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TSV Bayer 04 Leverkusen: Haris Hujic' Ziel ist die Bundesliga

Basketball, 2. Liga : Das große Ziel von Haris Hujic ist die Bundesliga

Haris Hujic ist mit 16 Punkten im Schnitt erfolgreichster Korbjäger der Giants. Der 23-jährige Basktetballer des TSV Bayer 04 will mit einem guten Gefühl in die Play-offs gehen.

Am vergangenen Mittwoch hat Haris Hujic zum ersten Mal ein Spiel der Bayer Giants verpasst. Eine Lebensmittelvergiftung hatte den Flügelspieler zur vorübergehenden Schonung gezwungen, so dass er beim 97:90-Erfolg bei den Nürnberg Falcons nicht antreten konnte. Dort hatte der gebürtige Lüdenscheider mit 18 Jahren seine Profikarriere begonnen. An diesem Samstag reist er mit dem den Leverkusener Zweitliga-Basketballern zum abschließenden Duell der regulären ProA-Saison. In Tübingen geht es ab 19.30 Uhr vor Play-off-Beginn allerdings nur noch um die Ehre.

Die Giants stehen als Tabellenfünfter fest. „Trotzdem werden wir das Spiel nicht zu locker angehen lassen“, sagt Hujic. „Wir wollen ja auch mit einem guten Gefühl in die Play-offs gehen.“ Das hat zuletzt gestimmt. Die Giants haben sieben ihrer jüngsten acht Partien gewonnen. „Die Saison ist schon sehr gut gelaufen“, findet der Flügelspieler, der auch immer wieder den Aufbau organisiert. „Ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass wir eine sehr gute Truppe zusammen haben. Es ist toll, dass sich das dann auch bestätigt hat.“

Mit 13 Siegen und einer Niederlage sind die Giants zu Hause die erfolgreichste Mannschaft der Liga, aber auch auswärts kamen die Basketballer zuletzt in Schwung. Der Grund dafür ist in der Breite des Kaders zu suchen, doch Hujic ragt aus dem Kollektiv immer wieder heraus. „Dass er das kann, war mir vorher klar“, sagt Hansi Gnad. „Ich bin früher mit Nachwuchsmannschaften immer wieder auf ihn getroffen. Da war er schon sehr auffällig.“ Als der Trainer dann im vorigen Sommer die Gelegenheit bekam, ihn zu verpflichten, hat er zugeschlagen. „Er war mit Abstand der Erste, den ich für die Saison sicher hatte.“

Zufall war das nicht. Hujic spielte in der vorigen Saison bei den Rostock Seawolves. „Während es für mich persönlich immer besser lief, haben wir als Mannschaft nicht die gewünschten Ergebnisse gehabt“, blickt Hujic zurück. Ausgerechnet mit der Verpflichtung von Dirk Bauermann als Trainer fiel er aus der Rotation und spielte kaum noch. „Damit musste ich umgehen“, sagt der Basketballer, der zugibt, dass ihm das nicht leicht fiel. „In diesem Fall kann man fast sagen, dass dann zum Glück Corona kam und die Saison beendet wurde.“

Hujic meint dies freilich nur aus sportlicher Sicht. Denn gerade als der endgültige Abbruch feststand, meldete sich auch schon sein Agent. „Der meinte, dass Hansi Gnad mich in Leverkusen wolle. Wir haben dann sehr schnell miteinander gesprochen und waren zügig einig“, erläutert er. „Denn zu dem Zeitpunkt im April 2020 wusste niemand, wie es weitergeht. Ich war sehr glücklich, dass ein Verein ein so großes Interesse an mir hat. Ich habe quasi aus dem Bauch heraus unterschrieben.“

Bereut hat er es nie. Es ist ein Wechsel, von dem alle Seiten profitiert haben. Hujic hat genau die Rolle, die er sich wünscht. Und er zahlt dieses Vertrauen mit zum Teil überragenden Leistungen zurück. „Ich bin so froh, dass er hier ist“, sagt Gnad. „Er ist der erste Spieler, den ich für die kommende Saison in Leverkusen halten möchte. Das hängt aber nicht von uns ab, sondern die Entscheidung liegt letztlich bei ihm.“

Grundsätzlich möchte Haris Hujic auch bleiben. Nur die Bundesliga könnte dazwischenkommen. „Mein Vertrag läuft eigentlich noch ein Jahr weiter“, erläutert der 23-Jährige. „Wenn aber ein höherklassiger Verein anklopft, habe ich die Möglichkeit zum Ausstieg.“ Dass er diese nutzt, will er nicht ausschließen. Denn es ist Hujic‘ ganz großer sportlicher und beruflicher Traum, im Basketball-Oberhaus Fuß zu fassen. Allerdings geht es ihm dabei nicht darum, als „Quoten-Deutscher“ in die Spielklasse geholt zu werden. „Wenn ich es mache, möchte ich auch die Chance haben, eine gute Rolle zu spielen.“ Einige Minuten hat der Flügelspieler in Oldenburger Diensten zwischen 2016 und 2019 bereits in der Bundesliga absolviert. „Überwiegend habe ich dort aber im ProB-Team gespielt. In dem lief es gut, aber in der ersten Mannschaft hat es noch nicht gereicht.“ Dies würde er künftig gerne ändern.

Bis dahin gilt Hujic‘ volle Aufmerksamkeit jedoch den Giants und den anstehenden Play-offs. Auf welche drei Teams sie in der Gruppe treffen, entscheidet sich erst an diesem Wochenende. „Klar ist, dass wir gegen einige Favoriten spielen“, sagt der Sportler. „Wir werden alles daransetzen, sie zu ärgern – und schauen dann mal, was am Ende dabei rauskommt.“