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TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants verpassen Titel in der ProA

Basketball, ProA (Finale) : Heimpleite gegen Heidelberg kostet die Giants den Titel

Gegen die Academics Heidelberg haben die Basketballer im ProA-Finale keine Chance. Einem 66:96 im Heimspiel folgt aber immerhin ein 93:93 auswärts.

Sagenhafte 16 von 17 Heimspielen hatten die Bayer Giants in dieser Saison gewonnen, auch aufgrund dieser Stärke ihre Play-off-Gruppe für sich entschieden und damit das sportliche Aufstiegsrecht zur Bundesliga in die Farbenstadt geholt. Doch im Finale um die Zweitliga-Meisterschaft war der Schwung beim Team von Trainer Hansi Gnad raus. Es kassierte am Samstag in der Ostermann-Arena eine 66:96-Pleite und stand damit vor dem Rückspiel am Sonntag quasi als Verlierer fest.

Von Anfang an war der Wurm bei den Giants drin. Nach 15 Minuten hatten lediglich Grant Dressler und Haris Hujic je einen Dreier getroffen, doch die Leverkusener hatten den Korb zwölf Mal aus der Distanz anvisiert. Zu ihrer eigentlichen Stärke fand die Truppe auch in der Folge nicht, so dass jedes Viertel verloren ging. Das zweite gaben die Hauserren sogar mit 9:24 ab.

„Die Heidelberger haben natürlich super verteidigt und waren immer an uns dran, aber das war schon etwas frustrierend“, sagte Trainer Hansi Gnad. „Man kann nicht sagen, dass bei uns die Luft raus war, aber als wir dann so klar hinten lagen, ging das Energielevel runter. Die Jungs wollten, aber die Beine haben es nicht mehr hergegeben.“ Bester Werfer war Sheldon Eberhardt mit zwölf Punkten. Er war es auch, der den spektakulärsten Korb erzielte, als er von außen hineinzog, seinen Gegenspieler stehen ließ und die Kugel per Dunk unterbrachte. Die erhoffte Initialzündung blieb aber aus, so dass die zweite Niederlage im 18. Heimspiel frühzeitig feststand.

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„So eine Fackel im letzten Spiel zu Hause ist natürlich ernüchternd“, befand Gnad und hoffte, im Rückspiel nur 26 Stunden später in Heidelberg nicht so unterzugehen. Das Vorhaben gelang. Die Giants dachten nicht daran, sich aufgrund der 30-Punkte-Hypothek aufzugeben und bestachen in der ersten Halbzeit mit einer hervorragenden Teamleistung. Der Coach rotierte tief, so dass mit Ausnahme von Thomas Fankhauser alle Giants punkteten.

Dennis Heinzmann und Eddy Edigin erarbeiteten einen Rebound-Vorteil, den die Leverkusener zum 49:45-Vorsprung zur Halbzeitpause nutzten. Im Anschluss plätscherte die Partie ein wenig dahin, doch die Giants wollten zumindest noch einen Achtungserfolg. Sie hielten einen knappen Vorsprung bis in den Schlussdurchgang und verbesserten im Vergleich zum Hinspiel auch ihre Dreier-Quote merklich. Insbesondere Grant Dressler bewies ein sicheres Händchen.

Für den Gesamtsieg kamen die Gäste zwar nicht mehr in Frage, doch in der umkämpften Endphase hatten sie alle Trümpfe in der Hand. JJ Mann wäre mit einem starken Endspurt fast zum Matchwinner geworden, doch er kassierte bei einem Dreier von der Mittellinie ein Foul, so dass die Heidelberger durch drei Freiwürfe von Jordan Geist noch ein 93:93 herausholen konnten.

„Nachdem wir 26 Stunden zuvor so vorgeführt worden sind, bin ich sowas von stolz auf die Jungs“, betonte Gnad. „Zu so einer Leistung gehört ganz viel Klasse.“ Etwas angefressen war der Coach über den scheinbar nachlässigen Umgang mit den Corona-Bestimmungen. „In der Heidelberger Halle waren bestimmt 100 Leute. Aber war soll‘s? Es war ein toller Abschluss für uns.“

Giants Spiel I Eberhardt (12), Hujic (10), Edigin (8), Mann (8), Dressler (8), Heinzmann (7), Bacak (7), Blass (4), Lohaus (2), Kahl, Fankhauser, Kuczmann.
Giants Spiel II Mann (20), Bacak (14), Dressler (11), Edigin (10), Heinzmann (10), Eberhardt (7), Blass (5), Hujic (5), Kahl (4), Kuczmann (4), Lohaus (3), Fankhauer.