TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants sind im Duell der Aufsteiger Favorit

Weite Auswärtsreise : Giants fahren mit dem Bus, steigen aus – und spielen

Die Zweitliga-Basketballer sind am Sonntag (17.30 Uhr) im 470 Kilometer entfernten Schwenningen zu Gast. Die Busreise dorthin treten die Giants erst am Sonntagmorgen an. „Das Budget für die Übernachtungstouren brauchen wir noch für Rostock“, sagt Coach Hansi Gnad.

Die Ausgangslage aus Leverkusener Sicht ist vielversprechend. Als einzige Mannschaft in der 17-köpfigen ProA hatten die Giants am Freitagabend spielfrei. Der Rest der Zweiten Liga hat die erste Hälfte eines Doppelspieltages bestritten. Dazu zählen auch die Panthers Schwenningen, bei denen Bayers Zweitliga-Basketballer am Sonntag (17.30 Uhr) zu Gast sind. „Was die Belastung betrifft, müsste es unser Vorteil sein“, sagt Trainer Hansi Gnad. „Auf der anderen Seite fahren wir immer noch mehrere Stunden mit dem Bus, steigen aus und müssen sofort spielen.“

Denn die Giants treten die 470 Kilometer lange Reise erst am Sonntagmorgen an. „Das Budget für die Übernachtungstouren brauchen wir noch für Rostock“, erläutert Gnad. Trotzdem erhofft sich der Coach freilich den nächsten Auswärtssieg seiner Mannschaft. Nachdem die Giants am vergangenen Wochenende in Tübingen gewonnen und damit eine Serie von vier Niederlagen in der Fremde gestoppt hatten, ist der nächste Erfolg keinesfalls utopisch. Denn die Panthers Schwenningen befinden sich im Abstiegskampf.

Gemeinsam mit den Bayer Giants hat der Klub im vorigen Sommer den Aufstieg in die ProA geschafft. Während sich die Leverkusener von Anfang an in der oberen Tabellenhälfte etablierten, präsentierten sich die Schwenninger eher wie ein Aufsteiger. Erst fünf Siege, vier davon vor heimischer Kulisse, stehen zu Buche. „Es ist schon ein Luxus, in dem wir uns befinden“, sagt Gnad mit Blick auf die eigene Bilanz: Zehn Erfolgen stehen sieben Niederlagen gegenüber. „Das hatte sicher niemand von uns erwartet, aber wir nehmen es natürlich gerne.“

Als Favorit sieht Gnad seine Leverkusener Mannschaft deshalb aber nicht. „Wir hatten auch im Hinspiel große Probleme und haben das Ding erst kurz vor Schluss entschieden“, sagt der Coach und verweist auf den 90:81-Erfolg Anfang Dezember. Inzwischen hat sich bei den Panthers etwas bewegt. Der Verein sicherte sich die Dienste des ehemaligen Leverkuseners Drew Brandon im Aufbau. Mit fünf Punkten im Schnitt hat der 27-Jährige bisher aber noch keinen durchschlagenden Erfolg.

„Gegen uns wird er besonders motiviert sein“, vermutet Gnad, der auch vor Rasheed Lee Moore und Marko Bacak warnt. Moore ist mit durchschnittlich 15,6 Punkten erfolgreichster Panthers-Werfer. „Und Bacak ist unter dem Korb extrem stark.“ Grundsätzlich sieht Coach Gnad die Stärken des Gegners in der Defensive: „Das macht sie unangenehm zu bespielen. Aber sie sind auch ein Überraschungsei. An einem Tag können sie jeden schlagen, am anderen gegen jeden verlieren.“

Personell lief es für die Giants in der Trainingswoche eher mäßig. Die Mannschaft hatte mit Erkältungen zu kämpfen. „Da muss man in dieser Jahreszeit aufpassen, dass sich die Jungs nicht auch noch gegenseitig anstecken“, sagt Gnad. Am Freitag ließ zudem Michael Kuczmann das Training ausfallen – allerdings aus einem positivem Anlass. Der 26-Jährige heiratete seine Freundin Valeria.

Nach aktuellem Stand fahren die Giants mit einer Ausnahme komplett nach Schwenningen. Marian Schick laboriert noch an einer Zerrung, die er sich vor zwei Wochen in Hagen zugezogen hatte.