1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen
  4. Sport Leverkusen und Leichlingen

TSV Bayer Leverkusen: Späte Corona-Tests für Giants bester Kompromiss

Basketball, ProA : Späte Testung ist für die Giants der „beste Kompromiss“

Die Partie der Zweitliga-Basketballer gegen Artland ist aufgrund eines falsch-positiven Schnelltests ausgefallen. Wir erklären, warum das kaum zu vermeiden war.

Bei der Einhaltung des Spielplans in der 2. Bundesliga (ProA) geht es seit Saisonbeginn drunter und drüber. Immer wieder müssen Partien kurzfristig abgesagt und verlegt werden, weil Basketballer positiv getestet werden und teilweise die gesamte Mannschaft in Quarantäne muss. Während die Bayer Giants Leverkusen und drei weitere Teams zwölf Partien absolviert haben, sind Heidelberg und Nürnberg erst sieben Mal angetreten. Umso ärgerlicher ist es, wenn Begegnungen aufgrund eines Fehlalarms ausfallen – wie zuletzt das Duell der Farbenstädter gegen die Artland Dragons.

Was war passiert? Ein Spieler der Giants wurde beim Routine-Schnelltest am Spieltag positiv getestet, wonach sich die Mannschaft in Isolation begab und der Spieler sich dem genaueren PCR-Test unterzog. Wenige Stunden später kam aus dem Labor die Entwarnung in Form eines negativen Resultats. Die Partie hätte also gar nicht ausfallen müssen. Doch inzwischen war es zu spät, eine Anreise des Gegners war so kurzfristig nicht mehr möglich.

Ein Fehler im System? Der erste Impuls lässt das vermuten. Schnelltests liefern häufiger ein falsch-positives Ergebnis als die PCR-Variante. Daher liegt es doch eigentlich nah, den Schnelltest am Tag vor der Spielansetzung durchzuführen, um ein falsches Ergebnis gegebenenfalls noch rechtzeitig durch einen PCR-Test widerlegen zu können, so dass ein Ausfall der Begegnung vermieden werden kann. Zudem würden komplett negative Schnelltests, wie sie aus Bayer-Sicht zuvor stets vorgelegen hatten, frühzeitig sportliche und organisatorische Planungssicherheit geben. 

Wo ist der Haken? Tatsächlich ist es für die Sicherheit des sogenannten Antigen-Schnelltests wichtig, möglichst spät zu testen. Hintergrund ist, dass ein Mensch mit negativem Befund sich bereits infiziert haben könnte, das Virus aber über den Schnelltest noch nicht nachgewiesen werden kann. Dies könnte sich bereits wenig später ändern – und es ist zudem wahrscheinlich, dass der Betroffene dann auch bereits andere anstecken könnte. „Deshalb gehen wir den Weg der ProA mit, möglichst spät zu testen“, sagt Giants-Geschäftsführer Henrik Fronda. „Es bietet den Spielern den größtmöglichen Schutz – auch wenn dadurch mal eine Begegnung zu viel ausfällt.“

Sind Labortests besser? Bei PCR-Tests wäre die Situation eine andere. Man geht davon aus, dass ein Mensch, der mittels dieses Labortests ein negatives Resultat erhält, noch eine Weile nicht infektiös ist, selbst wenn er sich kurz nach dem Abstrich anstecken sollte. Hintergrund ist, dass ein PCR-Test das Vorhandensein einer Infektion nachweist. Die Viruslast kann dabei auch extrem gering sein. Daher genügt es zum Beispiel in der Handball-Bundesliga, zwei Tage vor dem Spiel zu testen. Dort sind PCR-Tests vorgeschrieben.

Warum macht man dies nicht auch in der ProA? Labortests kosten ein Vielfaches der Schnelltests. Sie werden natürlich ebenfalls akzeptiert, den Vereinen aber nicht vorgeschrieben. So arbeiten die Giants und die meisten anderen Klubs mit der günstigeren Variante. „Sie ist der beste Kompromiss, um die Fortsetzung des Spielbetriebs zu gewährleisten und dabei gleichzeitig die Spieler zu schützen“, erklärt Fronda.

Wenn eine Mannschaft einen Tag vorher anreist, um am Spielort zu übernachten, gibt es eine freiwillige Vereinbarung. Beide Teams testen dann vor der Abfahrt, so dass die Tour nur bei komplett negativen Ergebnissen angetreten wird. Am Spieltag findet dann die vorgeschriebene erneute Testung statt – freilich immer noch mit dem Risiko, dass kurzfristig eine Infektion auftritt und der Gast unverrichteter Dinge nach Hause fahren muss.