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TSV Bayer Leverkusen: Volleyballerinnen sind Meister der 2. Bundesliga

Volleyball, 2. Frauen-Bundesliga : Kölns Patzer lässt Leverkusens Volleyballerinnen jubeln

Die Zweitliga-Meisterschaft ist dem TSV Bayer 04 nach dem Sieg gegen Stralsund und Kölns Punktverlust in Emlichheim nicht mehr zu nehmen. Die Aufstiegsfrage bleibt indes wohl bis Mai offen.

So schnell hat Tigin Yaglioglu seine Volleyballerinnen noch nie aus der Kabine zurückkommen sehen. „Alle wollten unbedingt das Spiel der Kölnerinnen in Emlichheim anschauen. Deshalb wurde extrem zügig geduscht“, berichtete der Trainer über die Situation nach dem 3:0-Erfolg seines TSV Bayer 04 gegen die Stralsunder Wildcats. Mit Laptops und Tablets ausgestattet verfolgte die Mannschaft das Spiel des Verfolgers – freilich mit der Hoffnung, dass dieser patzen würde. Und genau so kam es. Die Leverkusenerinnen sind damit vorzeitig Zweitliga-Meister und haben das Recht, in die Bundesliga aufzusteigen.

„Ich hatte den Liveticker an, der im Gegensatz zum Stream kaum zurückhängt“, erläuterte Yaglioglu. „Daher wusste ich etwa 30 Sekunden früher Bescheid als die Spielerinnen.“ Der Coach hat es sich aber nicht nehmen lassen, die Reaktion seiner Mannschaft beim entscheidenden Punkt für Emlichheim zu bejubeln. Das 29:27 im dritten Satz brachte die Domstädterinnen 1:2 ins Hintertreffen, was den entscheidenden Punktverlust bedeutete. „Es war ein skurrile Situation. In der Halle waren 13 Spielerinnen, Abteilungsleiter Jürgen Rothe, Physiotherapeutin Nikola Fritz und ich. Die Freude war riesig, aber eine Feier sieht anders aus“, sagte Yaglioglu, der angesichts der herausragenden Saisonleistung stolz auf sein Team war.

Dass die Truppe zurecht Meister wurde, hatte sie auch im Heimspiel gegen Stralsund erneut unter Beweis gestellt. Mit 25:16, 26:16 und 25:18 wurde der Tabellensechste regelrecht abgefertigt. „Die Mädels haben vom ersten bis zum letzten Ballwechsel abgeliefert“, lobte der Coach. „Wir haben das Spiel komplett kontrolliert.“ Gefreut hat den Coach auch, dass seine Mannschaft die zuletzt etwas häufiger gewordenen Aufschlagfehler abgestellt hat.

 Bayers Zweitliga-Volleyballerinnen und Trainer Tigin Yaglioglu warteten gespannt auf das entscheidende Ergebnis des Teams der Sporthochschule Köln.
Bayers Zweitliga-Volleyballerinnen und Trainer Tigin Yaglioglu warteten gespannt auf das entscheidende Ergebnis des Teams der Sporthochschule Köln. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Überragend agierte Rebecca Schäperklaus, die sehr auffällig spielte und auch in der Offensive für viele direkte Punkte sorgte. Zur wertvollsten Spielerin wurde aber Malin Schäfer erklärt. „Das ist eine interessante, aber gute Wahl“, befand Yaglioglu. „Gerade weil Zuspielerinnen in solchen Begegnungen oft nicht so sehr auffallen.“

Wie es für die Leverkusenerinnen nach dem ersten Zweitliga-Titel seit der Saison 2015/16 weitergeht, ist noch offen. „Erstmal wollen wir die Saison gut zu Ende spielen – und dann hoffe ich natürlich, dass wir aufsteigen können“, sagt der Trainer. Ob das gelingt, kann aber auch Abteilungsleiter Jürgen Rothe noch nicht sagen: „Ich nehme an, das wird sich erst im Mai entscheiden. Wir freuen uns über die Situation, sind aber noch zurückhaltend.“

So sei es wichtig, eine Mannschaft zusammenzubekommen, die den Sprung ins Oberhaus wagen will. Das Trainingspensum müsse erhöht werden – und keine Spielerin lebt vom Volleyball. Nach der Meisterschaft 2016 verzichtete der Verein. Kapitänin Anna Hoja ist die einzige Volleyballerin, die damals schon im Kader stand. Eine Saison in der Bundesliga wäre nicht nur ihr zu gönnen.