Handball, Frauen-Bundesliga Elfen verlieren mit fünf Toren gegen die NSU

Leverkusen · Beim Comeback von Jennifer Souza unterliegen die von Johan Petersson trainierten Handballerinnen des TSV Bayer 04 dem Gast aus Neckarsulm mit 25:30 – nicht zuletzt wegen vieler einfacher Fehler.

 Jennifer Souza machte gegen die Sport-Union ihr erstes Spiel nach einer längeren Handball-Pause.

Jennifer Souza machte gegen die Sport-Union ihr erstes Spiel nach einer längeren Handball-Pause.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Das Zahlenwerk fiel ziemlich ernüchternd aus. Bayers Handballerinnen verloren erstmals ein Heimspiel gegen die Sport-Union aus Neckarsulm – und das fiel mit 25:30 (11:17) recht deutlich aus. Allerdings bot die Partie abseits der blanken Statistik durchaus Anlass zur Hoffnung, was den Kampf um den Klassenerhalt angeht. „Wie gut sich Bayer in der zweiten Halbzeit reingekämpft hat, spiegelt das Ergebnis überhaupt nicht wieder. Das haben sie sich in der Schlussphase leider selbst ein wenig kaputt gemacht“, bedauerte Ex-Nationalspielerin Saskia Lang als Co-Kommentatorin während der Live-Übertragung beim Portal www.handball-deutschlannd.tv.

Tatsächlich: Wie furios die zur Pause scheinbar bereits sicher geschlagenen Elfen vom 11:17 binnen zwölfeinhalb Minuten Tor um Tor herankamen, ausglichen und schließlich gar durch den Treffer von Zivile Jurgutyte 19:18 in Führung gingen, ist respektabel. Bitter war indes, dass sie sich den Lauf wenig später ausgerechnet in eigener Überzahl durch falsche Entscheidungen selbst kaputt machten.

Beim Stand von 20:20 musste Neckarsulms Sharon Nooitmeer zwei Minuten zusehen und durfte sich freuen. Denn zwei Fehlpässe der Elfen und ein Pfostentreffer von Mareike Thomaier bescherten den Gästen gegen Bayers Überzahl drei Treffer in Serie. Davon erholten sich die Schützlinge von Trainer Johan Petersson nicht mehr. Die zweite fatale Überzahl war letztlich zu viel – insbesondere, da die Aufholjagd viel Kraft gekostet hatte, und Bayer die Überzeugung abhanden kam, noch einmal für eine Wende zu sorgen.

Das hatte wohl auch mit der Erinnerung an die erste ärgerliche Überzahl zu tun. Bayer führte 4:2, Neckarsulms Jill Kooij sah für ein hartes Foul an Mareike Thomaier Rot und Svenja Huber verwandelte den fälligen Siebenmeter. Aber danach lief kaum noch etwas zusammen. Schon in der Überzahl gestatteten die Elfen dem Gegner durch Fehlwürfe und unnötige Fehler in der Abwehr einfache Treffer. Insgesamt nutzten die Gäste die vier Minuten in Unterzahl zu fünf eigenen Treffern. Deutlich besser machte es zum Spielende Neckarsulm bei der einzigen Überzahl, die mit 2:0 Treffern endete – nach zwei Minuten gegen die künftige Neckarsulmerin Annefleur Bruggeman.

Am Ende waren es einfach zu viele einfache Fehler der Elfen. 25 von 41 Würfen auf ihr Tor hielt Gäste-Keeperin Sarah Wachter, darunter zwei Siebenmeter und einige Gegenstöße. An diese Zahlen reichte Kristina Graovac (elf Paraden) nicht heran. Dazu leisteten sich ihre Teamkolleginnen elf technische Fehler und ließen sich vier Mal den Ball abluchsen.

Die Niederlage schrieb Beobachterin Saskia Lang letztlich auch der größeren Erfahrung und Cleverness des Gegners zu, der genau merkte, wann es in der Elfen-Abwehr phasenweise hakte – und dieses Defizit dann zielgerichtet ausnutzte. Bange ist der Ex-Nationalspielerin aber nicht um die Leverkusenerinnen, weder in Sachen Klassenerhalt noch was die Zukunft anbelangt.

„Da kommt eine Menge Qualität aus der Jugend nach“, betonte sie. Gegen Neckarsulm halfen wieder drei Junior-Elfen aus. Neben Dauergast Viola Leuchter waren das Marie Teusch, die wie Leuchter einen Treffer erzielte, und Keeperin Josefine Küpper, die jedoch nicht zum Einsatz kam.

Weiter geht es für Peterssons Team nach der Länderspielpause am 13. März beim VfL Oldenburg.

Elfen Graovac, Küpper – Thomaier (3/2), Jurgutyte (4), Sprengers (7), Leuchter (1), Holste, Klein (4), Bruggeman (1), Kaludjerovic, Teusch (1), Ronge, Huber (4/1), Klobucar, Souza.

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