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Leichtathletik: TSV-Leichtathleten sind noch lange nicht satt

Leichtathletik : TSV-Leichtathleten sind noch lange nicht satt

2014 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für Bayers Leichtathleten, zurückzublicken und Ziele für das neue Jahr zu formulieren.

Viele Titel, große Sportler, erfolgreiche Trainer und eine sehr gute Ausbildung, damit verbinden viele Leverkusener die Leichathleten des TSV - auch im Jahr 2014. Und die Protagonisten selbst sind größtenteils ebenfalls zufrieden.

DieAthletinnender 400-Meter der Frauen,die in Leverkusen von Bundestrainer Tobias Kofferschläger trainiert werden, hatten zwar mit vielen Verletzungen zu kämpfen, konnten aber dennoch feiern. "Als wir bei den Deutschen Meisterschaften mit der 4x400-Meter-Staffel die Favoriten geschlagen haben und überraschend den Titel gewannen, das ist mir besonders im Kopf geblieben", erinnert sich Kofferschläger, der hofft, dass seine Athleten im neuen Jahr verletzungsfrei bleiben. Zu diesen zählt nun auch Tabea Kempe, die vom TuS Köln rrh. nach Leverkusen wechselt und sich in der nationalen Spitze etablieren will.

 Holte mit dem Stabhochsprung-Team den EM-Titel in Zürich: Katharina Bauer.
Holte mit dem Stabhochsprung-Team den EM-Titel in Zürich: Katharina Bauer. Foto: Wolfgang Birkenstock (Archiv)

Die Mehrkampf-Trainer Erik Schneider und Karl-Heinz Düe konnten vor allem im August 2014 jubeln: Bei den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf holte der Schützling der beiden Übungsleiter, Anna Maiwald, gleich zweimal den ersten Platz und sicherte sich sowohl den Titel im Einzel als auch mit der Mannschaft. Große Hoffnungen setzt Schneider im neuen Jahr auf Zugang Mareike Arndt. "Sie ist sehr motiviert und lernwillig", sagt Schneider nach den ersten gemeinsamen Trainingstagen. Trotz ihrer erst 22 Jahre traut er Arndt zu, die 6000-Punkte-Marke zu knacken.

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In den Wurfdisziplinen sieht Trainer Helge Zöllkau derweil durchwachsene Leistungen seiner Schützlinge. "Es geht in einer Saison immer bergauf und -ab, das ist normal", sagt der Coach, der sich im neuen Jahr etwas stabilere Leistungen erhofft. "Vor allem im Hammerwurf wollen wir wieder an der WM teilnehmen und dort das Finale erreichen", sagt Zöllkau. Im Soll sind dagegen die Speerwerfer: Linda Stahl gewann bei der EM in Zürich Bronze. Zugang Till Wöschler soll nach seiner Verletzung wieder an den Wettkampf herangeführt werden.

 Deutsche U 18-Jugendmeisterin 2014 über 1500 Meter: Konstanze Klosterhalfen.
Deutsche U 18-Jugendmeisterin 2014 über 1500 Meter: Konstanze Klosterhalfen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Im Sprint gelang es Bayer-Athlet Aleixo-Platini Menga zu überzeugen. Zum einen aufgrund zweier dritter Plätze über die 100 Meter bei den Deutschen Meisterschaften unter freiem Himmel und in der Halle. Zum anderen erreichte der von Axel Berndt trainierte 27-Jährige bei der EM in Zürich gegen starke Konkurrenz das Halbfinale, was einen besonderen Höhepunkt in der Karriere des Leverkusener Top-Athleten darstellte.

Beim Stabhochsprung musste Vorzeigespringerin Silke Spiegelburg wegen eines Haarriss im Kahnbein ihre Saison frühzeitig abbrechen und konnte den TSV Bayer 04 so - erstmals seit 2001 - nicht bei mindestens einem großen Event vertreten. "Im Rückblick weiß ich, dass ich diese Pause gebraucht haben. Vor allem für meinen Kopf", sagte Spiegelburg nachdem ihr Saison-Aus bekannt wurde. Während ihrer Verletzung zog die 28-Jährige zudem von Leverkusen nach Stuttgart und trennte sich von ihrem langjährigen Coach Leszek Klima. "Wenn man so lange zusammen arbeitet, dann wird man irgendwann betriebsblind", erzählt Spiegelburg, die 2015 wieder angreifen will. Katharina Bauer sorgte währendessen bei der EM in Zürich für einen großen Erfolg: Sie wurde Europameisterin im Team.

Auf der Mittel- und Langstrecke bereiten sich die TSV-Athleten bereits akribisch auf die 2015 anstehende Hallensaison vor, die sie möglichst erfolgreich gestalten wollen. Darunter auch Lena Klaassen, die in diesem Jahr Deutsche Meisterin über die 3x800 Meter wurde. Auch Top-Läufer Robin Schembera wusste zu überzeugen. Bei einem Rennen im niederländischen Hengelo schrammte er nur knapp an der EM-Norm vorbei. "Natürlich ist es ärgerlich, die Norm nur so knapp verpasst zu haben. Ich bin trotzdem sehr zufrieden, da das Rennen noch sehr unrhythmisch war", sagte Schembera danach.

Der Behindertensport wirdin Leverkusen weiter groß geschrieben. Mit rund 300 Mitgliedern gehört die Abteilung zu den größten in Deutschland. So spiegeln die vielen Top-Drei-Platzierungen bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin die gute Arbeit, die die Verantwortlichen, Trainer und Athleten leisteten, wieder. Mit den Vertragsverlängerungen von Markus Rehm und Heinrich Popow, zwei der erfolgreichsten Behindertensportler Deutschlands, setzen Trainer Karl-Heinz Düe und der TSV zudem ein Zeichen für weitere erfolgreiche Jahre.

Neben den Behindertensportlern sorgte in diesem Jahr auch der TSV-Nachwuchs für Aufsehen und große Erfolge. Aus all den guten Leistungen stach jedoch eine Athletin heraus: Konstanze Klosterhalfen. Der erst 17-jährige Schützling von Trainer Sebastian Weiß landete so beispielsweise bei den Olympischen Jugendspielen in Ninjang, China auf dem vierten Platz über 1500 Meter. Zum Jahresende gelang der vielversprechenden Nachwuchsläuferin die Qualifikation zur U 20-Cross-EM in Bulgarien, bei der sie mit dem Team die Bronzemedaille gewann. Außerdem stehen der Deutsche Meisterschaftstitel bei den U 18-Junioren und der zweite Platz bei den Hallenmeisterschaften, jeweils über 1500 Meter, in ihrer Vita.

(RP)