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TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants starten im Artland in die Play-offs

Basketball, 2. Liga : Auftakt im Artland – Giants sind heiß auf die Play-offs

Für Leverkusens Basketballer steht das erste von sechs Endspielen an. Einen Aufstieg in die Bundesliga würde der Verein allerdings nicht wahrnehmen.

Der Play-off-Spielplan hat es in sich. Die Bayer Giants müssen nicht nur sechs Spiele binnen 16 Tagen absolvieren. Sie treffen auch auf die beiden größten Favoriten, wenn es um den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga geht: die Rostock Seawolves und Science City Jena. Als viertes Team sind die Artland Dragons in der Gruppe – eine Mannschaft, die Giants-Trainer Hansi Gnad vor der Saison ebenfalls zum Favoritenkreis zählte, mit je 14 Siegen und Niederlagen in der regulären Serie aber ein wenig hinter den Ansprüchen zurückblieb. In Quakenbrück starten die Leverkusener am Samstagabend (19.30 Uhr) in die Play-offs.

Wenn Corona keinen Strich durch die Rechnung macht, endet die Saison also in 16 Tagen. Falls das Virus eine Mannschaft außer Gefecht setzt, bleibt noch genug Zeit, um Ausfälle nachzuholen. Das ist die Idee hinter dem veränderten Modus. „Normale Play-offs sind eine Riesensache. Jetzt ist die Konstellation natürlich eine andere“, sagt Gnad. „Trotzdem freuen wir uns natürlich sehr, dabei zu sein.“

Als Außenseiter in der Vierergruppe würde sich der Coach mit ein paar Siegen zufriedengeben, der erste Platz wäre eine Sensation – und er würde dennoch nicht zum Sprung in die Bundesliga führen. „Wir haben keine Lizenz beantragt“, sagt Gnad. „Es würde einfach noch keinen Sinn ergeben. Für die Mittel, die wir hier zur Verfügung haben, stehen wir unglaublich da. Das müssen wir erstmal konservieren und uns sportlich mehr und mehr etablieren, bevor wir über eine Rückkehr in die Bundesliga nachdenken können. Das heißt aber nicht, dass wir in den Play-offs nicht Erster werden wollen.“

Die jüngsten Erinnerungen an die Artland Dragons sind gute. Beide Saisonspiele gewannen die Giants. „Allerdings fehlten dem Gegner in beiden Spielen Zachary Ensminger und Leon Okpara, und im zweiten Duell war zudem Chase Griffin nicht dabei. Das hat uns natürlich geholfen“, betont Gnad. „Jetzt sind die Vorzeichen leider umgekehrt.“ Die Dragons werden wohl komplett auflaufen, während Gnad einige angeschlagene Spieler im Kader hat. Dennis Heinzmann und Luca Kahl konnten unter der Woche kaum trainieren, Marko Bacaks Einsatz ist aufgrund einer Ellenbogenverletzung unwahrscheinlich. „Das ist eine ärgerliche Situation. Aber egal, wir werfen alles rein.“

Dazu gehört auch JJ Mann, der in seiner ersten Saison für die Giants über jeden Zweifel erhaben ist. Umso glücklicher ist der Klub, den US-Amerikaner für eine weitere Spielzeit an sich gebunden zu haben. „Da mussten wir nicht lange nachdenken“, sagt Gnad. „Er fühlt sich in Leverkusen wohl, und uns hilft er nicht nur sportlich. Er ist auch ein guter Typ für die Mannschaft.“ Zudem übernimmt Mann in kritischen Situationen die Verantwortung und hat durch seine Führungsstärke mehrere Partien in der laufenden Spielzeit entschieden. Mit 15,1 Punkten im Schnitt hinter Haris Hujic (16) ist er zweiterfolgreichster Giants-Werfer.

Die Formkurve zeigte zuletzt steil nach oben. Von den jüngsten neun Partien gewannen die Giants acht. „In den Play-offs ist das aber Makulatur. Die Intensität wird viel höher sein“, sagt Gnad. „Schiedsrichter haben auch die Tendenz, viel mehr laufen zu lassen. Das wird auch körperlich sehr belastend.“ Trotz der Schwierigkeit werden die Duelle gegen Artland wohl auch die einfachsten Aufgaben darstellen. „Rostock und Jena haben jeweils sechs Importspieler im Kader. Die werden uns alles abverlangen.“