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TSV Bayer 04 Leverkusen: Joanna Rode lässt die Elfen jubeln

Zwei Spiele, zwei Siege : Joanna Rode lässt die Elfen jubeln

Erst wirft die 22-Jährige die TSV-Bundesliga-Handballerinnen zum Sieg in Göppingen, dann überragt sie beim Erfolg gegen die Vipers.

 Zum Jahresausklang bewiesen Bayers Bundesliga-Handballerinnen ein Händchen für Spannung, das auch einem Hollywood-Regisseur zur Ehre gereicht hätte. Zur Freude der von so viel Dramatik geplagten Interimstrainerin Renate Wolf verstanden die Elfen sich aber nicht nur auf das Krimi-Genre, sondern auch auf die in der Filmbranche so beliebte glückliche Wendung („Happy End“) – allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen. Beim 29:28 in Göppingen kamen sie nach einem Sechs-Tore-Rückstand noch zurück. Beim 25:24 gegen Bad Wildungen verspielten sie beinahe eine Neun-Tore-Führung. „So viel Spannung war völlig unnötig“, betonte die Ex-Nationalspielerin und meinte damit beide knappen Erfolge, die sie als Pflichtsiege einordnete.

Das noch etwas dramatischere Spiel am Doppel-Wochenende war das in Göppingen. Wenige Momente waren nur noch zu spielen – und die Leverkusenerinnen mussten sogar um das Remis zittern, weil Frisch Auf die vermeintlich letzte Wurfchance der unentschiedenen Partie erhielt. Doch Elfen-Keeperin Nele Kurzke krönte ihre starke Leistung, weil sie Romy Morl-Bachmanns Wurf unmittelbar vor dem Ende nicht einfach parierte. Sie reagierte auch gedankenschnell, schnappte sich das Spielgerät und passte es über das gesamte Spielfeld zur nach vorne geeilten Joanna Rode. Die hatte keine Mühe, den Ball zum 29:28-Sieg ins leere Tor (Göppingen hatte in Unterzahl eine sechste Feldspielerin eingewechselt) zu befördern.

Selbst Routinier Svenja Huber konnte sich die glückliche Wendung in letzter Sekunde anschließend nicht anders als mit höherem Beistand erklären. „Da oben“, sagte sie mir Blick gen Hallendecke, „war heute wohl jemand auf unserer Seite“. Versüßt wurde ihr und ihren Mitstreiterinnen ihr Erfolg dadurch, dass neben über 1600 Besuchern in der EWS-Arena auch viele Fans via Internet-Streaming und – erstmals in der Liga-Geschichte – beim Fernsehsender Eurosport den Krimi verfolgten.

Schlüssel zum Sieg war neben den Paraden der nach der Pause eingewechselten Kurzke einmal mehr die Leverkusener Abwehr. Die hatte durch eine Umstellung nach rund 40 Spielminuten – Mareike Thomaier meldete als vorgerückter Posten Göppingens Spielmacherin ab – endlich den gewünschten Zugriff.

Die überragende Spielerin des Doppelspieltags war aus Leverkusener Sicht zweifellos Joanna Rode – auch, aber nicht nur wegen des Siegtreffers in Göppingen. Bei Frisch Auf musste sie sich die Auszeichnung als beste Schützin noch mit Schwester Jennifer und Svenja Huber (je sechs Treffer) teilen, gegen Bad Wildungen war sie mit zehn Torerfolgen einsame Spitze. Und sie hatte damit großen Anteil daran, dass Wolf den Elfen nach zwei anstrengenden Partien für Montag die eigentlich anstehende Trainingseinheit erließ.

Weiter geht es für Bayers Handballerinnen im neuen Jahr schon am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. Im Fernsehen zu sehen sein werden sie bereits Ende Januar wieder. Zu Gast zum Live-Spiel ist dann (am 31. Januar) zum Abschluss der Hinrunde der Thüringer HC.

Elfen in Göppingen Fehr (bis 30. und bei einem Siebenmeter), Kurzke (ab 31.) - Thomaier (4), Jurgutte (1), Seidel (4), Zschocke (1), Souza, Bruggeman, Kinlend (1), Huber (6/3), Jo. Rode (6/2), Je. Rode (6), E. Rode (nicht eingesetzt).

Elfen gegen Bad Wildungen Kurzke, Fehr (bei vier Siebenmetern) – Thomaier (1), Jurgutyte (2), Seidel (2), Zschocke (1), Souza, Bruggeman, Kinlend (1), Huber (4/1), Hinkelmann (n.e.), Jo. Rode (10/5), Je. Rode (3), E. Rode (1).