TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants setzen auf Wohlfühlfaktor

Zuhause ist es am schönsten : Giants setzen auf Wohlfühlfaktor

Die Uni Baskets Paderborn sind Samstag (19.30 Uhr) Gast in der Ostermann-Arena.

(trd) Was den Bayer Giants in den vergangenen knapp zwei Jahren in der heimischen Ostermann-Arena gelungen ist, ist mehr als bemerkenswert. Das Basketball-Team macht seinem Publikum einfach Spaß. Von Spieltag zu Spieltag steigert der Zweitligist seine Zuschauerzahl. Gegen Trier waren zuletzt fast 1300 Menschen in der Halle. Im Saisonschnitt ist der Klub kurz davor, die Marke von 1000 zu knacken. Der Grund ist klar: Das Team von Trainer Hansi Gnad zeigt mitreißende Spiele – fast immer mit einem Happy End. Das wünscht sich der Coach freilich auch Samstagabend (19.30 Uhr) gegen die Uni Baskets Paderborn.

Vor der Saison 2018/19 wurde Gnad Cheftrainer der Giants. Dass er überhaupt weiß, wie sich eine Niederlage in der Ostermann-Arena anfühlt, ist den Eisbären Bremerhaven geschuldet. Die gewannen am ersten Spieltag dieser ProA-Saison mit 74:63. Alle anderen Partien gewann der 56-Jährige zu Hause mit seinem Team. „Ob das jüngste Spiel gegen Trier schön anzuschauen war, sei mal dahingestellt“, sagt Gnad. „Wir haben nicht besonders gut getroffen, aber in der Defensive hat sehr viel funktioniert. Und wir hatten dann einfach den längeren Atem.“

Basketball-Ästheten mögen nicht auf ihre Kosten gekommen sein, doch das Duell gegen die Trierer, die mit einem guten Lauf nach Leverkusen gekommen waren, gehörte zu den mitreißendsten Spielen der vergangenen zwei Jahre. Das Team kämpfte um jeden Zentimeter und feierte einen Sieg des Willens. In der Heimat finden die Giants immer wieder einen Weg. „Die Jungs brauchen den Wohlfühlfaktor Ostermann-Arena. Die Zuschauer tragen uns, sie honorieren unsere Leistungen und kommen gerne wieder. Das ist eine tolle Entwicklung“, sagt Gnad.

In den Uni Baskets Paderborn kommt ein Kontrahent, der sieben seiner letzten zehn Partien gewonnen hat – eine davon war das Hinspiel gegen die Giants. Die lang umkämpfte Begegnung entschieden die Ostwestfalen mit 94:83 für sich. „Vor allem mit Martin Seiferth kamen wir überhaupt nicht zurecht“, erinnert sich Gnad. Der Center markierte 21 Punkte – genau wie Kendale Mc Cullum, der alle vier Drei-Punkte-Versuche unterbrachte. Mit einer Saisonquote von 44,4 Prozent aus der Distanz gehört er zu den besten Schützen der Liga. 367 Punkte insgesamt sind zweitbester ProA-Wert überhaupt. „Alles in allem setzen die Paderborner stark auf schnelle, athletische Basketballer. Sie doppeln häufig und greifen den ballführenden Spieler aggressiv an“, weiß Gnad. „Da müssen wir Ruhe bewahren und den Ball dahin bekommen, wo gerade kein Helfer in der Nähe ist.“

Gnad wird voraussichtlich auf einen nahezu kompletten Kader zugreifen können. Marian Schicks Einsatz (Zerrung) ist zwar fraglich, doch mit krankheitsbedingten Ausfällen, die den Giants zuletzt häufiger zu schaffen gemacht hatten, ist nach aktueller Lage nicht zu rechnen.