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TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants wollen eine Schippe drauflegen

Basketballer fahren nach Chemnitz : Giganten gegen den Kaninchen-Komplex

Die Bayer Giants sind am Samstag beim Aufstiegsfavoriten Niners Chemnitz zu Gast. Trainer Hansi Gnad nimmt sein Team in die Pflicht, das am ersten Spieltag der ProA zu ängstlich und fehlerhaft agierte.

Zufrieden mit dem ersten Auftritt seiner Mannschaft in dieser Saison war Hansi Gnad nicht. Die Giants verloren ihr Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven mit 63:74 und ließen dabei viele Chancen auf einen möglichen Sieg liegen. Bei den Niners Chemnitz dürfte am Samstag (19 Uhr) die Herausforderung noch größer sein. Die Sachsen visieren den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga an.

In der vorigen ProA-Saison war Chemnitz schon nah dran. Doch trotz des ersten Platzes nach der Vorrunde unterlagen sie im Semifinale dem späteren Meister und neuen Erstligisten aus Hamburg mit 2:3. „Ich schätze das Team in dieser Spielzeit sogar noch stärker ein“, sagt Giants-Coach Gnad. Die Niners bekamen drei Zugänge aus der Bundesliga. Luis Figge wechselte von den Basketball Löwen Braunschweig, Jan Wimberg von Bremerhaven und Christopher Carter von Rasta Vechta nach Chemnitz. Dazu kam in Terrell Harris ein weiterer US-Amerikaner, der den ohnehin schon von Virgil Matthews und Malte Ziegenhagen angeführten starken Kader weiter aufbesserte.

Bei Phoenix Hagen lief noch nicht alles nach Plan. In den letzten Sekunden der Partie deutete sich bereits die Verlängerung an, doch dann traf Zugang Carter mit der Schlusssirene zum 88:85-Erfolg aus neun Metern. „In Hagen muss man erstmal gewinnen“, betont Gnad. „Auch wenn das Ende natürlich ein bisschen glücklich war.“

Freilich würden die Giants gerne die Punkte aus Chemnitz entführen, doch für den Trainer stehen andere Dinge im Fokus. „Wir müssen erstmal unser Spiel spielen. So blöd das klingt, aber das Ergebnis ist zunächst zweitrangig. In unserer Situation wäre es ohnehin vermessen, wenn wir uns hinstellen und sagen, dass wir dort gewinnen.“ Die Auftaktniederlage gegen Erstliga-Absteiger Bremerhaven hat Gnad und seinem Team zugesetzt. „Wir haben wie das Kaninchen vor der Schlange gespielt – viel zu passiv.“

Leverkusen kam nicht in den Rhythmus und lief die gesamte Partie einem Rückstand hinterher. „Dann haben wir auch nicht immer die besten Würfe genommen, und in der Deckung gerade zu Beginn viel zu viel zugelassen.“ Die Stimmung war diese Woche entsprechend gedrückt. „Die Jungs waren unzufrieden, weil viele es nicht geschafft haben, ihre normale Leistung abzurufen. Da müssen wir in Chemnitz eine Schippe drauflegen, sonst wird es ganz hässlich für uns dort.“

Dennoch ist der 56-Jährige zuversichtlich. „So schlecht geworfen wie am ersten Spieltag haben wir in der vergangenen Saison vielleicht ein Mal. Die Jungs müssen wieder verinnerlichen, dass sie sich aufeinander verlassen können. Dann finden wir auch zurück zu unseren Stärken.“ Als Vorteil wertet der Coach auch, dass sein Team in Chemnitz und im Gegensatz zum Auftaktspiel ohne Druck aufspielen kann. „Wir wollen es dem Favoriten so schwer wie möglich machen. Mit einer entsprechenden Leistung dürfen wir auch nach einer Niederlage zufrieden sein.“