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TSV Bayer 04 Leverkusen: Mareike Thomaier verletzt sich in Bietigheim

Handball, Frauen-Bundesliga : Thomaiers K.o. schockt die Elfen in Bietigheim

Die Bundesliga-Handballerinnen erreichen angeschlagen das Saisonende. Nationalspielerin Mareike Thomaier muss nach einem Schlag gegen ihr Kinn kurzzeitig ins Krankenhaus, kann aber mit den Elfen die Rückreise aus Bietigheim antreten. Das Rückspiel fällt ersatzlos aus.

Am Donnerstag trafen sich Bayers Handballerinnen ein letztes Mal in der Ostermann-Arena. Statt des ursprünglich geplanten zweiten Spiels gegen Bietigheim binnen 24 Stunden, das auf Antrag der Elfen abgesagt und nun für den Gegner gewertet wurde, stand zur allgemeinen Erleichterung jedoch eine kleine interne Saisonabschlussfeier auf dem Programm. Dabei wurde sicher auch der anstrengende Endspurt ein Thema – und ganz besonders die letzte Partie der Saison. Denn das Gastspiel in Bietigheim, dass die Hausherinnen am Mittwoch mit 28:25 (14:10) gewannen, verlangte den dezimierten Leverkusenerinnen noch einmal alles ab – und sorgte für einen Schreckmoment.

Es hatte gerade die 35. Spielminute begonnen und Karolina Kudlac-Gloc kreuzte bei einem Elfen-Angriff den Weg von Mareike Thomaier. Dabei traf die Bietigheimerin die Nationalspielerin ebenso hart wie unabsichtlich mit dem Ellenbogen am Kinn. Thomaier ging benommen zu Boden und erlitt zum Schrecken aller Anwesenden sogar einen kurzen Krampfanfall.

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Nach minutenlanger Behandlung auf dem Feld konnte sie sich jedoch aus eigener Kraft auf die Krankentrage legen und wurde sofort zur Kontrolle in eine Klinik gebracht. Erst nach dem Spiel konnte die mitgefahrene Co-Trainerin Anne Krüger telefonisch Entwarnung geben. Bei einer Computer-Tomographie zeigten sich zwar eine Gehirnerschütterung und mehrere Stauchungen, aber zum Glück nicht Schlimmeres. Coach Martin Schwarzwald verschob kurzerhand die Rückfahrt an den Rhein, damit Thomaier mit an Bord sein konnte. Erst um 23 Uhr ging es heimwärts, die Ankunft war mitten in der Nacht.

Der Zwischenfall hatte zwar nichts mit der angespannten Personallage nach dem Corona-Ausbruch und der nötigen Quarantäne zu tun. Er bekräftige die Elfen aber noch einmal in der Entscheidung, aus Rücksicht auf die Gesundheit des Teams auf das zweite Duell mit Bietigheim zu verzichten. „Schon dieses erste Spiel war kaum zu verantworten – und vor weiteren Belastungen nur einen Tag später haben uns die Ärzte ausdrücklich gewarnt. Natürlich war uns das Wohlergehen der Spielerinnen wichtiger als mögliche Punkte“, betonten Schwarzwald und Managerin Renate Wolf unisono.

Hätte am Donnerstag tatsächlich gespielt werden müssen, wäre auch noch Thomaier ausgefallen. „Dann hätte wohl ich selbst auch noch mitspielen müssen, damit wir ein Team zusammen bekommen hätten“, sagte Schwarzwald scherzhaft. Nach Lachen war aber freilich keinem Mitglied der Leverkusener Reisegruppe zumute, die personell auf der letzten Rille ins finale Spiel gegangen war.

Selbst als Thomaier die ersten etwas mehr als 30 Minuten noch mitwirken konnte, standen den Elfen in Bietigheim nur acht Feldspielerinnen zur Verfügung. Und die waren nach anstrengenden Wochen teils angeschlagen. Mariana Ferreira Lopes stand zwar auf dem Feld, konnte aber wegen einer der Dauerbelastung geschuldeten Ellbogenblessur keinen kraftvollen Wurf abgeben. Auch Linksaußen Zoë Sprengers war längst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Die Nachwirkungen ihrer Corona-Infektion machten ihr so sehr zu schaffen, dass sie im Spiel zum Warmmachen bereits nach fünf Minuten arg zu schnaufen begann.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Bayer mit dem letzten Aufgebot noch eine mehr als ordentliche Leistung zeigte. Nach gutem Beginn (7:7) steckten die Gäste vom Rhein gleich zweimal einen Sechs-Tore-Rückstand weg und hatten beim Stand von 26:24 (55.) gleich eine doppelte Chance, bis auf ein Tor heranzukommen. „Eine unfassbare Leistung angesichts der ganzen Widrigkeiten“, sagte Elfen-Trainer Schwarzwald.

Elfen Graovac, Fehr – Thomaier (1), Hinkelmann (4), Sprengers (5), Zschocke (1), Kämpf (2), Bruggeman (2), Lopes (3), Huber (7/3).