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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen wollen gegen den BVB die Kür meistern

Tabellenführer zu Gast in Leverkusen : Elfen wollen gegen den BVB die Kür meistern

Nach den Pflichtsiegen in Göppingen und gegen Bad Wildungen empfangen die Erstliga-Handballerinnen des TSV am Sonntag Spitzenreiter Dortmund. Interimstrainerin Renate Wolf nimmt den Druck vom Team.

Im ersten Spiel des neuen Jahres wartet auf die Handballerinnen von Bayer 04 eine echte Herausforderung. Zu Gast in der Ostermann-Arena ist am Sonntag (16 Uhr) Nachbar Borussia Dortmund. Der BVB hat seinen ohnehin guten Kader im Sommer gehörig verstärkt. Das hochkarätig besetzte Star-Ensemble, in dem unter anderem vier frischgekürte Weltmeisterinnen spielen, ist in der Bundesliga derzeit das Maß der Dinge und harmoniert hervorragend. Alle neun bisherigen Partien hat die Borussia für sich entschieden, darunter auch die Spiele beim Thüringer HC und zuletzt gegen Bietigheim.

„Deshalb können wir ganz ohne Druck spielen“, betont Elfen-Geschäftsführerin und -Interimstrainerin Renate Wolf und nimmt zur Verdeutlichung eine Anleihe beim Eiskunstlauf. Die jüngsten Erfolge in Göppingen und gegen Bad Wildungen wertet sie analog zum Kufensport als Pflicht, die Partie gegen den BVB als Kür. Das heißt allerdings nicht, dass die Leverkusenerinnen nicht hoch motiviert sind, sich auch gegen den Favoriten gute Haltungsnoten zu verdienen.

Als Anhaltspunkt, wie das gelingen könnte, dient Wolf und ihren Schützlingen das Pokalspiel gegen den BVB nicht lang vor der WM-Pause. Das ging zwar verloren, aber nur knapp. „Und am Ende haben wir auch etwas Glück gehabt. Das hat Nerven gekostet“, bekannte damals Dortmunds Trainer André Fuhr. Die Elfen waren zu dem Zeitpunkt nicht optimal in die Partie gestartet und lagen kurz nach der Pause sogar mit fünf Treffern hinten, kämpften sich dann aber in beeindruckender Manier zurück.

Schade nur, dass neben Rechtsaußen Svenja Huber die zweite Ex-Dortmunderin im Bayer-Trikot passen muss. Und just die – Hildigunnur Einarsdottir – hatte bei der Aufholjagd an alter Wirkungsstätte eine gute Rolle gespielt. „Sie wird uns sehr fehlen“, ist Wolf überzeugt. Immerhin hat sich bei der Untersuchung am Montag herausgestellt, dass der Schaden am Knie nicht so schlimm ist, wie zunächst befürchtet. Allerdings muss „Didda“ ihren Meniskusriss operieren lassen und fehlt vermutlich noch einige Wochen. Zumindest das Nachbarschaftsduell wird wohl auch für Pia Adams noch zu früh kommen. Sie konnte aber nach ihrer Blessur aus der Liga-Pause in dieser Woche wieder an ersten Einheiten teilnehmen.

Zum Kader des Gegners gehört nach dem Umbruch im Sommer und dem Karriereende von Clara Woltering (jetzt Torwart-Trainerin) und Anne Müller mit Johanna Stockschläder inzwischen nur noch eine Ex-(Junior-)Elfe. Dennoch ist das Interesse an der Partie groß. „Wir haben sehr viele Kartenanfragen erhalten und auch aus Dortmund wollen viele Fans kommen“, sagt Wolf. Sie freut sich deshalb schon auf eine abermals tolle Kulisse, nachdem die Ostermann-Arena schon gegen Bad Wildungen gut gefüllt war.

Zu einem Fest fehlt also nur ein Überraschungserfolg gegen den BVB – gerne auch wieder in einem Herzschlagfinale wie bei den beiden letzten Erfolge der Elfen in Göppingen und gegen Bad Wildungen.