen und der dazu passenden Figur auf dem Trikot gemäß Flügel gewachsen. Denn die Elfen von Trainerin Renate Wolf fliegen geradezu durch die Bundesliga-Rückrunde. 14:2 Punkte lautet die stolze Bilanz in den Rückspielen bisher. Nur der klare Tabellenführer und große Meisterschaftsfavorit Thüringer HC war erfolgreicher.

Das nährt die Hoffnungen auf eine Qualifikation für den Europacup. Da aber sechs Teams um die Plätze drei und vier streiten, dürfen sich die Leverkusenerinnen im Endspurt möglichst keinen Ausrutscher erlauben - erst recht nicht gegen vermeintlich leichtere Gegner wie den VfL Oldenburg, der morgen ab 16 Uhr zu Gast in der Ostermann-Arena ist. Wolf legt großen Wert darauf, auch diesen Gegner nicht zu unterschätzen. "Wir müssen weiter hart arbeiten und jedes Spieln voll fokussiert angehen", betont sie und ruht sich nicht darauf aus, dass Gästetrainer Niel Bötel ihre Schützlinge in höchsten Tönen preist. "Das wird sehr schwer für uns", betont dieser und verweist zurecht auf die "beste Abwehr der Liga", die im Schnitt nur 23 Gegentore pro Spiel zulässt.

Ein leichter Einspruch ist bei seiner Einschätzung der Elfen-Offensive nötig. "Im Angriff spielen sie sehr geduldig und es gibt kaum frühe Würfe", sagt der VfL-Coach, was jedoch längst nicht für alle Partien zutrifft. Hier wird es auch morgen darauf ankommen, konzentriert und möglichst fehlerfrei zu spielen - zumal Bötel den Plan hat, die Elfen "zu schnellen Abschlüssen zu zwingen und die gut funktionierende Achse zwischen Rückraum und Kreis zu stören".

So wie Bayer 04, dem unter anderem Nationalspielerin Jennifer Rode fehlt, müssen auch die Oldenburgerinnen auf mehrere Spielerinnen verzichten. Isabelle Jongenelen und Madita Kohorst fallen für die morgige Partie sicher aus. Fraglich ist zudem der Einsatz von Malene Staal.

Während die personelle Situation dem VfL insbesondere im Angriff merklich zu schaffen macht, kompensieren die Leverkusenerinnen die namhaften Ausfälle in aller Regel mit Zusammenhalt und Kampfgeist. Beides werden sie auch morgen brauchen. Denn alles andere als ein Sieg würde die Hoffnungen auf internationale Spiele in der kommenden Saison schmälern. Um sich sicher für Europa zu qualifizieren, müssen die Elfen wenigstens Vierter werden. Platz fünf reicht wohl nur, wenn der Zweite Bietigheim den DHB-Pokal holt. Die übrigen Teilnehmer am finalen Viererturnier stehen in der Tabelle klar hinter Bayer.

Wolfs Team belegt zurzeit Platz sechs, könnte aber mit einem Sieg im Nachholspiel in Bad Wildungen bis auf den vierten Rang vorrücken. "Wir haben es selbst in der Hand, unser Saisonziel zu erreichen", betont die Trainerin - und diesem Ziel gilt es, nun ein weiteres Mal gerecht zu werden.

(kre)
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