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TSV Bayer 04 Leverkusen: Svenja Hubers trifft per Siebenmeter zum Sieg

Handball, Frauen-Bundesliga : Hubers Siebenmeter bringt Elfen den Sieg

Leverkusens Bundesliga-Handballerinnen gewinnen dank eines Treffers ihrer Kapitänin knapp mit 27:26 gegen die HSG Bensheim/Auerbach. Trainer Martin Schwarzwald zeigt sich erleichtert.

Auf so viel Spannung hätte Trainer Martin Schwarzwald sicher gerne verzichtet. Trotz früher Sieben-Tore-Führung (9:2) und fünf Treffern Vorsprung zur Halbzeit mussten sich Bayers Bundesliga-Handballerinnen am Ende zum Heimsieg gegen die HSG Bensheim/Auerbach zittern. 18 Sekunden waren nur noch zu absolvieren, als Spielführerin Svenja Huber den entscheidenden Strafwurf zum Endstand von 27:26 verwandelte. Mit abgelaufener Spielzeit hatten die Gäste per Freiwurf sogar noch die Chance zum Ausgleich.

Als der Versuch in der vielarmigen Mauer der Elfen hängen blieb, waren die Hausherrinnen hin und hergerissen zwischen lautstarker ausgelassener Freude und großer Erleichterung. Nach einem kurzen Reigen mit der zukünftigen Bensheimerin Vanessa Fehr als vergnügtem Mittelpunkt fielen sich die Spielerinnen in die Arme und schnauften erst einmal durch. Die zweite Hälfte hatte ihnen nervlich wie kämpferisch viel abverlangt. „Dass wir dieses Spiel noch gewonnen haben, war schon für den Kopf unglaublich wichtig“, betonte Coach Martin Schwarzwald. Ihm war die Erleichterung mindestens ebenso anzumerken wie seinen Schützlingen.

Bei allen nicht immer verständlichen Fehlern und Schwächen im Abschluss bleibt nun im Rückblick von diesem durchwachsenen Durchgang doch ein positives Gefühl. Denn mit einer Mischung aus Nervenstärke – Huber verwandelte sicher, nachdem ihr Versuch zuvor an der Latte gelandet war – und der ungebrochenen Moral mit einem stark verteidigten letzten Angriff unter Druck.

„Heute ist es leicht, über die Fehler hinwegzusehen“, betonte der Übungsleiter der Elfen. Er weigerte sich, über die vielen Ausfälle zu klagen, obwohl ihm Kreisläuferin Hildigunnur Einarsdottir und gleich vier Rückraumspielerinnen fehlten, weil neben den verletzten Mia Zschocke, Mareike Thomaier und Fanta Keita kurzfristig auch Jule Polsz (leichte Gehirnerschütterung) passen musste. Die Spielerinnen, die zur Verfügung standen, machten es bis zur Pause mehr als ordentlich, verdienten sich die teilweise überraschend deutliche Führung mit guter Abwehr und starken Angriffen. Allerdings zeigten sich auch im ersten Spielabschnitt schon Probleme – immer dann, wenn Bensheim das Tempo anzog. Das wurde den Elfen nach dem Seitenwechsel sogar fast zum Verhängnis.

„Da zog Bensheim das Tempo noch mehr an und unsere Antwort war, dass wir das Spiel auch schnell machen wollten, uns dabei aber einfach zu viele Fehler geleistet haben“, analysierte Schwarzwald. Er habe vor allem in den ersten 30 Minuten viel Gutes gesehen, aber insbesondere nach der Pause auch eine Menge weniger schöne Eindrücke gewonnen – mit dem bekannten erfreulichen Ende.

Für diesen Montag hat der Trainer seinen Elfen erst einmal einen freien Tag gegönnt, auch mit Blick auf das sehr anstrengende Wochenende, das vor ihnen liegt. Denn nach dem Heimspiel gegen Buxtehude am Freitagabend (18.55 Uhr, Ostermann-Arena), das der Fernsehsender Eurosport live überträgt, sind die Leverkusenerinnen am Sonntag (16 Uhr) direkt noch einmal gefordert. Dann müssen die Leverkusenerinnen auswärts bei den Bad Wildungen Vipers antreten.

Elfen Graovac, Fehr (bei einem Siebenmeter) – Jurgutyte (4), Hinkelmann, Sprengers (5), Holste (4), Souza, Kämpf (3), Bruggeman, Lopes (6), Huber (5/4), Terfloth, Cormann.