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TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants zeigen Comeback-Qualitäten gegen Rostock

Basketball, 2. Liga : Die Giants beweisen gegen Rostock Comeback-Qualitäten

Leverkusens ProA-Basketballer holen gegen die Rostock Seawolves einen 20-Punkte-Rückstand auf. Luis Figge ragt bei der insgesamt starken Teamleistung heraus.

JJ Mann hat es in der Hand. Der US-Amerikaner kann mit einem Dreier das Unmögliche möglich machen. Der Ball tippt an den Ring, doch Melvin Jostmann ist da, holt den Rebound und staubt 23 Sekunden vor Schluss zum zum 90:85 ab. In der Ostermann-Arena steht längst auch der letzte der rund 700 Zuschauer. Die Giants haben gegen die Rostock Seawolves ein ProA-Spiel gedreht, in dem sie zur Pause in allen Belangen unterlegen waren. Wenig später liegen sich die Zweitliga-Basketballer in den Armen und feiern einen 95:85-Sieg.

Mit schnellen Punkten von JJ Mann und Dennis Heinzmann, der mit einem Dunk gleich zu Beginn die Leverkusener Fans in Wallung brachte, erwischten die Giants den besseren Start. Doch der Lauf hielt nicht lange. Rostock fand zügig in die Partie und kaufte den Hausherren den Schneid ab. Die Seawolves verteidigten extrem aggressiv, speziell Luis Figge verließ nach drei technischen Fehlern in Serie völlig entnervt das Feld. Am Ende der Halbzeit gingen sechs Ballverluste auf sein Konto.

  • Dennis Heinzmann (mit Ball) geht für
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  • Der 1,97 Meter große Flügelspieler Luis
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  • Giants-Spieler JJ Mann (l.) im Duell
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Während die Gastgeber Probleme hatten, gute Wurfgelegenheiten herauszuspielen und diese dann auch zu nutzen, spielte Rostock phasenweise wie aus einem Guss. Der Halbzeitstand war mit 36:56 folgerichtig. Anstatt jedoch aufzustecken und das Ergebnis irgendwie im Rahmen zu halten, legte das Team mit Beginn des dritten Viertels eine Aufholjagd par excellence hin.

Rostock mühte sich und erzielte in den ersten acht Minuten nach Wiederbeginn nur sieben Punkte, während die Giants schier unfassbar versenkten: Jostmann und Luca Kahl trafen je zwei Distanzschüsse, Figge war ebenfalls für drei Zähler erfolgreich, gehörte aber auch sonst zu den Aktivposten. Die Partie war wieder offen. Kleine Rostocker Nadelstiche beantworteten die Hausherren umgehend. Jostmann sorgte für einfache Punkte, dann zog der in der ersten Hälfte glücklose Figge erfolgreich für zwei Punkte inklusive Foul zum Korb. Die Stimmung heizte sich auf. Noch drei Punkte Rückstand. Mann nahm den Dreier: 82:82.

192 Sekunden waren noch zu spielen. In der Ostermann-Arena hielt es niemanden mehr auf seinem Sitzplatz. Diese Giants-Hälfte war sensationell. Figge traf für drei Punkte mit Brettberührung. Dabei blieb es nicht. Sekunden später musste er es wieder in Bedrängnis versuchen. Der Ball flog im hohen Bogen ans Brett und zischte zum 88:84 durch die Maschen. Dieser Moment des Glücks war zu viel für Rostock. Figge krönte seine Vorstellung mit den Punkten 23 bis 25. Jostmann donnerte den finalen Dunk in den Korb.

„Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erlebt habe“, sagte Trainer Hansi Gnad. „Aber das war schon etwas Besonderes. Ich hatte zur Pause höchstens ein Fünkchen Hoffnung, aber dann haben wir einfach gespielt, während die Rostocker immer nervöser wurden. Die Jungs haben sich das Feiern verdient.“

Giants Figge (25), Jostmann (16), Mann (16), Kahl (10), Goodin (8), Heinzmann (7), Gille (4), Reaves (4), Winter (3), Bacak (2), Merz, Funk.