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TSV Bayer 04 Leverkusen: Renate Wolf warnt Elfen vor Nachlässigkeit

Auswärtsspiel beim Schlusslicht : Wolf will bei den Elfen keine Nachlässigkeiten sehen

Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte tun sich die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer bisweilen schwer. Am Samstag geht es für sie zum Schlusslicht.

Zum Wochenstart erhielten Renate Wolf und Michael Biegler, Trainer-Duo bei Bayers Bundesliga-Handballerinnen die gute Nachricht. Rückraumspielerin Jennifer Rode hat sich beim Remis gegen Blomberg doch nicht so schwer verletzt wie zunächst befürchtet. Statt einer schweren Bänderverletzung ergab die Untersuchung am lädierten Knie lediglich eine Knochenprellung. Damit wird die Linkshänderin zwar aussetzen müssen, kann aber wohl schon in Kürze wieder ins Training einsteigen. Die Partie beim Tabellenletzten Kurpfalz Bären am Samstag (18 Uhr) kommt für sie jedoch deutlich zu früh.

Deshalb hat das Trainerteam mit den Leverkusenerinnen unter der Woche geprobt, wie sie den Ausfall der ältesten Rode-Schwester kompensieren können. Eins zu eins ersetzen lässt die sich natürlich nicht. „Ohne sie müssen und werden wir unser Spiel umstellen“, betont Wolf. Sie ist optimistisch, dass das gelingt. Denn spielerisch haben sich die Elfen seit dem Trainerwechsel merklich weiterentwickelt, was vor allem an guten Tagen zu sehen ist. Besonders auffällig war das beim Überraschungserfolg gegen den Thüringer HC. Aber auf dem Papier ist der kommende Gegner ein anderes Kaliber als das Top-Team aus der Nähe von Erfurt – und genau das könnte zum Problem werden.

„Natürlich wäre alles andere als ein Sieg eine große Enttäuschung. Aber auf die leichte Schulter nehmen dürfen wir das Spiel deshalb nicht“, fordert Wolf. Wie bitter es für Favoriten werden kann, das Gastspiel in der Neurotthalle auf die leichte Schulter zu nehmen, bekam vor einigen Wochen die HSG Blomberg/Lippe zu spüren. Die musste am Ende sogar hochzufrieden mit dem Unentschieden sein, weil die Kurpfalz-Bären beim letztlich verworfenen Siebenmeter der überragenden Lara Eckhardt dem Sieg nah waren. Auch beim Leverkusener Erfolg im Hinspiel geriet der TSV nach starkem Beginn zwischenzeitlich stärker unter Druck als es das Endergebnis (31:23) vermuten lässt. Eine Häufung von Nachlässigkeiten, wie sie damals den Außenseiter wieder ins Spiel brachten, möchte die Trainerin im zweiten Treffen mit dem Schlusslicht nicht wieder sehen.

Schlechte Erinnerungen dürfte sie auch an das letzte Liga-Gastspiel bei den Kurpfalz-Bären (damals noch als TSG Ketsch) im September 2007 haben. Denn das ging für die auch damals von Wolf trainierten Leverkusenerinnen knapp verloren. Auf der Gegenseite standen seinerzeit übrigens Bayers heutige Rechtsaußen Svenja Huber und auf Linksaußen Elisabeth Garcia-Almendaris, die später für drei Jahre bei den Elfen aktiv war, ehe sie ihre Karriere frühzeitig beendete.

„Ketsch ist für die gute Jugendarbeit bekannt und hat immer wieder tolle Talente hervorgebracht“, zollt Wolf dem Klub Respekt. Weitere Beispiele für Klassespielerinnen, die ihre Karriere in der Kurpfalz starteten sind die Nationalspielerinnen Julia Behnke und Friederike Gubernatis sowie Franziska Garcia-Almendaris.

Aber was die Entwicklung von Talenten angeht, braucht sich auch Wolf nicht zu verstecken – ganz im Gegenteil. Gleich drei Eigengewächse kehren am Samstag in den Kader zurück: Mareike Thomaier sowie Lili Holste und Kim Lara Hinkelmann, die sich vergangenes Wochenende mit den Junior-Elfen das Viertelfinale zur Deutschen Meisterschaft der weiblichen A-Jugend erreicht haben.