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TSV Bayer 04 Leverkusen: Hansi Gnad plant den neuen Kader der Giants

Basketball, 2. Bundesliga (ProA) : Für Gnad geht in der Pause die Arbeit weiter

Während die Mannschaft des Basketball-Zweitligisten in die verdiente Sommerpause geht, kommt der Trainer der Bayer Giants nicht zur Ruhe. Er arbeitet bereits am Kader für die nächste Saison.

Es bleibt eine Sensation, was die Bayer Giants in dieser ProA-Saison geschafft haben. Die Basketballer sind trotz eines vergleichsweise niedrigen Etats Vizemeister und haben das Aufstiegsrecht in die Bundesliga gewonnen. Dass sie das als Rekordmeister aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen können, gehört allerdings auch zur bitteren Wahrheit dieser Spielzeit. Der Fokus von Trainer Hansi Gnad gilt dennoch bereits der neuen Saison.

„Es ist mein Job, Spieler zu entwickeln und Begegnungen zu gewinnen“, beschreibt Gnad seine Motivation, auch in der kommenden Saison in der ProA auf Korbjagd zu gehen. „Uns ist aber auch klar, dass es extrem schwierig wird, das, was wir erreicht haben, zu toppen.“ Es war eine Spielzeit wie aus dem Bilderbuch. Nachdem die Giants zunächst eine Heimmacht waren und in der regulären Saison 13 von 14 Partien in der Ostermann-Arena gewonnen hatten, drehte das Team kurz vor den Play-offs auch auswärts auf.

Mit entsprechendem Schwung ging es in die sechs Entscheidungsspiele. In einer Play-off-Gruppe mit den beiden Topfavoriten Rostock und Jena setzten sich die Giants durch. Lediglich in Jena verlor die Mannschaft, alle anderen Spiele gingen an Leverkusen, das völlig überraschend den ersten Platz holte. „Wenn ich mich an die Saison erinnere, werde ich immer an die zwei Wochen mit diesen sechs Spielen denken“, sagt Gnad. „Das war einfach phänomenal.“

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Die kleine Fehde mit Gnads langjährigem Weggefährten Dirk Bauermann stellt dabei so etwas wie das „i-Tüpfelchen“ dar. „Für mich wäre es nie etwas Besonderes gewesen, ein Spiel gegen eine Mannschaft von Dirk zu gewinnen“, sagt der Giants-Coach. „Aber sein Spruch war eine extra Portion Motivation für uns. Da musste ich gar keine Ansprache mehr halten.“ Bauermann hatte als Trainer der Rostock Seawolves nach der Niederlage in Leverkusen eine Kampfansage gemacht und sinngemäß angekündigt, dass man im Rückspiel sehen könnte, warum die Giants nur Fünfter der Vorrunde gewesen waren.

Er sollte sich täuschen. In letzter Sekunde glichen die Leverkusener eine verloren geglaubte Begegnung aus und überrumpelten den Tabellenersten der regulären Saison in der Verlängerung. „Das war natürlich ein großes Ding für uns alle“, sagt Gnad, der im Nachgang keinen Kontakt mehr mit Bauermann hatte. „Aber wir haben auch vorher nicht so häufig gesprochen. Daher hat das jetzt keine besondere Bedeutung.“

So geschichtsträchtig die Saison aus Giants-Sicht war, bleibt auch abgesehen vom nicht realisierbaren Aufstieg ein bitterer Beigeschmack. „Man muss sich überlegen, wie viele Zuschauer wir hätten mobilisieren können. Da spielen wir eine solche Runde und keiner darf in die Halle. Das ist emotional schade, aber natürlich auch in finanzieller Hinsicht“, sagt Gnad, der den Kader für die kommende Saison konservativ planen muss. „Große Sprünge sind nicht drin. Die Spieler, die bleiben, können leider keinen Euro mehr bekommen. Das wäre in der freien Wirtschaft nach einer solchen Arbeitsleistung undenkbar.“

Daher rechnet der Trainer auch nicht damit, dass Haris Hujic bleibt. Der 24-Jährige hat sich bei den Giants nicht nur hervorragend entwickelt, er war einer der absoluten Leistungsträger – und er hat die Bundesliga al Ziel. Angebote soll er bereits einige haben. „Daher kann ich natürlich verstehen, wenn er das wahrnimmt. Ich denke, das kann jeder nachvollziehen – so gerne ich ihn natürlich weiter in unseren Reihen wüsste.“

Mit anderen Spielern ist Gnad bereits einig. Fix ist der Verbleib von JJ Mann und Marko Bacak. „Da kommen zeitnah noch ein paar Namen hinzu und auch einen Zugang haben wir schon sicher“, sagt Gnad, der selbst nicht vorhat, die Leverkusener Richtung Bundesliga zu verlassen. „Mein Herz hängt an diesem Verein. Es wäre mein Traum, Leverkusen doch noch einmal in die höchste deutsche Spielklasse zu bringen“, betont der Trainer. „Trotzdem höre ich mir natürlich auch Angebote an. Man soll niemals nie sagen. Aber dafür müsste einfach alles passen.“

Als Beispiel nennt der Coach ein Angebot aus dem italienischen Verona, wo er zwei Jahre seiner aktiven Karriere verbracht hat. „Das war so schön, da würde ich nur wegen der guten Pizza und des Weins wieder hingehen. Und meine Frau wäre auch begeistert.“