1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen
  4. Sport Leverkusen und Leichlingen

Leichtathletik: TSV-Läufer sehnen den Sommer herbei

Leichtathletik : TSV-Läufer sehnen den Sommer herbei

Da kein Leichtathlet zur EM fährt, schaut der TSV Bayer 04 bereits in Richtung der Freiluftsaison.

Es braucht kein Psychologie-Diplom, um dahinterzukommen, dass Paul-Heinz Wellmann am Sonntag gegen 16.30 Uhr das Herz aufgegangen sein muss. War eine Stunde zuvor in Julia Förster über 400 Meter bereits eine Läuferin des TSV Bayer 04 zu Gold gelaufen, absolvierte nun Wellmanns Schützling Robin Schembera vier Hallenrunden in Dortmund und lief nach 800 Metern als neuer Deutscher Meister ins Ziel – nachdem er diesen Titel wegen diversen Verletzungen zuletzt zweimal anderen überlassen musste. "Es ist toll, dass Robin nun mit diesem Erfolgserlebnis in die Saison geht", meinte Trainer Wellmann und verriet, dass es ihm sehr recht sei, dass der 24-Jährige die Norm für die Hallen-EM in Göteborg deutlich verpasst hatte. So könne sich Schembera "in aller Ruhe auf die weitere Saison vorbereiten" (Wellmann).

Dass in Dortmund mal wieder Leverkusener Läufer ins Rampenlicht sprinteten, freut den seit 1976 mit Olympia-Bronze dekorierten 1500-Meter-Läufer Wellmann. Aber zu hoch hängen will er den Umstand nicht. "Das ist schön, aber ja auch nicht so selten", sagt der Geschäftsführer der TSV-Leichtathleten mit Verweis auf die letztjährigen Hallentitel von Cathleen Tschirch und Aleixo-Platini Menga. Zwar reichte es für den Verein bei der DM nur zu zwei und damit zu halb so vielen Titeln wie im Vorjahr. Aber Wellmann zieht ein positives Fazit: "Meine Erwartungen wurden übertroffen. Die Ausbeute mit unserem verkleinerten Aufgebot ist beachtlich." Dass das EM-Aufgebot des TSV noch kleiner ausfällt (der DLV nominierte keinen Leverkusener), sei keineswegs tragisch. "Schade" findet Wellmann nur, dass dem formstarken Stabhochspringer Hendrik Gruber der Olympiadritte Raphael Holzdeppe vorgezogen wurde.

Angesichts mangelnder EM-Teilnehmer sehnt der TSV wie der Großteil der Bevölkerung den Sommer herbei. Dann sollen einige Sprinter auf die große Bühne zurückkehren. So verpassten etwa Sebastian Ernst und Robin Erewa nun ihre erste DM im Leverkusener Trikot. Beide kehrten jüngst mit Grippe aus einem Trainingslager zurück, so dass Trainer Axel Berndt der Fahrt nach Dortmund einen Riegel vorschob. Auch Menga wurde vom Verein ein wenig ausgebremst. "Er war heiß darauf, in der Halle zu starten. Aber das wäre zu früh gewesen", berichtet Wellmann. Der schnellste Deutsche über 200 Meter des Vorjahres hat seine Knieverletzung hinter sich gelassen und kämpft sich nun wieder heran an seine Bestzeiten.

Das ist auch Schemberas erklärtes Ziel. Er habe jetzt "wieder richtig Lust aufs Laufen", berichtete er nach seinem Titelgewinn und lenkte den Fokus bereits von Dortmund nach Moskau. Dort wird im August die WM ausgetragen, und dort sollen die guten Leistungen der TSV-Läufer möglichst eine Fortsetzung finden – allerdings bekommen sie dann wieder Konkurrenz aus dem eigenen Verein in Gestalt der erfolgsverwöhnten Werferriege.

(RP)