Volleyball : TSV beweist das Gegenteil

Im zehnten Anlauf gelingt den Bundesliga-Volleyballerinnen des TSV Bayer 04 der erste Saisonerfolg. In Aachen kommt die Mannschaft von Trainer Zhong Yu Zhou zu einem recht ungefährdeten 3:0-Sieg. Heute Abend empfangen die Leverkusenerinnen den USC Münster.

Woher diese wundersame Wandlung rührte, das konnte hinterher niemand so recht sagen – aber sie war eingetreten. Und das war die Hauptsache für die Volleyballerinnen des TSV Bayer 04. Hatte die Mannschaft sich zuvor in Potsdam recht bereitwillig in eine Niederlage gefügt, präsentierte sich der Bundesliga-Neuling bei Alemannia Aachen wie ausgewechselt. Mit einem krachenden Block von Jennifer Pettke sicherten sich die Leverkusenerinnen den ersten Punkt der Partie und gaben den fast 1000 Zuschauern an der Neuköllner Straße sogleich die Richtung vor, in die diese Partie laufen sollte.

"Das hatten wir so nicht erwartet"

"Spielerisch ist weiter Luft nach oben. Aber vom Kopf her war das das Beste, was das Team bislang abgeliefert hat", meinte Markus Udelhofen nach dem 3:0 (25:19, 25:21, 25:16), das der Co-Trainer "so auch nicht erwartet" hatte. Er war der erste Sieg, die ersten Punkte, der erste erfolgreiche Gegenbeweis, dass der TSV doch in der Lage ist, mitzuhalten in der Erstklassigkeit. Zwar benötigen die Leverkusenerinnen immer noch eine Vielzahl siegreicher Spiele, um ihrem Ziel namens Klassenerhalt nahezukommen. Aber erst einmal haben Chefcoach Zhong Yu Zhou und Udelhofen eine Bestätigung für ihre oft geäußerte Einschätzung, dass das Potenzial ihrer jungen, unerfahrenen Truppe deutlich höher liegt als das eines reinen Punktelieferanten.

In Aachen ließ Bayer zu keinem Zeitpunkt erkennen, dass eine bleierne Negativserie aus neun sieglosen Spielen auf den Schultern der Spielerinnen lastet. In allen drei Abschnitten erspielten sie sich schnell eine Führung und ließen diese meist ungefährdet in Satzgewinne münden. Ein kritischer Moment tat sich Mitte des Spiels auf, als Aachen im zweiten Satz den Vorsprung der Gäste schmelzen ließ und zum 15:15 ausglich. "Da", sagt Udelhofen, "hätte das Spiel kippen können." Tat es aber nicht. Denn die Psyche seiner Spielerinnen bekam keinen Knacks. Sie behielten Ruhe und Konzentration, befreiten sich aus dieser Situation, holten sich auch diesen Satz, und der Rest waren Aachener Fehler und Leverkusener Jubel.

Zwei Pfeiler des Sieges waren Katharina Molitor, die die Alemannia mit zahlreichen erfolgreichen Blöcken demoralisierte, und Anna Hoja, die mit zwölf Angriffspunkten zur Spielerin der Partie bestimmt wurde. "Aber es war ein Sieg der gesamten Mannschaft", merkte Udelhofen an.

Das neue Selbstbewusstsein will sein Team bereits heute zur Schau stellen. Der engmaschige Spielplan beschert Bayer ab 20 Uhr in der Smidt-Arena das andere Team, das am letzten Spieltag einen Coup landete: den USC Münster, der Vilsbiburg die erste Niederlage zugefügt hat. "Das ist eine beeindruckende Mannschaft", sagt Udelhofen und findet großen Gefallen an der Partie: "Münster kommt für uns genau zum richtigen Zeitpunkt."

(RP/jul)
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