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TSV Bayer 04 Leverkusen: Verletzung von Jennifer Rode überschattet Remis

Frauenhandball-Bundesliga : Rode-Verletzung überschattet Remis der Elfen

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV trennen sich 23:23 von Blomberg-Lippe. Jennifer Rode verletzt sich wohl schwer.

Auf der Suche nach den Gründen, warum es im Nachbarschaftsduell von Bayers Handballerinnen gegen die HSG Blomberg nur zu einem Remis reichte, lohnte sich ein Blick die letzte Spielminute der Bundesliga-Partie. Erst verteidigten die Leverkusenerinnen ordentlich, ließen Blomberg dann doch relativ unbedrängt ausgleichen und schafften es in fast 30 Sekunden nicht in eine ordentliche Wurfposition, ehe Zivile Jurgutyte mit einem etwas zu harmlosen Verlegenheitswurf scheiterte.

„Ich bin mit dem Unentschieden trotzdem nicht unzufrieden“, betonte Trainerin Renate Wolf nach dem 23:23 (8:6). Und dafür gab es eine Reihe von guten Gründen. Immerhin schafften es ihre Elfen – trotz widriger Umstände – am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen. Dabei sprach nach dem ersten Rückstand seit der verpatzten Anfangsphase (1:3) vieles für die Gäste, die plötzlich 20:19 und 21:20 vorne lagen. Dazu kamen Schiedsrichter, die einige fragwürdige bis offensichtlich falsche Entscheidungen trafen – meist zu Ungunsten der Hausherrinnen. Zudem ging Bayer in der Schlussviertelstunde auch personell auf dem Zahnfleisch.

Denn in der verletzte sich die bis dahin ordentliche Jennifer Rode. Humpelnd und mit Tränen in den Augen verließ sie in der 45. Minute das Feld. Das beraubte das Trainergespann einer weiteren Waffe. Dabei mussten Wolf und Michael Biegler bereits auf Hildigunnur Einarsdottir (im Aufbautraining), Mareike Thomaier (krank) und die beiden Youngster Lili Holste und Kim Lara Hinkelmann (bei den Junior-Elfen) verzichten. Prudence Kinlend gehört inzwischen nicht mehr zum Kader. Sie hat sich gegen den Leistungssport auf höchster Ebene entschieden, ihren Vertrag mit Bayer aufgelöst und sich dem Zweitligisten Kamp Lintfort angeschlossen.

Nun ist die Sorge groß, dass Jennifer Rode, die den Verein im Sommer verlässt, gegen Blomberg ihr letztes Spiel für die Elfen bestritten hat. Schon am Montag soll eine Magnetresonanztomographie (MRT) klären, wie schwer die Knieverletzung der ältesten Rode-Schwester tatsächlich ist.

Das leistungsgerechte Remis in einem packenden, kurzweiligen, aber nicht besonders hochklassigen Duell bot aber auch Anlass zur Freude. Torhüterin Nele Kurzke präsentierte sich in Gala-Form, zeigte zahlreiche Paraden – darunter auch einige in größter Not. Und bis kurz vor dem Schock von Rodes Ausscheiden stand die Defensive meist gut und verhinderte insbesondere die gefürchteten schnellen Gegenangriffe, für die Blomberg bekannt ist – was leider später nicht mehr so gut funktionierte.

Zu den Lichtblicken gehörte trotz des abschließenden Fehlwurfs auch Jurgutyte, nach Svenja Huber (7 Tore) mit sechs Treffern beste Schützin der Elfen. Pia Adams (2) zeigte nach ihrer Einwechslung vielversprechende Ansätze. Das konnte zwar nicht das Fehlen von Spielerinnen mit hinreichender Torgefahr – wie Jennifer Rode oder Mareike Thomaier – beheben, darf aber zumindest als Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Jung-Nationalspielerin Mia Zschocke war diesbezüglich keine große Hilfe. Sie machte eines ihrer schwächeren Spiele im Elfen-Trikot.

So war Trainerin Renate Wolf am Ende hin- und hergerissen, wie sie die Partie und das Ergebnis einordnen soll. Zur finalen Bewertung muss sie wohl noch das Ergebnis des MRT abwarten.

Elfen Kurzke, Fehr (nicht eingesetzt) – Jurgutyte (6), Seidel (1), Zschocke (1), Souza (1), Kämpf (n.e.), Bruggeman (1), Huber (7/6), Adams (2), Jo. Rode, Je. Rode (4), E. Rode.