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TuS 82 Opladen: SG Langenfeld: Das sagen die Handballer zum Abbruch

TuS Opladen und SG Langenfeld : Das sagen die Regionalligisten zum Abbruch

Die Handballer der SG Langenfeld und des TuS 82 Opladen verstehen die vorzeitige Beendigung der Saison in der Regionalliga Nordrhein durch die Coronavirus-Pandemie, es sind aber noch Fragen offen. Zuvorderst: Steigt der TuS als Tabellenführer auch auf? Trainer Fabrice Voigt ist optimistisch.

Dass der Abbruch kommen würde, war allen Beteiligten klar – nun ist er Gewissheit. Die Saison der Regionalliga Nordrhein wurde von den Handballverbänden Mittelrhein (HVM) und Niederrhein wegen der Ausbreitung des Coronavirus für beendet erklärt, gleiches gilt für weitere untere Ligen des HVM. Damit befinden sich nun auch die Mannschaften der SG Langenfeld offiziell in der Sommerpause. „Es ist sehr schwer, damit umzugehen. Aktuell gibt es aber Wichtigeres“, sagt Langenfelds Abteilungsleiter Thorsten Scholl.

Ein außergewöhnliches Ende der Spielzeit mit einem bitteren Beigeschmack: In der Nordrheinliga war die erste Mannschaft der SGL zuletzt auf Vizemeisterkurs, im Amateurpokal des Deutschen Handball-Bundes (DHB) hätten am vergangenen Wochenende die Finalspiele stattgefunden. „Eigentlich wären wir am Sonntag mit dem Pokal nach Hause gekommen“, sagt Scholl mit etwas Humor. Spieler und Verantwortliche haben sich längst mit der schwierigen Situation abgefunden. Zuletzt hatte auch der DHB den regionalen Verbänden dieses Vorgehen empfohlen. Immerhin: Der Amateurpokal ist weiterhin nur aufgeschoben. Noch haben die Protagonisten eine Rest-Hoffnung, dass sie ihr Halbfinale in irgendeiner Form zu einem späteren Zeitpunkt bestreiten können.

„Der Abbruch ist natürlich schade für die Fans, die Spieler und Markus“, betont Scholl. Cheftrainer Markus Becker verlässt die SGL zum Saisonende, die Virus-Krise brachte ihn nun um die Chance auf einen großen Erfolg bei den Pokal-Finalspielen. Der zweite Platz in der Regionalliga ist ein Erfolg, hat aber natürlich ein Geschmäckle – niemand weiß, was noch möglich gewesen wäre. Becker befürwortet die Entscheidung der Verbände ausdrücklich, sagt aber auch: „Ich hätte mich gerne sportlich wie menschlich ganz anders verabschiedet.“ Auch die scheidenden Spieler Jan Schirweit, Christian und Sebastian Pagel sowie Felix Korbmacher haben ihr vorerst letztes Spiel für die SGL bereits absolviert. Sie sollen eines Tages aber noch in einem entsprechend würdigen Rahmen offiziell verabschiedet werden, betont Scholl.

Die Mannschaft ist wie die Verantwortlichen weitgehend isoliert, wird aber über die Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Da kein Training stattfinden darf, halten sich die Sportler alleine fit. „Soweit ich das sehe, funktioniert das auch sehr gut“, lobt Scholl. Allerdings: Die Personalplanungen für die Leistungsteams in Regional- und Oberliga liegen erstmal auf Eis. „Es ist wichtig, bald Planungssicherheit zu haben“, fordert Scholl. Bislang ist bis auf die Abbrüche wenig fix, Regelungen zu Ab- und Aufstieg sind noch unklar.

„In allen Rechnungen sind wir vorne, so dass wir sehr optimistisch sind, den Aufstieg feiern zu dürfen“, sagt TuS-Trainer Fabrice Voigt. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Das betrifft die SGL zwar nicht, wohl aber den Lokalrivalen und Regionalliga-Tabellenführer TuS Opladen. „Eine offizielle Information haben wir noch nicht, befinden uns aber im Kontakt mit dem Verband“, sagt TuS-Trainer Fabrice Voigt. „Es gibt wohl unterschiedliche Szenarien.“ Ein Wertunge der aktuellen Tabelle – korrigiert auf 17 Spiele pro Mannschaft – kommt genauso in Betracht wie die Nutzung der Hinrundenbilanz. „In allen Rechnungen sind wir vorne, so dass wir sehr optimistisch sind, am Ende den Aufstieg feiern zu dürfen.“

Wobei es freilich keine echte Feier wäre. „Ich habe es als Spieler ein paar Mal auf dem Feld erlebt. Das sind Momente, die man nicht vergisst. Das wird den Jungs verwehrt bleiben“, sagt Voigt. „Trotzdem werden wir es, sobald sich die Lage insgesamt verbessert, natürlich genießen.“ Die Entscheidung, die Saison abzubrechen, findet der Coach korrekt. „Nach sechs oder acht Wochen Pause noch mal mit ganz wenig Vorbereitung in die Spiele zu gehen, wäre unverantwortlich. Die Verletzungsgefahr ist zu groß. So unschön das sportlich ist, ist es dennoch richtig.“ Voigt betont, dass er das nicht sagt, weil seine Mannschaft die Liga anführt. „Selbst wenn wir es am Ende sportlich nicht gepackt hätten, hätten wir viel lieber durchgespielt.“

Schließlich werden den Opladenern durch den Abbruch auch ein paar Euro in der Kasse fehlen. Auf drei Heimspiele muss der Klub verzichten – was Ausfälle bei den Eintrittsgeldern und beim Catering bedeutet. Voigt betont, dass der Verein dennoch für die Dritte Liga gerüstet ist. „Wir haben frühzeitig verpflichtet und gut gewirtschaftet. Nach aktuellem Stand springt uns auch kein Sponsor ab“, sagt der Coach.