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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen ziehen Positives aus Niederlage

Handball, Frauen-Bundesliga : Elfen ziehen Positives aus Niederlage gegen Thüringer HC

Die Bundesliga-Handballerinnen des TSV Bayer verlieren 25:30 gegen den Favoriten Thüringer HC, können mit ihrer Leistung aber dennoch zufrieden sein.

Unter dem Strich bleibt es freilich eine Niederlage. Aber auf ihren Auftritt beim 25:30 (14:17) gegen den Thüringer HC können Bayers Handballerinnen stolz sein. Darüber waren sich auch die Trainer einig. „Ein großes Kompliment an die junge Leverkusener Truppe, die kämpferisch versucht hat, dagegenzuhalten und nie aufgegeben hat“, sagte THC-Coach Herbert Müller. Elfen-Übungsleiter Martin Schwarzwald sah es ähnlich. „Das war ein starker Auftritt – obwohl ich mir vor der Pause eine etwas bessere Deckung gewünscht hätte“, betonte er. Die netten Worte des Kollegen waren zwar nur ein schwacher Ersatz für Punkte, freuten ihn aber dennoch.

Das hielt den Coach aber nicht davon ab, Kritik zu üben. Die Leverkusenerinnen verloren im ersten Durchgang das Vertrauen in die offensive Deckung oder nutzten die Räume nicht, die sich durch die enge Deckung der THC-Abwehr gegen Linksaußen Zoe Sprengers ergaben. Aber das war nur Nebensache angesichts der vielen Ausfälle. Die wirkten sich vor allem im Rückraum aus, wo neben den vier Verletzten (Mia Zschocke, Mareike Thomaier, Fanta Keita und Lilli Holste) auch Mariana Ferreira Lopes wegen einer Vertragsklausel gegen ihren ehemaligen Klub passen musste.

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Das führte zum kurios anmutenden Bild, dass der Elfen-Rückraum Mitte des zweiten Durchgangs vorübergehend von Debütantin Lea Flohr, Rechtsaußen Svenja Huber und Kreisläuferin Jennifer Kämpf gebildet wurde. Auch Linksaußen Sprengers half zwischenzeitlich im linken Rückraum aus. Bemerkenswert ist, dass Bayer trotz der vielen Wechsel und Experimenten mit ungewohnter Aufgabenverteilung nach vier Toren Rückstand zur Pause und sogar sieben kurz darauf (13:20) noch einmal ins Spiel zurückfand. „Beim deutlichen Rückstand scheint der Druck ein wenig abgefallen zu sein und das hat Kräfte freigesetzt“, versuchte sich Schwarzwald an der Erklärung für die Aufholjagd seines Teams.

Das zeigte eine starke Moral und kam mehrfach bis auf zwei Tore heran, zuletzt beim 24:26 in der 52. Minute. Erzielt wurde der Treffer von Debütantin Lea Flohr. Sie fasste sich in dieser Szene ein Herz und wagte den Wurf – wohl auch, weil Schwarzwald ihr nach einem Stürmerfoul zum Einstand gut zugeredet hatte. Wie sehr ihr alle Beteiligten dieses Tor gegönnt hatten, ließ sich daran ablesen, wie lautstark und begeistert die Leverkusener Bank diesen Treffer feierte.

Sie war nicht die einzige Torschützin des Tages, die als Teil der Junior-Elfen in die Spielzeit ging. Das traf auch auf Pia Terfloth und Sophia Cormann zu, die mittlerweile einen Vertrag für die Bundesliga unterzeichnet hat und gegen Thüringen mit vier Treffern einen mehr als ordentlichen Auftritt hinlegte. Sie spielte nur deshalb nicht durch, weil Schwarzwald ihr mit Rücksicht auf die Belastung in der Schlussphase Schonung verordnete. „Ihre Entwicklung macht uns sehr viel Freude“, betonte der Trainer. Und dieser wird die ungewohnte Verantwortung – auch wenn sie aus der Personalnot geboren wurde – sicherlich nicht schaden.

Weiter geht es für die Elfen am Samstag mit einer ähnlich anspruchsvollen Aufgabe bei der HSG Blomberg-Lippe. Ferreira Lopes wird nach ihrer vertraglich verfügten Zwangspause wieder dabei sein.

Elfen Graovac (bis 30.), Fehr (ab 31.) – Jurgutyte (6), Hinkelmann, Sprengers (2/1), Souza (1), Kämpf (4), Bruggeman (2), Polsz, Huber (4/1), Terfloth (1), Cormann (4), Flohr.