TSV Bayer 04 Leverkusen: Handballerinnen stehen vor einem Krimi-Finale um Europa

Spannender Endspurt : Elfen stehen vor einem Krimi-Finale um Europa

Drei Teams mit gleicher Tordifferenz kämpfen um den fünften Platz, der für den Europapokal reichen könnte. Die Leverkusenerinnen sind eines davon.

Spannung bleibt auf der Zielgeraden der Saison 2018/19 ein treuer Begleiter der Handballerinnen von Bayer 04. Platz vier ist nach der unglücklichen Niederlage beim Thüringer HC zwar nur noch theoretisch möglich, aber wahrscheinlich reicht auch der fünfte Rang zur Qualifikation für den Europapokal. Zwei Spieltage vor dem Ende läuft ein Dreikampf um den begehrten Platz, der kaum packender sein könnte. Mittendrin stecken die Elfen – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn von drei Bewerbern, die nur die Tordifferenz trennt, hat das Team von Trainer Robert Nijdam die zweitbeste Ausgangsposition. Vier Treffer liegen die Leverkusenerinnen (+10) hinter Borussia Dortmund (+14) – und sechs vor Blomberg-Lippe. Als hätte die Horrorfilm-Legende Alfred Hitchcock das Drehbuch für den Endspurt der Liga geschrieben, ist der Verfolger am Sonntag zu Gast in der Ostermann-Arena (16 Uhr).

Das Ziel für diese Partie ist klar: Mit einem Sieg wollen die Leverkusenerinnen Blomberg auf Distanz halten und sich dabei möglichst deutlich durchsetzen, um den Rückstand auf den BVB aufzuholen. „Wir beschäftigen uns erst einmal mit dem Spiel am Sonntag. Da wartet ein hartes Stück Arbeit auf uns“, betont Elfen-Managerin Renate Wolf.

Während Coach Robert Nijdam alle Rechenspiele um eine mögliche Qualifikation vom Team fernhalten will, beschäftigt sie sich durchaus schon mit allen Eventualitäten. Eine Sache ist dabei für Wolf klar. „Wenn das Team sich sportlich qualifiziert, werden wir alles für die Teilnahme am Europapokal in die Wege leiten“, betont die 61-Jährige.

Damit die Gedankenspiele zur Rückkehr auf die europäische Handballbühne zu konkreten Vorbereitungen werden können, dürften aber in jedem Fall zwei Siege nötig sein. Da sowohl das Duell mit Blomberg als auch die abschließende Begegnung mit Neckarsulm vor eigenem Publikum ausgetragen wird, hofft Wolf im Krimi-Finale auf die moralische Unterstützung möglichst vieler Fans. Das Team jedenfalls hätte sich mit einer starken Saison den Rückhalt redlich verdient. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Leverkusener Talentschmiede durch Niederlagen gegen drei Teams aus den unteren Regionen der Tabelle um eine noch bessere Ausgangsposition gebracht hat. „Sollen wir deshalb dieser jungen Mannschaft böse sein?“, fragt die Managerin rhetorisch – und gibt die passende Antwort gleich mit dazu: „Sicher nicht!“

Diese Meinung ist in Leverkusen sicherlich mehrheitsfähig. Denn auch die Anhänger der Elfen haben Coach Robert Nijdam und seine Schützlinge ins Herz geschlossen, haben die doch zumeist begeistert mit ihren Auftritten wie beim Sieg gegen Metzingen oder zuletzt bei den unglücklichen Niederlagen gegen Buxtehude oder in Thüringen.

Eine weitere Kostprobe ihres Könnens wollen sie nun auch gegen Buxtehude geben – ungeachtet der Tatsache, dass die personelle Lage weiter sehr angespannt ist. Aber dass sie auch die Ausfälle vieler Leistungsträgerinnen kompensieren können, haben die Elfen bereits mehrfach unter Beweis gestellt.

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