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TSV Bayer 04 Leverkusen:Für Schwarzwald steht auswärts ein Heimspiel an

Handball, Frauen-Bundesliga : Schwarzwald hat ein Auswärts-Heimspiel

Für den Trainer von Bayers Bundesliga-Handballerinnen, Martin Schwarzwald, geht es im Nachholspiel in Mainz in seine Heimatstadt. Er sagt: „Es geht nur darum, die beiden Punkte zu holen.“

Letztlich entschied sich Martin Schwarzwald doch für die eigentlich naheliegende Lösung: Der Trainer von Bayers Bundesliga-Handballerinnen reist zum Nachholspiel beim FSV Mainz 05 am Mittwoch (19.30 Uhr, Sporthalle Gymnasium Oberstadt) direkt von zu Hause an. Denn bis zum geplanten Umzug nach Leverkusen lebt er in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt – nur zehn Minuten Autofahrt entfernt vom Spielort. Aber so selbstverständlich, wie diese Entscheidung erscheinen mag, hat der Elfen-Coach sie sich nicht gemacht und zuvor lange das Für und Wider abgewägt.

„Grundsätzlich finde ich es besser, mit dem Team gemeinsam zum Spiel zu fahren“, sagt er. Das führte sogar zu der kuriosen Überlegung, für die Anreise von Mainz nach Leverkusen zu kommen – oder wie bei Auswärtsspielen im Süden Deutschlands üblich am Rastplatz Medenbach bei Wiesbaden für die letzten Kilometer zuzusteigen. Aber am Ende sprachen mehr Argumente für den direkten Weg zum Duell mit dem Tabellenletzten.

Schwarzwald kennt den Aufsteiger der Vorsaison gut genug, um das punktlose Schlusslicht nicht zu unterschätzen. Er hat die Übertragung mehrerer Partien gesehen und in der Sommervorbereitung gleich zweimal mit seinem damaligen Team – dem Drittligisten Mainz-Bretzenheim – gegen den FSV gespielt. „Es geht für uns nur darum, die beiden Punkte zu holen. Wie, ist fast egal“, betont er.

Erwarten dürfen er und seine Schützlinge einen Gegner, der mitunter eine Art verschobene 5-1-Deckung spielt, um die Kreise einer der Angreiferinnen auf den Halbpositionen zu stören. Vorbereitet sind die Elfen auch darauf, dass es sein könnte, dass die Mainzerinnen über 60 Minuten offensiv durchgehend mit einer siebten Feldspielerin agieren.

Auf die mögliche Unterstützung durch Freunde und Weggefährten muss Schwarzwald durch das Fehlen von Zuschauern leider verzichten. Zwar ist ein guter Freund in der Halle, dabei handelt es sich aber um den FSV-Coach Florian Bauer. Den kennt der Elfen-Trainer noch aus gemeinsamen Zeiten bei der HSG Bensheim-Auerbach.

Ein Wiedersehen gibt es für ihn zudem mit der Mainzer Spielerin Elisa Burkholder. Sie trainierte er einst als Jugend-Coach in Zweibrücken, von wo er sie bekanntlich 2014 nach Leverkusen vermittelte. Im Rheinland setzte sie sich – auch aufgrund einer hartnäckigen Verletzung – trotz ihres unbestrittenen Talents nicht endgültig durch und verließ den Klub nach drei Jahren wieder. Burkholder ist nicht die einzige Ex-Elfe bei den Gastgeberinnen. Im Trikot der Dynamites laufen auch Natalie Adeberg (2014 bis 2016 bei Bayer) und Sophia Michailidis (bis 2017 bei Leverkusens Junior-Elfen) auf.

Weit mehr als die Besetzung des Gegners beschäftigt Schwarzwald aber die eigene Personallage. Hier droht der erneute Ausfall von Zugang Mariana Ferreira Lopes, die weiter unter den Folgen eines „Pferdekusses“ leidet und eingehender untersucht werden soll.

Als möglicher Ersatz für die Position im linken Rückraum hat Jennifer Souza mit einer ordentlichen Leistung gegen Buchholz 08-Rosengarten gute Werbung in eigener Sache betrieben. Aber auch Mareike Thomaier und Annefleur Bruggeman können auf der Lopes-Position aushelfen.

Das bislang einzige Ligaspiel zwischen Mainz und Leverkusen entschied Bayer 04 vor ziemlich genau einem Jahr deutlich für sich. 31:20 gewannen die Elfen damals bei den Dynamites. Das zweite Treffen in der Ostermann-Arena fiel dann dem Saisonabbruch durch die Corona-Pandemie zum Opfer.