TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants ringen Rostock nieder

Zweiter Saisonsieg : Giants ringen die Seawolves nieder

In einem Kampfspiel setzt sich die Mannschaft von Trainer Hansi Gnad 89:85 gegen Rostock durch. Am Samstag geht es nach Ehingen.

Als Colter Lasher 200 Sekunden vor Schluss zum 80:71 aus der Distanz traf, gab es in der Ostermann-Arena kein Halten mehr. Den Bayer Giants war im vierten Saisonspiel der ProA der Korb gelungen, der auch den letzten Zweifler überzeugte, dass gegen die favorisierten Rostock Seawolves der Sieg drin ist. Der Leverkusener Basketball-Zweitligist schaffte es, obwohl er auf gleich drei Spieler verzichten musste. Marian Schick laboriert nach wie vor an einer Zerrung. Aus dem gleichen Grund musste auch Luca Kahl passen, dazu fehlte Tim Schönborn, der sich in seinem Hauptberuf als Lehrer auf einer Klassenfahrt befindet.

Die Ausfälle waren den Hausherren zu Beginn überhaupt nicht anzumerken. Sie überrumpelten die Rostocker in den ersten fünf Minuten mit 18:6. Valentin Blass und Nino Celebic (2) trafen drei Mal in Folge von der Drei-Punkte-Linie. Außerdem harmonierten Nick Hornsby und Dennis Heinzmann, so dass Leverkusen ein perfekter Start gelang.

So lief es allerdings nicht weiter. Die Rostocker ließen den Ball schön laufen und fanden in der Folge immer wieder einen freien Mann, der den Ball souverän im Korb unterbrachte. Den Gästen gelang es in dieser Phase sehr gut, die Breite ihres Kaders voll zur Geltung zu bringen. Die Giants hatten phasenweise große Probleme, dem Gegner nur Abschlüsse unter Druck zu ermöglichen. Mit einem 9:0-Lauf verkürzte Rostock auf 29:31. Wenig später erzielte Grant Sitton per Dreier die erste Gäste-Führung nach dem 4:0.

Die Giants blieben aber dran, rissen durch einen Dunk von Dennis Heinzmann das Publikum mit und arbeiteten sich zurück in die Partie. Mit dem Halbzeitrückstand von 43:46 konnten die Hausherren angesichts des Spielverlaufs gut leben. Den Schwung nahmen die Gastgeber auch nach der Pause mit. Mit einer galligen Defensive legte die Mannschaft den Grundstein zur erneuten Führung, die im Angriff durch Valentin Blass, Heinzmann und Hornsby besorgt wurde. Als dann auch noch Eric Cooper und Hornsby aus der Distanz zum 57:52 trafen, blühte die gute Stimmung in der Ostermann-Arena wieder richtig auf.

Die Leverkusener schafften es immer wieder, Euphorie bei sich und den Zuschauern zu entfachen. So trafen Eddy Edigin sowie Colter Lasher hintereinander trotz Foul und legten jeweils einen Freiwurf hinterher. Groß war das Polster nicht, so dass jeder Patzer weh tat – wie etwa Schrittfehler von Blass, die von Rostock bestraft wurden. Die Partie blieb umkämpft. Je länger sie aber dauerte, desto mehr drängte sich der Eindruck auf, dass die Giants den Sieg etwas mehr erzwingen wollten. Sie haderten mit den Schiedsrichtern, die im Schlussviertel sowohl gegen Blass als auch Cooper unsportliche Fouls verhängten, aber sie warfen alles in diese Partie. Ob Blass noch genervt von der Schrittfehler-Entscheidung war? Zumindest erzielte der 24-Jährige in dieser wichtigen Phase fünf Punkte in Folge.

Dass es zum 89:85-Sieg reichte, verdienten sich die Giants aber in der Abwehr. In der entscheidenden Phase hatte es Seltenheitswert, dass die Rostocker einen freien Mann fanden. Und nach Lashers Dreier war der Rest Formsache. „Es war genau das, was uns letztes Jahr stark gemacht hat. Die Mannschaft hat die Ausfälle durch eine unglaubliche Einstellung kompensiert und verdient gewonnen“, sagte Trainer Hansi Gnad.

Bereits am Samstag geht es für die Bayer Giants weiter. Die Partie beim Team Ehingen Urspring (19.30 Uhr) rundet die Englische Woche ab. Tim Schönborn wird dann von seiner Klassenfahrt zurückgekehrt sein, um den Giants beim dritten Saisonsieg in Folge behilflich zu sein. Es ist ein realistisches Szenario, zumal die Baden-Württemberger in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen haben. Die Gastgeber dürften allerdings ausgeruhter sein. Sie hatten unter der Woche spielfrei.

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