Uebachs später Kopfball krönt die Aufholjagd von Bayers Fußballerinnen

Später Ausgleich beim Niederrhein-Duell : Uebachs später Kopfball krönt Bayers Aufholjagd

Nach dem zwischenzeitlichen 1:4 sah alles nach einer Niederlage für Bayers Fußballerinnen aus, doch dann folgte eine bemerkenswerte Energieleistung des Teams von Trainerin Verena Hagedorn.

Die Nachspielzeit im Mönchengladbacher Grenzlandstadion lief bereits, da kam der große Moment von Lena Uebach. Die junge Angreiferin setzte sich bei einer Flanke in den Strafraum geschickt vor ihre Gegenspielerin und köpfte den Ball mittig ins Tor. Dieser Treffer zum 4:4-Ausgleich für Bayers Fußballerinnen ließ niemanden kalt. Die Leverkusenerinnen waren glücklich und erleichtert vom erfolgreichen Abschluss einer furiosen Aufholjagd. Bei der heimischen Borussia und ihren Anhängern sorgte Uebachs später Coup dagegen naturgemäß für tiefe Enttäuschung.

„Kompliment an meine Mannschaft dafür, wie sie sich zusammengerissen hat. Das war eine wirklich starke Moral und ein ganz tolles Zeichen“, befand Bayer-Coach Verena Hagedorn. Ihr Team machte nicht nur einen 0:3-Rückstand durch Treffer von Vanessa Wahlen (9.), Alina Busshoven (29.) und Valentina Oppedisano (62.) wett. Alle Hoffnung nach dem ersten Tor der Gäste (Elisabeth Mayr in der 63. Minute) war wenig später wieder dahin, weil Kerstin Bogenschütz Leverkusen Torfrau Anna Klink ausguckte, die gegen die Sonne nur schlecht sehen konnte, und mit einer Bogenlampe zum 1:4 überwand (71.).

„Da dachte ich schon: Jetzt wird’s richtig bitter“, sagte Hagedorn. Doch statt unter die Räder zu kommen, starteten ihre Schützlinge die erwähnte Aufholjagd. Henrike Sahlmann verkürzte den Rückstand auf zwei Treffer (74.). Den Anschluss stellte Merle Barth mit einem verwandelten Strafstoß her (85.) – und bereitete so den Boden für Uebachs großen Auftritt.

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Zu viel Freude mochte sich bei Hagedorn aber freilich nicht einstellen. „Wir wollten hier gewinnen. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Deshalb hat dieser Punktgewinn einen bitteren Beigeschmack“, betonte sie. Insbesondere der erste Durchgang verlief überhaupt nicht nach den Vorstellungen der Ex-Nationalspielerin. Bayer war zwar feldüberlegen, kassierte aber zwei Konter der höchst effektiven Borussinnen. Das hatte allerdings nicht nur mit Pech oder Unterschieden bei der Chancenverwertung zu tun. „Wir haben zu viele Fehlpässe gespielt und waren offensiv zu statisch und ideenlos. Das war eine richtig schlechte Halbzeit“, kritisierte sie.

Ein Sonderlob verdiente sich aus ihrer Sicht insbesondere Merle Barth: „Sie war Ruhepol, sichere Ballverteilerin und Dreh- und Angelpunkt unseres Spiels.“

Bayer: Klink – Heinze, Wirtz, Ringsing, Kempe (46. Oliveira Leite) – Barth – Sahlmann (74. Rackow), Reger (46. Uebach)– Mayr, Rudelic, Csiszár.

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