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TSV Bayer Leverkusen: Wie Johan Petersson die Elfen besser machen will

Handball, Frauen-Bundesliga : Petersson sieht sich als Ausbilder der Elfen

Seit etwa fünf Wochen trainiert Johan Petersson die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer. Den Spielerinnen attestiert der Schwede bereits Fortschritte. Einen besonderen Fokus will er auf die Talentförderung legen.

Es wird wohl noch einmal kurz schmerzen, wenn an diesem Wochenende anstelle von Bayers Handballerinnen der Zweitligist Waiblingen um den Einzug ins Final-Four-Turnier des DHB-Pokals kämpfen darf. Andererseits beschert das ebenso überraschende wie frühe Ausscheiden in der zweiten Runde den Elfen nun ein freies Wochenende – und damit zusätzliche Zeit für den neuen Trainer Johan Petersson. „Die können wir gut gebrauchen“, sagt der frühere Weltklasse-Rechtsaußen. Seit rund fünf Wochen ist er nun in Leverkusen tätig. „Und jede Woche sind wir wieder etwas weiter und besser. Bisher bin ich sehr zufrieden, wie sich das Team entwickelt“, lautet das Zwischenfazit des Schweden. Ein Lob richtet er in diesem Zusammenhang an seine Schützlinge. „Alle ziehen mit, arbeiten sehr gut und sehr hart. Das zahlt sich aus.“

Die Schwerpunkte der Einheiten lagen zunächst darauf, Physis und Kondition zu stärken, um die körperlichen Grundlagen zu schaffen. Danach widmete sich der neue Trainer der Verteidigung und dem Zusammenspiel mit den Torhüterinnen. „Das ist extrem wichtig, denn wenn wir hinten gut arbeiten, macht das alles einfacher“, ist er überzeugt. Bestätigt fühlen darf er sich nach dem klaren Sieg im Keller-Duell gegen die Handball-Luchse am vergangenen Sonntag, als Bayer über Paraden und eine gute Abwehr immer wieder ins Tempospiel und damit zu einfachen Treffern kam.

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Nun liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Angriffe im gebundenen Spiel. Gegen formierte Defensiven soll mehr Variabilität der Schlüssel sein. Auch hier sieht Petersson seine Elfen auf einem guten Weg. Zufrieden gibt sich der ehrgeizige Coach mit den Fortschritten aber noch nicht. Er feilt mit seinen Spielerinnen weiter daran, „häufiger richtige Entscheidungen zu treffen“. In dieser Woche ging es unter anderem darum, die Kreisläuferin ins Spiel einzubeziehen. „Da müssen wir noch besser werden“, fordert er.

Bislang lebt Petersson noch im Hotel. Um eine Wohnung möchte er sich kümmern, wenn klar ist, dass das Engagement bei den Elfen auch über das Saisonende hinaus verlängert wird. Die Chancen stehen nicht schlecht. Denn der Start ist mit einer ausgeglichenen Bilanz nach vier Spielen und sichtbaren Fortschritten geglückt – und der Schwede fühlt sich wohl in Leverkusen.

Nicht nur mit den Spielerinnen stimmt die Chemie. Er ist auch von der Zusammenarbeit mit Managerin Renate Wolf angetan. „Ich hatte mit ihr von Anfang an ein gutes Gefühl“, versichert der Trainer. Als wohltuend empfindet er insbesondere den regelmäßigen Austausch: „Wir reden jeden Tag miteinander. Ich sage, was ich denke, und so macht sie das auch. Das finde ich gut“, erläutert er.

Im engen Kontakt steht Petersson auch mit dem Trainerteam der Junior-Elfen. Für das Engagement beim Rekordmeister war auch das Konzept, verstärkt auf Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs zu setzen, ein wichtiges Argument. „Ich arbeite gerne mit jungen Talenten. Ich bin ein Ausbilder“, betont er.

Entsprechend eng soll die Verzahnung mit dem Nachwuchs sein. Einmal pro Woche gibt es nun ein gemeinsames Training. Das erleichtert den Übergang in das Bundesliga-Team. Sehr zufrieden ist der Trainer beispielsweise mit den ersten Einsätzen von Viola Leuchter. „Sie macht ihre Sache in der Abwehr wirklich gut und macht vorne wenig Fehler“, lobt er die 17-jährige Linkshänderin. Auf die hält auch Wolf große Stücke: „Sie ist eine der bestimmenden Spielerinnen bei den Junior-Elfen und hat bewiesen, dass sie in der Bundesliga jetzt schon gute Leistungen zeigen kann.“

Ihre Chance wird sie auch künftig erhalten, denn just hat sie ihren Vertrag für die kommende Saison verlängert. „Das ist etwas Besonderes für mich. Es macht Spaß in diesem familiären Verein und in dieser Mannschaft, die mich sehr gut aufgenommen hat“, sagt das Rückraum-Talent, dem „Ausbilder“ Petersson eine gute Entwicklung bescheinigt.