TSV Bayer 04 Leverkusen: Giants fehlt noch ein Sieg zum Aufstieg

Ein Sieg fehlt noch : Giants kommen ihrem Aufstiegstraum näher

Leverkusens Basketballer schlagen Lok Bernau im ersten Halbfinale der ProB-Play-offs überzeugend mit 88:71 – nun winkt der Aufstieg.

Die erste aus Bayer-Sicht gute Nachricht erreichte die Mannschaft schon vor dem Spiel. Bei Lok Bernau fehlte nicht nur Supertalent Franz Wagner, der mit Alba Berlin am Vorabend das zweite Finalspiel des EuroCups gegen Valencia mit 95:92 gewonnen hatte, sondern in Robert Kulawick auch ein weiterer Topscorer der Brandenburger. „Warum er nicht gespielt hat, weiß ich nicht, aber ich werde mich nicht beschweren“, sagte Giants-Coach Hansi Gnad. Schwer genug hatten es die Leverkusener Zweitliga-Basketballer mit den starken Bernauern trotzdem. Sie gewannen 88:71, weil sie auf dem Parkett kaum Fehler machten.

Es gehört eigentlich zur Stärke von Bernau, Gegner zu stressen und Ballverluste zu provozieren. Doch so sehr sich die Alba-Ausbildungsmannschaft mühte: Leverkusen ließ sich vor 1284 Zuschauern in der Ostermann-Arena nicht aus der Ruhe bringen. 247 Mal stibitzten die Bernauer ihren Gegnern in dieser Saison die Kugel. In Leverkusen gelang dies nur ein einziges Mal. Am Ende der Partie standen insgesamt lediglich sieben Ballverluste in der Bayer-Statistik.

Mit dieser Ballsicherheit ist die Chance auf einen Erfolg groß. Speziell, wenn die Mannschaft zusätzlich auch ordentlich trifft. Gleich zu Beginn holten sich die Giants Sicherheit. Tim Schönborn zog zum Korb und legte den Ball sicher zum 2:0 ab. Marian Schick machte es ihm wenig später nach. Zwar gerieten die Gastgeber im ersten Viertel noch mit 12:18 in Rückstand, nervös wurde die Truppe jedoch nicht. Lars Thiemann und Benjamin Nick trafen für zwei Punkte. Lennard Winter legte einen „Dreier“ nach.

„Es hat mich ungemein gefreut, dass die jungen Spieler so gut funktionieren“, sagte Gnad. „Sie haben die ganze Saison hart trainiert und geben es nun mit Leistung zurück.“ Damit kompensierten die Leverkusener erfolgreich die Ausfälle von Dennis Heinzmann (Wadenbeinbruch) und Ron Mvouika (Suspendierung). Thiemann brachte es bis zum Schluss sogar auf zehn Punkte. Winter, Nick und Valentin Blass erzielten zusammen elf Zähler und lieferten vier Vorlagen.

Nachdem Alexander Blessig per Distanzwurf zum 24:24 am Ende des ersten Viertels ausgeglichen hatte, gingen die Giants im weiteren Verlauf in Führung. Nach einem „Dreier“ durch Michael Kuczmann stand es 33:26 – ein Vorsprung, den die Gastgeber fast durchgehend hielten. „Sicher konnten wir uns aber nie fühlen“, betonte Gnad.

Die Giants zeichnete auch in diesem Duell ihre gewohnte Stärke aus: Unberechenbarkeit. Die Mannschaft präsentierte sich durch die Bank gefährlich. Es genügte Bernau nicht, den einen oder anderen Leverkusener zu stoppen, weil alle über das nötige Selbstvertrauen verfügen, in entscheidenden Situationen Verantwortung zu übernehmen.

„Die Jungs wissen, um was es geht“, sagte Gnad mit Blick auf eine erhöhte Anspannung. „Aber es war nicht das erste Spiel, in dem das so ist.“ Die ruhige Hand litt darunter jedenfalls nicht. Eine weitere überzeugende Leistung fehlt noch, um den Traum der Giants Wirklichkeit werden zu lassen. Im zweiten oder dritten Halbfinalspiel muss ein weiterer Sieg her. Dann steht das Team im Finale um die ProB-Meisterschaft und hat den sportlichen Aufstieg in die ProA geschafft.

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