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TSV Bayer 04 Leverkusen: Elfen spielen sich gegen Vipers in einen Rausch

Handball, Frauen-Bundesliga : Elfen spielen sich in einen Rausch

In der Handball-Bundesliga ziehen die Frauen des TSV Bayer 04 im Duell mit den Bad Wildungen Vipers früh davon. Letztlich feiert die Mannschaft von Trainer Michael Biegler ein 33:18 und krönt damit eine rundum gelungene Woche.

Michael Biegler kannten die Fans von Bayers Bundesliga-Handballerinnen bislang vor allem schimpfend. Beim 33:18 (17:12) gegen die Bad Wildungen Vipers zeigte sich der Elfen-Coach schon früh von seiner anderen Seite. Beim feinen Heber von Svenja Huber zum 9:5 riss er begeistert die Arme hoch. Und für Zoë Sprengers Drehung und Abschluss zum 11:5 gab es zu Recht Sonderapplaus. Aber es war auch schwer, nicht begeistert zu sein von der Art und Weise, in das Team des TSV nach der ersten Führung (4:3) den Vorsprung immer weiter ausbaute.

Die Vipers wirkten ratlos. Und das nicht nur in der Offensive, wo einfach kein Durchkommen war gegen die Elfen-Abwehr, die nach kurzer Anlaufzeit zum gewohnten Biss fand und gegen das starke Duo im Leverkusener Tor. Kristina Graovac war wieder bestens aufgelegt (sieben Paraden) und erzielte sogar einen Treffer ins leere Tor. Teamkollegin Vanessa Fehr machte ihre Sache sogar noch besser. Nach dem zweiten gehaltenen Siebenmeter durfte sie komplett im Tor bleiben und zeigte so viele starke Paraden in Serie, dass sie ihre bärenstarke Kollegin sogar noch in den Schatten stellte. Bei insgesamt zehn gehaltenen Bällen und einer Quote von mehr als 70 Prozent ließ sich auch verschmerzen, dass ihr ein Treffer ins leere Vipers-Tor nicht gelingen mochte.

Noch bemerkenswerter als die gute Leistung in der Defensive war aber der Angriffswirbel der Elfen. Gegen den fanden die Gäste einfach kein Rezept. Als sich die Vipers in der Schlussphase der ersten Halbzeit wieder ein klein wenig herankämpften auf „nur“ noch fünf Tore Rückstand, schaltete die Biegler-Sieben nach dem Seitenwechsel noch ein, zwei Gänge hoch. Mit reichlich Selbstbewusstsein nach dem überraschenden Erfolg in Metzingen unter der Woche ausgestattet, erzielten die Leverkusenerinnen variantenreich und zielstrebig Treffer um Treffer.

Den wohl größten Jubel gab es, als zum Abschluss nur zwei Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene auch noch gelang, was der Gastgeber schon mehrere Minuten versucht hatte: Das Geburtstagskind Fanta Keita erzielte nach einer unglücklichen Gesamtleistung doch noch ein Tor. „Sicherlich war das nicht Fantas bestes Spiel“, sagte Elfen-Managerin Renate Wolf. „Aber sie hat in Metzingen richtig gut gespielt. Dafür sind wir schließlich ein Team.“ Deutlich treffsicherer als Keita präsentierte sich der andere Zugang. Sprengers erzielte zehn Tore und übertraf damit sogar noch die Ausbeute von Spielmacherin Zivile Jurgutyte (8) und Nationalspielerin Mia Zschocke (6), die schon mehr als ordentlich ausfiel.

Die Elfen sind also in guter Form für das schwierige Spiel am Freitag beim Thüringer HC (live auf Eurosport). Luft nach oben sieht Coach Michael Biegler trotz des begeisternden Kantersiegs gegen Bad Wildungen durchaus noch. Mit den letzten Minuten vor der Pause etwa, den Problemen gegen die Offensive Deckung der Vipers in dieser kurzen Phase, war er nicht einverstanden – und gab das auch (gewohnt lautstark schimpfend) unmissverständlich kund.

Bieglers Co-Trainerin Renate Wolf war im Anschluss an den Kantersieg indes hellauf begeistert von der Leistung der Leverkusenerinnen und hatte keinen Grund für Kritik. „Es hat wirklich alles geklappt. Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung“, sagte sie.