TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants starten ins Viertelfinale

Basketball-Play-offs : Giants auf der Suche nach dem Heimvorteil

Am Dienstag empfangen Leverkusens Basketballer Oldenburg zur ersten Partie des ProB-Viertelfinals – und rechnen mit viel Gegenwehr.

Zweieinhalb Wochen dauerte die Zwangspause der Giants nach dem Achtelfinal-Sieg über die starken Baskets Schwelm. Während die Konkurrenz ihre ersten Viertelfinal-Spiele in den ProB-Play-offs bereits absolviert hat, müssen Leverkusens Basketballer bis Dienstagabend warten. Die Ostermann-Arena war aufgrund der European-Darts-Open belegt. Auch trainieren konnte das Team von Hansi Gnad dort lange nicht. „Wir fühlen uns fast wie vor einem Auswärtsspiel in eigener Halle“, sagt der Trainer vor dem Duell gegen die Baskets Juniors Oldenburg, das um 19.30 Uhr beginnt.

Immerhin am Montag konnten die Giants noch mal in ihre Spielstätte – und Basketballer, die nicht berufstätig sind, haben auch die Chance, am Dienstagmorgen noch eine letzte Einheit zu nehmen. „Es ist ja eh nicht zu ändern“, sagt Gnad, der nicht genau weiß, ob er froh sein soll, dass die Saison weitergeht. „Die Frage beantworte ich nach dem Spiel.“ Fest steht, dass seine Basketballer heiß auf die Fortsetzung der Rekord-Spielzeit sind. Nur ein Mal wurden die Giants bislang besiegt – von den Baskets Elchingen. Oldenburg setzte sich genau gegen diesen Kontrahenten im Achtelfinale knapp mit 2:1 durch.

Beim Viertelfinal-Konkurrenten handelt es sich um eine Bundesliga-Reserve, die über viel Potenzial verfügt. Die EWE Baskets Oldenburg stehen im Oberhaus auf dem zweiten Rang und bringen dabei auch immer wieder Spieler aus ihrer Zweitvertretung zum Einsatz. Bereits 15 Mal stand Center Marcel Keßen im Kader, vier weitere Akteure sind ebenfalls schon dabei gewesen. Dass einer dieser Leistungsträger in Leverkusen fehlen könnte, ist nahezu ausgeschlossen. Der Bundesligist spielt erst wieder am Sonntag.

„Die werden mit voller Kapelle kommen“, ist sich der Bayer-Coach sicher. Die Qualität ist fast auf so viele Schultern verteilt wie bei den Giants. Sieben Spieler erzielen knapp zehn oder deutlich mehr Punkte pro Partie. Herausragend agieren der US-Amerikaner Nigel Pruitt mit 14,3 sowie der 2,07 Meter große Keßen mit 15,7 Punkten im Schnitt. Von der Drei-Punkte-Linie trifft der ehemalige Nationalspieler Philip Zwiener mit 42,9 Prozent am besten. „Das ist ein extrem starker Kader, den wir sicher nicht komplett aufhalten können“, sagt Gnad. „Sie spielen sehr flexibel, lassen den Ball gut laufen und erarbeiten sich gute Chancen.“

Genau das ist aber auch die große Leverkusener Stärke. Auch die Giants überzeugen mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit, die immer wieder andere Helden hervorbringt. Tim Schönborn gehörte in der vorigen Play-off-Runde mal wieder dazu. Sein vorentscheidender Dreier gegen Schwelm in der Schlussminute war das bisherige i-Tüpfelchen einer spektakulären Saison des Basketballers, der als Lehrer auch noch ganz normal arbeiten geht. Insgesamt 288 Punkte gehen auf Schönborn – mannschaftsinterner Bestwert.

Gnad wird der komplette Kader zur Verfügung stehen. „Ich habe zwar einige Angeschlagene, aber zum Glück ist nichts mehr dazugekommen“, sagt der Trainer. Und die Ostermann-Arena wird sich gewiss schnell wieder wie das Giants-Wohnzimmer anfühlen. Das Publikum wird schließlich geschlossen hinter Leverkusen stehen. „Die Anwurfzeit ist auch noch kindertauglich“, findet Gnad. „Wir hoffen auf guten Zuspruch.“

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