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TSV Bayer Leverkusen: Volleyballerinnen siegen trotz Corona-Verdacht

2. Bundesliga Nord : Volleyballerinnen des TSV lassen sich von Corona nicht stoppen

Wechselbad der Gefühle für das Team von Trainer Tigin Yagioglu: Nach positivem Test auf das Virus fallen Anna Hoja und Rebecca Schäperklaus als Verdachtsfälle aus, dann gewinnt das dezimierte Team klar gegen den ETV Hamburg und später freuen sich alle über den zweiten, negativen Test der beiden Spielerinnen.

Tigin Yaglioglu steht derzeit gut gelaunt auf. „Die Spieltage sind stressig, aber wenn ich am Tag danach aufwache, habe ich immer noch ein Grinsen im Gesicht“, sagt der Trainer der Zweitliga-Volleyballerinnen des TSV Bayer 04 nach dem 3:0 (25:18, 25:11, 25:20)-Erfolg gegen den ETV Hamburg. Dabei war die Anspannung diesmal besonders groß. Das lag weniger am Sportlichen, sondern den Begleitumständen der Partie.

Aufgrund des steigenden Inzidenzwertes (Covid-19-Infektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) waren die Volleyballerinnen durch das Hygienekonzept der Liga kurzfristig gezwungen, Corona-Schnelltests durchzuführen. „Was das Organisationsteam kurzfristig auf die Beine gestellt hat, war unglaublich“, berichtet Yaglioglu. Die Arbeit hörte nach den Testungen der Spielerinnen nicht auf, denn ein Ergebnis war positiv. „Das Resultat war nicht eindeutig, aber wir wussten nicht, ob wir spielen dürfen.“

Die Liga gab grünes Licht, doch in Anna Hoja und Rebecca Schäperklaus fehlten die positiv gesteste Spielerin und ein direkter Kontakt. „Sportlich war das natürlich ein herber Schlag für uns. Die beiden sind zwei absolute Leistungsträgerinnen“, sagt Yaglioglu. „Für die anderen Spielerinnen war das auch eine besondere Stresssituation.“ Wechselmöglichkeiten hatten die Leverkusenerinnen keine. In Felizitas Ende saß eine Nachwuchsspielerin auf der Bank, der Rest des Rumpfkaders spielte durch.

Was dann aber passierte, erfüllt den Coach mit Stolz. „Alle haben ihre Aufgabe unheimlich gut gelöst“, betont der 29-Jährige. Charlotta Werscheck und Lena Overländer hätten gar „unfassbar gut“ gespielt. Nach einem noch umkämpften ersten Satz, den der TSV mit 25:18 gewann, drehte das Duo auf und markierte 18 der 25 Zähler im zweiten Durchgang im Alleingang. Das 25:11 war logische Folge dieser überragenden Vorstellung. Den Sieg ins Ziel brachte der TSV im letzten Abschnitt mit 25:20. „Das Bemerkenswerteste war, dass sich Hamburg noch mächtig gewehrt hat“, sagt der Trainer.

Am Ende des Tages war also alles gut bei den Volleyballerinnen: Sie gewannen die Sätze 16 bis 18 in Serie, stehen unangefochten an der Spitze und Werscheck wurde zur wertvollsten Spielerin gewählt. Und das Beste? Im Nachgang erhielten die beiden akuten Corona-Verdachtsfälle in einem weiteren Test ein negatives Ergebnis.