TSV Bayer 04 Leverkusen: Sieben Medaillen und ein Rekord für den TSV

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften : TSV sammelt sieben Medaillen in Berlin

Konstanze Klosterhalfen ist einmal mehr das Maß aller Dinge bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in der Hauptstadt. Doch auch andere Athleten aus Leverkusen überzeugen gegen die nationale Konkurrenz.

Ein Dutzend Medaillen waren das ausgegebene Ziel des TSV Bayer 04 bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin. Diese Marke hat der Verein mit insgesamt sieben Mal Edelmetall zwar knapp verpasst, aber trotzdem setzten die Athleten aus Leverkusen einige Ausrufezeichen in der Hauptstadt. Es war vor allem wieder einmal Konstanze Klosterhalfen, die im Olympiastadion für Furore sorgte. Im Alleingang unterbot sie den 20 Jahre alten deutschen Rekord über 5000 Meter deutlich.

Wo sie antritt, liefert sie ab – Klosterhalfen stellte bereits von Beginn des Rennens an klar, wo ihre 5000 Meter lange Reise am Samstagabend hingehen sollte: zum nächsten deutschen Rekord. Schnell setzte sich die Athletin vom Rest des Feldes ab, baute ihren Vorsprung im Verlauf der zwölfeinhalb Runden aus und überrundete zahlreiche Läuferinnen. Ihre bis dato gültige Bestzeit verbesserte die in den USA lebende Athletin um 25 Sekunden – und unterbot die Norm (15:22,00 Minuten) für die Weltmeisterschaften in Doha (Katar) um fast eine Minute.

„Mein Coach und ich haben im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften schon über den Rekord gesprochen. Die Zwischenzeiten, die mir zugerufen wurden, habe ich nicht wirklich gehört, weil die Stimmung hier grandios ist. Also bin ich einfach gerannt und freue mich jetzt sehr über den Rekord“, erklärte die Deutsche Meisterin, die seit Anfang des Jahres Teil des wegen seiner Trainingsmethoden umstrittenen „Nike Oregon Project“ ist und unter anderem deswegen ihren Lebensmittelpunkt in die Vereinigten Staaten verlegt hat.

Vereinskollege Mateusz Przybylko kehrte in das Stadion zurück, in dem ihm sein bislang größter Erfolg gelang. Vor einem Jahr gewann er in Berlin EM-Gold. Die nationalen Titelkämpfe spiegelten den bisherigen Saisonverlauf wider. Der 27-Jährige kämpfte immer wieder mit Verletzungen, so dass ihm viele Trainingssprünge fehlten. Am Sonntag schwang er sich über die Höhen von 2,10 Meter bis einschließlich 2,22 Meter im ersten Versuch. 2,25 Meter riss der Sportsoldat indes dreimal. Dennoch ließ er Falk Wendrich vom LAZ Soest (2,19 Meter) keine Chance und feierte seinen dritten deutschen Freilufttitel in Folge.

Der erwartete Stabhochsprung-Krimi hielt ebenfalls, was er im Vorfeld versprach. Am Ende gewann Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) mit 5,76 Metern. Der erst 20-jährige Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre, der als Titelverteidiger angereist war, sprang mit 5,71 Metern bis auf einen Zentimeter an seine persönliche Bestleistung heran und wurde deutscher Vizemeister. Pech hatte Newcomer Torben Blech. Bei 5,41 und 5,51 Metern demonstrierte er seine Stärke, indem er haushoch über die Latte sprang. Bei 5,61 Meter spielte der Wind aber nicht mehr mit. Am Ende gewann der ehemalige Zehnkämpfer mit Bronze dennoch seine erste Medaille bei deutschen Einzelmeisterschaften.

Mit Silber und einer beeindruckenden Serie überzeugte Hammerwerferin Carolin Paesler. Jeder ihrer sechs Versuche flog über 65 und ihr weitester über 66,38 Meter. Die Sprint-Staffel mit Yasmin Kwadwo, Jennifer Montag und den beiden Siebenkämpferinnen Anna Maiwald und Mareike Arndt drehte ebenfalls auf. Nur dem erwartungsgemäß stärkeren Quartett von der MTG Mannheim (43,92 Sekunden) mussten sich die Leverkusenerinnen geschlagen geben. Sie durcheilten die Stadionrunde in 44,21 Sekunden und freuten sich über Silber.

Auf den Punkt fit schickte Trainer Tobias Kofferschläger seine Athleten in die Wettkämpfe. Über 400 Meter verbesserte Tobias Lange seine Bestleistung auf 46,27 Sekunden und gewann die Bronzemedaille.

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