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TSV Bayer Leverkusen: Leuchter ist ein Lichtblick bei Elfen-Niederlage

Handball, Frauen-Bundesliga : Leuchter ist ein Lichtblick bei Elfen-Niederlage

Die ersatzgeschwächten Elfen verlieren 22:27 gegen Buxtehude und rutschen in der Tabelle weiter ab. Immerhin machen Talente aus dem eigenen Nachwuchs auf sich aufmerksam.

Anderthalb Minuten vor dem Ende sah es bei nur noch zwei Treffern Rückstand (22:24) fast so aus, als hätten Bayers Handballerinnen eine Chance. Aber dann drehte der Buxtehuder SV noch einmal auf und vergrößerte den Abstand zu den Leverkusenerinnen. Letztlich entsprach der Endstand von 22:27 (8:11) in seiner Deutlichkeit auch den Kräfteverhältnissen in einer Partie, in der mehr drin gewesen wäre für das Team von Trainer Martin Schwarzwald.

„Wir haben das Spiel verloren, weil wir im Angriff zu viele Fehler gemacht haben“, sagte der Coach der Bundesliga-Handballerinnen. Probleme offenbarten die nach wie vor personell geplagten Elfen in der Tat insbesondere im Spiel nach vorne, wo fast keiner der zahlreichen Anspielversuche an den Kreis ankam und aus dem Rückraum viel zu wenig Torgefahr erzeugt wurde. Unübersehbar war zudem eine hohe Quote von vermeidbaren Fehlern und Ballverlusten.

Dass das Resultat trotz der offensiven Defizite nicht noch erheblich deutlicher ausfiel, verdankten die Leverkusenerinnen ihrer ordentlichen Abwehrleistung und einer Kristina Graovac in Gala-Form. Die Serbin im Bayer-Tor zeigte 19 Paraden (darunter ein Siebenmeter und ein Gegenstoß). Damit gehörte sie zu den wenigen positiven Erscheinungen an einem oft frustrierenden Nachmittag. Ein Sonderlob verdienten sich zudem insbesondere zwei Notlösungen.

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Zoe Sprengers saß auf der Bank, ein Einsatz kam aus Sicht des Trainers aber noch zu früh. Weil mit Loreen Veit auch die zweite Linksaußen fehlte, musste Rückraum-Talent Sophia Cormann auf ungewohnter Position aushelfen. Sie machte ihre Sache als Vertretung gut und war mit sechs Treffern beste Schützin ihres Teams.

Ein weiterer Lichtblick war auch der starke Auftritt der Junior-Elfin Viola Leuchter. Weil Fanta Keita und Lilli Holste verletzt sind und Zugang Nives Klobucar bei ihrem Debüt nicht so recht in die Partie fand, wechselte Schwarzwald im zweiten Durchgang das Talent ein – und das hatte einigen Anteil daran, dass Bayer nach zwischenzeitlich sieben Toren Rückstand (zuletzt beim 14:21) noch einmal herankam. Obwohl Leuchter zuvor viele Minuten für die Juniorinnen absolviert hatte, schien sie alles andere als müde und wirkte vielmehr als belebendes Element.

Mit drei Treffern und zwei herausgeholten Siebenmetern (und einen weiteren, den sie durch ein schönes Anspiel auf Cormann vorbereitet hat) erfreute sie die Fans und gab den Impuls zur zwischenzeitlichen Aufholjagd. Nach der Kurzbewerbung des Talents würden weitere Einsätze in der Bundesliga zumindest nicht verwundern. „Sie hat es toll gemacht“, lobte Schwarzwald.

Doch abgesehen von den mutmachenden Leistungen der Talente läuft es alles andere als rund für die Elfen. Nach sechs gespielten Runden liegen sie in der Liga nur zwei Zähler vor dem Vorletzten Bad Wildungen – und die nächste Aufgabe hat es in sich. Schon am Mittwoch müssen die Elfen bei Borussia Dortmund antreten, dem Nachbarn und Titelverteidiger, der – wie auch Bietigheim – bislang sämtliche Partien für sich entschieden hat.

 Elfen Graovac (19 Paraden), Zuzic (bei einem Siebenmeter) – Thomaier (5/3), Jurgutyte, Boulouednine (n.e.), Hinkelmann, Sprengers (n.e.), Leuchter (3), Klein (2), Cormann (6), Bruggeman (1), Kaludjerovic (1), Ronge, Terfloth, Huber (4), Klobucar.