Saison der Elfen im Rückblick (Teil 1/2) : Im Wechselbad der Gefühle

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer 04 Leverkusen liefern unter Michael Biegler stark schwankende Leistungen. Im November wirft der ehemalige Nationalcoach das Handtuch.

Die vergangenen Monate waren für Bayers Bundesliga-Handballerinnen so ereignisreich, turbulent und intensiv, dass der Start in die Spielzeit bereits deutlich länger her erscheint als nur ein Dreivierteljahr. Zur Erinnerung: In die Saison gingen die Elfen noch unter der Leitung von Ex-Bundestrainer Michael Biegler. Er wollte und sollte nach einer mehrmonatigen Übergangszeit im Dreiergespann mit Renate Wolf und Andreas Thiel alleine das Ruder übernehmen. Überdauert hat diese Lösung allerdings nur neun Pflichtspiele. Schon im November erklärte der für seine etwas knorrige Art bekannte Fachmann überraschend seinen Rücktritt.

Einen Nachfolger fand Managerin Wolf in Martin Schwarzwald, den sie erfolgreich vom Mainzer Drittligisten SG Bretzenheim loseiste – und der die Elfen und ihre Spiele auch vor seinem Engagement unterm Bayer-Kreuz aufmerksam verfolgt hat. Rückblickend betrachtet gab die Zeit unter Biegler in vielerlei Hinsicht schon einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. „Wie der Start, den ich noch aus der Ferne verfolgt habe, war auch die gesamte Saison ein echtes Wechselbad der Gefühle“, betont Schwarzwald.

  • Zwölf Spielerinnen verlassen Bayers Fußballerinnen. Ein
    Fußball, Frauen-Bundesliga : Bayers Fußballerinnen vollziehen einen Umbruch
  • Trotz fast aussichtsloser Lage, Trainer David
    Jugendhandball : A-Jugend des TSV schließt die Saison als Vizemeister ab
  • Die Berlinerin Mariam Salloum ist am
    Wasserball : SV Bayer verliert erstes Finalspiel im Fünf-Meter-Werfen

Dem deutlichen Auftakterfolg gegen Halle-Neustadt folgten Pleiten in Bensheim und Buxtehude, einer kleinen Serie mit Erfolgen in Metzingen, gegen Bad Wildungen und beim Thüringer HC sowie die knappe Niederlage gegen Blomberg. Die Unberechenbarkeit gipfelte dann in den beiden letzten Partien unter Biegler. Im Abstand von nur einer Woche landeten die Elfen in Neckarsulm erst im Pokal einen verdienten Sieg und wirkten dann bei der Niederlage im zweiten Aufeinandertreffen in der Liga fast ideen- und konzeptlos.

Ein ständiger Begleiter in dieser zweiten Corona-Saison war neben meist leeren Zuschauerrängen auch die Pandemie selbst – zunächst nur durch sicherheitshalber verhängte Quarantäne-Maßnahmen. Als Kontaktperson eines Infizierten verpasste Zoë Sprengers die Partie in Bensheim. Das restliche Team erfuhr erst kurz vor Abfahrt, dass es nicht betroffen ist.

Auch Biegler musste nach einem Corona-Fall im privaten Umfeld einmal aussetzen. Das Spiel in Thüringen leitete darum Abteilungsleiter Andreas Thiel. Unter Anleitung des „Hexers“ gelang im packenden TV-Livespiel ein überraschender Sieg, der sicherlich zu den Höhepunkten der Spielzeit zählte.

Neben den Auswirkungen des Coronavirus, das Bayer später im Spieljahr noch deutlich härter treffen sollte, waren auch schwere Verletzungen ein häufiger Wegbegleiter. Schon früh im Jahr erwischte es Nationalspielerin Mareike Thomaier bei einem Lehrgang des Nationalteams. Noch schlimmer dran war Fanta Keita, der gegen Blomberg das Kreuzband riss – und sie erst jüngst bei der Afrikameisterschaft für den Senegal ihr Comeback geben konnte.

Personell wurde es im weiteren Saisonverlauf bekanntlich nicht besser. Mehr dazu folgt im zweiten Teil des Saisonrückblicks, der die Zeit ab Schwarzwalds Amtsübernahme behandeln wird.