Outdoor-Training für Drittliga-Aufsteiger : TuS 82 Opladen sehnt sich nach der Halle

Der Trainerstab des TuS 82 Opladen um Chefcoach Fabrice Voigt profitiert in diesen Tagen von hochmotivierten Handballern, obwohl noch gar kein Ball im Spiel ist. Eine baldige Rückkehr in die heimische Bielerthalle sehnen aber sowohl Trainer als auch Spieler herbei.

Bei vielen Handballvereinen ruht der Trainingsbetrieb weiter, bei manchen läuft er zumindest nur zaghaft wieder an. Die Spieler von Drittliga-Aufsteiger TuS 82 Opladen aber haben fast gar keine Corona-Pause eingelegt. „Das muss man wirklich sagen“, holt Trainer Fabrice Voigt aus. „Die Jungs sind heiß wie Frittenfett. Und uns ist es bisher gelungen, immer wieder neue Impulse zu setzen.“ Dennoch wird die Sehnsucht nach der Halle und dem Ball immer stärker.

Dass die Motivation bei den Opladenern besonders hoch ist, ist keine Überraschung. Die Mannschaft hat eine überragende Saison in der Regionalliga-Nordrhein absolviert und freut sich auf die große Herausforderung in der Dritten Liga. In Tim Schröder, Philipp Krefting, Leonard Bachler, Max Adams, Fynn Johannmeyer, Oliver Dasburg und Torhüter Nils Thorben Schmidt hat der TuS 82 sieben Zugänge zu integrieren. Kaan Taymaz und Arne Fuchs sind die einzigen echten Abgänge. Florian Klein, der die vorige Spielzeit mit einem Kreuzbandriss verpasst hat, wird kürzertreten.

„Das gemeinsame Training dient natürlich auch dem Kennenlernen“, sagt Voigt. Er ist froh, dass sich seine Spieler inzwischen wieder treffen können. Während der strikten Kontaktbeschränkungen hat der TuS-Trainerstab die Handballer mit einem Individualprogramm versorgt und dazu Cyber-Training angeboten. Es folgte eine Phase mit Kraftaufbau, die nun seit etwa anderthalb Wochen durch handballspezifisches Athletiktraining abgelöst wurde. „Wir verfügen über einen Kader von 18 Spielern, bilden in der Regel also drei Sechsergruppen“, erläutert der Coach. Alleine kann er sich freilich nicht um alle zur selben Zeit kümmern. Die Athletiktrainer Jonas Gördes und Marlon Horvath sind daher auch fest involviert.

Kontakt ist innerhalb der einzelnen Gruppen zwar wieder erlaubt, doch noch verzichten die Opladener weitgehend darauf. „Das ist auch noch in den Köpfen der Jungs drin“, betont Voigt. „Wir müssen zwar im Training nicht mehr darauf achten, die 1,5 Meter Abstand einzuhalten, doch danach stehen wir schon fast instinktiv beim Feierabend-Bier weiter auseinander. Begrüßungen finden per Ellbogen statt. Man merkt schon, dass alle vorsichtiger geworden sind.“

Es dürfte also auch noch eine Weile dauern, bis die Sportler wieder unbeschwert in die Zweikämpfe gehen können. Das steht draußen nicht zur Debatte, zumal der Ball ohnehin noch fast gar nicht im Spiel ist. Sobald es in die Halle geht und auch dort mit Kontakt trainiert werden darf, rechnet Voigt mit drei bis vier Wochen, „bis die Jungs auch kopfmäßig wieder voll beim Handball sind.“ Erst dann ergebe auch ein Freundschaftsspiel wieder Sinn.

Bislang ist es Voigt und Co. gut gelungen, die Spieler bei Laune zu halten. „Aber wir brauchen innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen dringend den nächsten Impuls“, betont der Coach. Wie dieser aussieht, weiß Vincent Gremmelspacher. „Uns allen fehlt die Halle, der Ball und das Harz“, sagt der Rückraumspieler. „Unser Fitnessstand ist sehr gut, wir kommen super voran, aber als Handballer wollen wir natürlich auch endlich wieder aufs Tor werfen.“ Wie der Fahrplan zur Öffnung der Stadt aussieht, weiß Fabrice Voigt nicht: „Wir können nur hoffen, dass wir bald rein dürfen. Das muss ja auch noch nicht direkt mit Kontakt sein. Aber es ist eben auch wichtig, dass wir zum Beispiel die Wurfbewegung wieder trainieren.“

Im ursprünglichen Vorbereitungsplan haben die Opladener eine dreiwöchige Sommerpause aufgrund der Hallenschließung einkalkuliert. „Wir hoffen nun inständig, dass uns die Bielerthalle in den Ferien aber zur Verfügung steht.“ Dass beim TuS 82 alles gemäß jeweils geltender Corona-Schutzverordnung abläuft, stellt der Verein auch künftig sicher. Torhüter Michael Strock ist Corona-Beauftragter. „Er kennt alle Details und achtet darauf, dass wir nichts falsch machen.“