TSV Bayer 04 Leverkusen: Ohne Mühe erreichen die Elfen die nächste Runde

Zwei Kantersiege im EHF-Cup : Elfen tanzen Sirtaki mit Zypriotinnen

Die Handballerinnen des TSV Bayer 04 feiern in der ersten Runde des Europapokals gegen Latsia Nikosia aus Zypern zwei klare Siege. Am Mittwoch starten sie gegen Neckarsulm in die Bundesliga-Saison.

Die schönste Szene des Europapokal-Wochenendes fand zwar auf dem Spielfeld statt, allerdings zu einem Zeitpunkt, als die sportliche Entscheidung längst gefallen war. Nach den überaus deutlichen EHF-Pokal-Erstrunden-Siegen der Handballerinnen des TSV Bayer 04 gegen Zyperns Vertreter Latsia Nikosia legten beide Teams in der Ostermann-Arena noch einen gemeinsamen Sirtaki aufs Parkett. Und zumindest dort konnten die handballerisch deutlich unterlegenen Gäste aus dem griechischen Teil der Mittelmeer-Insel den Elfen noch etwas vormachen – obwohl Pia Adams sich auch tänzerisch als durchaus begabt erwies. Das vergnügte Miteinander war ein schöner Abschluss eines Wochenendes, das die Schützlinge von Coach Robert Nijdam sportlich weniger forderte, als dem Niederländer lieb war.

Sowohl beim 40:5 (20:4) im nominellen Heimspiel in Bottrop als auch beim 36:5 (18:4) im offiziellen Auswärtsspiel vor heimischer Kulisse ließen die Leverkusenerinnen von Beginn an keinen Zweifel an einem deutlichen Erfolg aufkommen. So konnte es sich Nijdam erlauben, allen Spielerinnen viele Minuten zu geben – mit Ausnahme der angeschlagenen Mia Zschocke und Torhüterin Nele Kurzke, die vorsichtshalber noch geschont wurden.

Den Elfen gelang dabei durchweg der Spagat zwischen eigenem Anspruch, Spielfreude und Spektakel auf der einen Seite und dem nötigen Respekt vor dem Gegner, der – wenn es die Leverkusenerinnen drauf angelegt hätten – durchaus noch deutlicher unter die Räder hätten kommen können. Nijdam verordnete seinem Team das rechte Maß leichte Zurückhaltung, ohne zu sehr das eigene Spiel auszubremsen. Und manchen spielerischen Leckerbissen bekamen die Anhänger durchaus zu sehen – wie bei den beiden Treffern per Kempa-Trick im zweiten Treffen.

Keeperin Vanessa Fehr setzte sogar noch einen drauf: Sie schaffte nicht nur das Kunststück, in 120 Minuten nur zehn Treffer zu kassieren, sondern war auch selbst erfolgreich, als sie einen Freiwurf erfolgreich abschloss. „Das macht sie in der Vorbereitung öfter – und hat noch nie einen verworfen“, betonte Nijdam.

Die sportliche Aussagekraft war bei aller Freude über das tolle Erlebnis Europapokal freilich begrenzt. Aber es ließ sich durchaus erkennen, wie gut die Neuen im Team integriert sind. Und dass die Elfen mit der Verpflichtung der erfolgreichsten Schützin des Wochenendes – Hildigunnur „Didda“ Einarsdottir (insgesamt 14 Treffer) – am Kreis einen Glücksgriff getan haben. Im Gespann mit Anna Seidel, die beim Pflichtspiel-Comeback nach ihrer langen Verletzung auch überzeugte, macht die lange Isländerin Bayer am Kreis noch schwerer ausrechenbar.

Eine deutlich aussagekräftigere Probe dafür, wie gut das Zusammenspiel bereits funktioniert, erwartet die Leverkusenerinnen schon am Mittwoch. Da haben sie zum ersten Bundesligaspiel der Saison Neckarsulm zu Gast in der Ostermann-Arena. Bei aller Freude über das Erlebnis im EHF-Pokal wäre dem Trainer mit Blick auf diese Begegnung etwas mehr sportliche Herausforderung durchaus recht gewesen.

Bayer 04 (Hinspiel+Rückspiel): Fehr (0+1), Kurzke (jeweils nicht eingesetzt): Thomaier (5+5), Jurgutyte (keine Tore), Seidel (5+1), Zschocke (n.e.), Souza (2+4), Bruggeman (1+1), Hodel (1+1), Kinlend (3+0), Einarsdottir (8+6), Huber (5+2), Adams (3+4), Jo. Rode (4+0), Je. Rode (2+0), E. Rode (1+6).

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