TSV Bayer 04 Leverkusen: Team von Robert Nijdam blamiert sich gegen das Schlusslicht

Ohne Chance gegen Halle-Neustadt : Nijdams Team blamiert sich gegen das Schlusslicht

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 haben das Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Halle-Neustadt verloren. Beim 25:32 konnte die von Robert Nijdam trainierte Mannschaft zu keinem Zeitpunkt an ihre gewohnte Form anknüpfen.

Vielleicht waren sie mit den Gedanken im Straßenkarneval, jedenfalls dürften sich die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen ihre Partie gegen den SV Union Halle-Neustadt ganz anders vorgestellt haben. Mit 32:25 (13:10) fertigten die Mitteldeutschen die Elfen am Sonntagnachmittag ab, wirklich gefährlich wurden die Gastgeberinnen vor 400 Zuschauern in der Ostermann-Arena nicht. „Wir hätten drei Stunden spielen können, und es hätte nichts gebracht“, sagte Leverkusens Trainer Robert Nijdam, dessen Mannschaft auf Rang sechs in der Tabelle abrutscht.

Die „Wildcats“ ließen von der ersten Minute an wenig Zweifel daran, dass sie gewillt waren, ihren ersten Saisonsieg einzufahren. Trainerin Tanja Logvin hatte ihre Spielerinnen hervorragend eingestellt, Nijdams Akteurinnen warfen dagegen gleich in der Anfangsphase drei Siebenmeter weg. Dass Halle bislang erst zwei Remis holte und sonst alle Spiele verlor, kaschierten die Elfen mit ungenauen Abschlüssen und einer ungewohnten Unsicherheit der normalerweise stabilen Deckung. „Wenn man schon sieht, dass wir alleine 19 Chancen weggeworfen haben, sagt das alles“, sagte Nijdam.

60 Minuten lang lag Bayer durchgehend hinten und kämpfte sich zwar einige Mal heran, verlor aber spätestens ab der 40. Minute völlig die Linie und überließ den Gästen endgültig das Feld. Damit ist Halle-Neustadt eine Art Angstgegner für die Werkselfen geworden: Im Hinspiel siegten die Rheinländerinnen erst nach einer Energieleistung, im Pokal warf Halle Nijdams Schützlinge aus dem Turnier. Eine Wiedergutmachung gelang dem Team um die deutschen Nationalspielerinnen Jennifer Rode und Mia Zschocke nicht.

„Ich spiele mit ganz wenigen Leuten, viele sind krank oder verletzt“, klagte Nijdam, der aber trotzdem klarstellte: „Wir haben nicht gut gespielt.“ Um den möglichen Rückschlag bei dem Kampf um die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb machte er sich allerdings keine Sorgen. „Es ist sowieso erstaunlich, wie weit oben wir mit dieser jungen Mannschaft stehen“, sagte der Niederländer. Exemplarisch dafür steht wohl die erst 16 Jahre alte Alexandra Humpert, die Nijdam in der zweiten Spielhälfte ins Tor der Leverkusenerinnen beorderte.

Die Karnevalstage dürften nun etwas vermiest sein. „Ich bin jetzt schlecht drauf“, sagte Nijdam und stellte sicherheitshalber klar: „Karneval hasse ich ohnehin.“

TSV Bayer Fehr, Humpert – Thomaier, Zschocke (2/1), Potocki (1), Souza, Kämpf, Bruggemann (1), Hodel (1), Berndt (3), Polsz, Jo. Rode (7/5), Pereira, Je. Rode (7), E. Rode (3), Holste